Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 40 (1899)
- Issue
- Heft 85 (26.10.1899)
- Date
- 1899-10-26
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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JH"S5, XL. Jahrgang. er Israelit. «in Genirak-Hrgan für das orthodore Iudenlhum Begründet von Dr. Wtlfmmtm in Dftains Donnerstag, de« 26. Oetover SS6V (1SVV). »ur Irrtet Wlavh abonnirt man bei allen Postanstalten für die Monate November u. Dezember auf den „Israelit". Dieser Preis tritt aber nur ein bei Abonnements, welche rechtzeitig am Post-Zeitungsschalter des Wohnsitzes des Bestellers oder bei dem betreffenden Landbriefträger aufgegeben werden. Ausland enffprechend höher. Die Expedition des „Israelit". Leitender Artikel. Das Alter. (Zu mp "n 's.) Mainz, 25. October. An die Worte: 2'v'a «a fpr orr-aw unserer Sidrah „Abraham war alt aeworoen, in die Tage gekommen" (1. B. M., Cap. 24, V. 1), knüpfen unsere Weisen im Midrasch eine Fülle von Bemerkungen, welche das Alter verherrlichen und es als einen Theil des allseitigen Segens feiern, mit dem der Stammvater des jüdischen Volkes von Gott begnadet wurde. Ir sie lehren, daß Abraham von Gott nicht nur das Alter, sondern auch die äußeren Abzeichen des Alters, die Abnahme der Kräfte, und das Greisenhafte des Alters erbeten habe. Bis dahin habe man keinen Altersunterschied zwischen Vater und Sohn äußerlich wahrnehmen können, und erst auf Abrahams Bitte sei dies der Menschheit gewährt worden, damit wenn die körperlichen Kräfte abnehmen und die Schönheit der äußeren Gestalt zurück.ritt, das was die Ehre und eigentliche Auszeichnung des Menschen ist, in einer sofort in die Augen fallenden Weise zur Geltung komme. So habe Jizchak um körperliche Leiden gebeten, damit ihr Ertragen einen Theil der Schuld sühne, die stch an jedes Menschenleben haftet. Bis Jakob habe es keine Krankheit gegeben und er habe darum gebeten, damit jeder davon Betroffene vor seinem Hinscheiden sein Haus bestellen und seine Kinder ermahnen könne, mm m wai qtcx rrrirr njpT *6 Dmn# 19 (.srysoip^ tmtt)D^nn na van apv' ,pio’ j>an pror ,rupT Es tritt uns hier die wunderbare Eigenart unserer großen Weisen in ihrer ganzen Grütze, welche das, was alle Welt fürchtet und nicht ängstlich genug zu meiden sucht, Beschwerde des Alters, Leid uno Krankheit als etwas ErstrebenSwertheS, als ein Geschenk göttlicher Gnade begreifen lernt und so unsere ganze Welt- und Lebensanschauung von Grund au» umwandelt. Wir wollen mit unserer heutigen Betrachtung nur den lichten Spuren folgen, welche zu der Anschauung unserer Weisen über da» Alter führen. Diese Anschauung steht mit der zu allen Zeiten und bei allen Völkern landläufigen in vollem Widerspruch. Alt möchten wohl alle werden, aber nicht älter. Das heißt: alle möchten die süße Gewohnheit des Daseins, die sie Leben nennen, möglichst lange ausdehnen, aber ohne die unerläßlichen Beigaben, Unzuträglichkeilen und Beschwerden des Alters. Daß die Aufgabe der Jugend ein Erlernen der Kunst des Lebens sei, darüber ist fast Jedermann einig, und ebenso, daß die de» reiferen Alters in einer mehr oder weniger nützlichen Ausübung dieser Kunst, mit Einwirkung auf die umgebende Welt, bestehe. Aber was der Zweck der Altersperiode sei und ob dieselbe überhaupt noch einen selbstständigen Zweck besitze, darüber gehen die Ansichten weit auseinander. Die verbreitetste Anschauung ist wohl zunächst — eingestanden ober stillschweigend — seit jeher die