Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 40 (1899)
- Issue
- Heft 84 (23.10.1899)
- Date
- 1899-10-23
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2446951-2448953-2449030--49316-2499840- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
XE* Jahrgang. Beilage j« Jts 84 des „Israelit". Lettrtttg-nachrichten unv Eorresponde«ze«. Deutschland. 8. Berlin, 11. Oct. Das Louis Sachs'sche Ehepaar beging heute seine silberne Hochzeit. Die Liebe, Anerkennung und Werthschätzung, deren sich das Jubelpaar in weitesten Kreisen zu erfreuen hat, konnte an diesem Ehrentage so recht zum Ausdruck kommen. Aus der übergroßen Zahl von Deputationen, die Iheils mündlich, theils in Form von Adressen ihre Glückwünsche überbrachten, heben wir, ohne den Anspruch auf Vollständigkeit zu machen, nur folgende hervor: Die Vorstände des Krankenhauses unter Führung vor M o r i tz M a n h e i m e r, des Hospitals unter Führung von Hermann Landsberger, des Brüdervereins unter Führung von Kommerzienrath Friedländer, des Frauen-Hilfsvereins, des jüdischen Mädchenstists unter Führung von Direktor S t r e l i tz, des Genesungsheims Lehnitz unter Führung von Martin Simon, des Vereins für jüdische Krankenpflegerinnen unter Führung von Albert Philipp Meyer, Oberin und Schwestern des jüdischen Schwesternheims, des Vereins „Erster jüdischer Kinderhort", der Sanitätswache Mauerstraße, des Dorotheenstädtischen und des Hansaplatz- Bezirksvereins, eine Deputation der Beamten und des Dienst- und Wartepersonals des jüd. Krankenhauses. Vom Vorstand der jüdischen Gemeinde waren u. A. anwesend die Herren Justizrath Meyer, Julius Jacoby, von Mitgliedern der Repräsentanten-Versammlung die Herren Prof. Senator, Prof. Baginsky, Geh. Rath Blumenthal, Justizrath Apolant, von Stadtverordneten die Herren Cassel, Dr. Hermes, Jacoby, Liebermann, Sanitätsrath N e u m a n n, ferner die Herren Geheimrath Wolff, Prof. Martin Me ndelsohn, Maurermeister Adler, Rabb. Dr. Weiße, rc. Aus der großen Zahl der zum Theil in kostbaren Einbänden überreichten Adressen seien besonders erwähnt die des Vorstandes der jüd. Gemeinde und der Repräsentanten. Erstere bezeichnet den Ehrentag zugleich als einen Tag der Freude für alle, die dem Hochzeitspaare nahestehen. „Der Tag lenkt den Blick zurück auf das Leben, das Sie zum Wohle und Heile anderer gelebt, und der Wunsch für die Zukunft vereint sich mit bewundernder Anerkennung der Vergangenheit. Mit Stolz erfüllt es uns, Sie zu den Mitgliedern unserer Gemeinde zu zählen und in Ihnen erneut zu sehen die Tugenden der Altvorderen, denen selbstloses Wohlthun ein Lebensbedürfniß und Sorge für das Gemeinwohl eine Herzenspflicht war. Solch vorbildliches Thun gereicht unserer Gemeinde und dem israelitischen Namen zum Ruhme." Die Adresse der Repräsentanten, welche „nicht in Erfüllung äußerer Pflicht, sondern aus innerster Regung und freundschaftlicher Empfindung" ihre Glünwünsche übermitteln ließen, gedenkt in dankbarer und anerkennender Bewunderung dessen, was das Jubelpaar Edles und Segensreiches innerhalb der Berliner Gemeinde geschaffen, und hebt rühmend hervor den wirkungsreichen Antheil des von dem Geiste opferwilliger Menschenliebe erfüllten Ehepaars an allen Humanitären Bestrebungen und die wohlwollende und thatkrästige Hilfe, die das Paar, das so in der Schaffung fremden Wohles und Glückes ihres Daseins eigenes Glück gesunden, den Armen und Bedrängten alle Zeit geleistet, und endlich die unvergänglichen Verdienste, welche es sich um die zweckmäßige Einrichtung, Ausgestaltung und gedeiliche Entwickelung der Wohlfahrtsinstitute erworben. Die Repräsentanten hätten während der Jahre, da der Jubilar in ihren Reihen für das Wohl der Gemeinde thätig gewesen, insbesondere während der Zeit, da er durch das Vertrauen seiner Kollegen zum Vorsitzenden der Körperschaft erwählt, die Verhandlungen geleitet hätte, ihn nicht nur als einsichtsvollen, pflichtgetreuen Mitarbeiter schätzen, sondern ihn auck als Mensch hochachten gelernt. Die Adresse schließt mit dem Wunsche, daß es dem Jubilar an der Seite seiner treuen Gattin und verständnißvollen Mitarbeiterin noch viele Jahre vergönnt sein möge, mit der gleichen körperlichen Kraft und Rüstigkeit, mit derselben geistigen Frische und Regsamkeit in der bisherigen segensreichen Weife innerhalb der Gemeinde zu wirken, den Dürftigen und Leidenden zum Heile, ihm und seiner Gemahlin zum Ruhme, auf daß sich an Beiden das Wort des Spruchdichters (Proverb. 21,21), erfülle: „Wer sich der Wohlihätigkeit und Liebe befleißigt, findet Leben, Heil und Ehre!" Aus der Menge der kostbaren Geschenke erwähnen wir außer den V0 Blumenarrangements, die in prachtvoller Ausführung und aus seltenen Blumen zusammengesetzt allein einen großen Saal füllen, einen in Silber getriebenen Humpen des Brüdervereins, eine in der Königlichen Porzellanmanufaktur verfertigte Majolikafcaale, ein künstlerisch entworfeneallegorisches Diplom, eine goldgestickte Decke für den Tssch und Sitzungssaal des Krankenhauses, eine wohlgelungene große Kreioezeichnung des Jubelpaares für den Sitzungssaal des Schwesternheim» und ferner nicht weniger als drei