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Der Israelit · 1899-10-19 · Heft 83 (19.10.1899) · page 17

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Journal
Der Israelit
Volume
40 (1899)
Issue
Heft 83 (19.10.1899)
Date
1899-10-19
Page
– (sequence 17)
Language
German
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i9. ©ct. 1899] MMMiSö. 'MmlaZk LL Mr. M. WMWWWWWWMWWWMsM Aörthodoxe AuderuhumÄ -C-AA O S £ S i| mzw wm fes! ^jggJiH?EafSi> v-=^^ p o {* n a. Da noch die Welt in finstrer Nacht gehüllet, Ter Geist von trübem Wahn umfangen war, Ter Fremdenhaß, den die Vernunft nicht stillet, Der Fanatismus feine Brut gebar, Nicht Nächstenliebe das Gemüth erfüllet Und Klarheit nicht den Geist der Völkerschaar: Da ward auS wilden Hasses tiefstem Bronnen Der Lüge gräßlichste gen uns ersonnen. Doch als der Menschengeist sich durchgerungeu, Gesprengt die Fessel einer finstren Macht Und alS der Wahrheit Ruf durchs Land erklungen, Das freie, klare Denken war erwacht, Und die Erkenntniß, lief in s Volk gedrungen, In Herz und Geist der Wahrheit Flamm' entfacht: Da ward verdrängt das Heer der wilden Triebe Durch das Gefühl der reinen Menschenliebe. Doch in des nied'ren Volkes tiefsten Klassen, Stoch von der Wahrheit Strahlen unberührt, Die der Humanität bezaubernd Glück nicht fassen, Und deren Brust noch nied'ren Trieb gebiert, llnd deren Drang zu fluchen und zu hassen Des Volksverführers wilde Rede schürt — Da gähnt gespenstig noch an mancher Stelle Ein tiefer Abgrund in die Tageshelle. Allein der Scheiterhaufen, jenes Morden, Das noch des Mittelalters Spuren trägt, Der FanatiSmns wahnbethörter Horden, Tie lügnerisch' Gerücht gen uns erregt — Er ist nun längst ein Raub der Zeit geworden, Die Aufklärung hat sie dahingefegt. Auch über uns're schmachbewegten Zeiten Wird bald der Friede seinen Segen breiten. — Da an Jahrhunderts Wende plötzlich — wie beschämend! — Dringt laut ein Schmerzensschrei an unser Ohr! Die Freude fast an jedem Fortschritt zähmend. Zerrt er der Bilder häßlichstes hervor; Wie wieder Haß, gesundes Urtheil lähmend, Des Mittelalters Geist herausbeschwor — Die Lüge, die noch immer nicht zerstoben» Hat wieder ihr Gorgonenhaupt erhoben! Doch — Schmach! — heut stößt den Ruf -u wüster Hetze, Ter wieder auS dem düstren Osten gelt, Sticht mehr das niedwe Volk ans, jene Metze, Die aufgewiegelt sinnlos Urtheil fällt — Rein» Männer sind es, kundig der Gesetze» Vom Staat zur Uebung seines Rechts bestellt. Tie Wahnidee, die die Vernunft beleidigt, An heil'ger Stätte wurde sie vertheidigt. So drohet uns das Schwert der frechen Lüge, An dem das Blut der Ahnen klebt, noch heut', Dem Volk, in dessen Mitten stand die Wiege Ter Grundgesetze wahrer Sittlichkeit. Drum helfet all' der Menschlichkeit -um Siege, Kämpft treu für euer Recht zu aller Zeit, Bis einst erstrahlt der Wahrheit Sterngesunkel! Mehr Licht.' Mehr Licht!! ES herrscht noch tiefes Dunkel. A. Garr-ler

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