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Der Israelit · 1899-10-19 · Heft 83 (19.10.1899) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
40 (1899)
Issue
Heft 83 (19.10.1899)
Date
1899-10-19
Page
– (sequence 9)
Language
German
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D^WWWWWWMMWL', XI* Jahrgang. Erste Brilitgr;u J*s 83 des Israelit". Zeitttngsnachrichte« und Correfponvenzen Deutschland. Mainz, 18, Oct. Wir berichteten in unserer Montagsnummer über einen Prozeß, der von der hessischen Regierung gegen die „Frkft. Ztg." angestrengt worden war und in dem von den Beamten des hessischen Staates sensationelle Mittheilungen über ihre Grundsätze in Bezug auf die Anstellung der Juden als Richter gemacht wurden. Mitangeklagt in diesem Prozeß war auch ein Herr Malten, Redacteur der Mainzer „Neuesten Nachrichten" und wir möchten es uns nicht versagen, einen Passus aus der Vertheidigungsrede, die Herr Dr. L ö b—Mainz für den genannten Herrn hielt, hier wiederzugeben. Herr Dr. Lob sagte: „Ich bin hessischer Jude und es ist peinlich für mich, die Frage, die einen breiten Raum in der Verhandlung eingenommen, hier zu diskutiren. Das Urtheil der Strafkammer Darmstadt wird auch diese Frage, dasselbe mag lauten wie es will, unter keinen Umständen lösen. Die Lösung kann vielmehr nur erfolgen auf dem Boden des Gesetzes, der Verfassung und einer fortschreitenden Kulturentwicklung. Wenn von einem Mißtrauen gesprochen worden ist, das in den Bevölkerungsklaffen vorhanden sei, über das die Juden ßch täuschten, so muß ich erklären, daß wir sehr wohl wissen, daß dieses Mißtrauen vorhanden ist, aber wir finden dasselbe vor allen Dingen bei der Regierung an der höchsten Stelle, nicht an der allerhöchsten, nicht bei Se. Königl. Hoheit, wohl aber bei der Negierung." EII. Berlin, 17. Okt. (Repräsentanten- Versammlung der jüdischen Gemeinde- Sitzung vom 16. Oktober, 7 llhr Abends) Der Vorsitzende, Herr Louis Sachs, eröffnete die Sitzung mit einem warm empfundenen Nachruf für Herrn I. E. Jsaac. Während der Rede erhebt sich die Versammlung von ihren Sitzen. — Dem Vorsitzenden und seiner Gattin sind aus Anlaß ihrer silbernen Hochzeit von Seiten der Gemeindevertretung herzliche Glückwünsche überbracht worden. Für dieselben dankt er und spricht auch für die Zukunft das Gelöbniß treuer Pflichterfüllung aus. An die Stelle des Herrn Jsaac tritt Herr Wilhelm Goldschmidt in den Vorstand. Zur Wahl zweier Vorsteherstellvertreter wird eine besondere Kommission eir^esetzt. Bei Punkt 2, Resolution betr. den jüdischen Religionsunterricht, entsteht eine Differenz in der ■ Auffassung zwischen den Profefforen Lewin und Blaschke, welche jedoch eine friedliche Lösung findet. Es erfolgt die Wahl von Mitgliedern der gemischten Kommission zur Vorberathung der Frage betreffend Aenderung des Krankenhausstatuts. Subventionen werden bewilligt: Dem Religionsverein Oranienburger-Vorstadt 1 000 Mk., dem Religionsverein Ripdorf 150 Mk., dem jüdischen Kinderheim 300 Mk. Da in der geheimen Sitzung sehr viele wichtige Vorlagen zu erledigen sind, so werden die Rechnungsabschlüsse pro 1898/99 vertagt. Berlin, 15. Okt. Am 1. Oktober hielt der hiesige Mekor chajjim-Verein seine Generalversammlung ab. Der Verein verfolgt den Zweck, in regelmäßigen e'-iw hauptsächlich “pn und zron, dann auch und mim zu lernen. Mit Recht durfte der Vorsitzende hervorheben, daß der Erfolg gezeigt habe, wie groß das Bedürfniß nach einem solchen Verein gewesen sei; denn die amrp, in denen die Herren Dr. Biberfeld n und Dr. M. Hildesh e i m e r n ihre Kräfte als Vortragende in hingebender Weise zur Verfügung stellen, waren stets außerordentlich rege besucht, u. z. von Herren aller Berufskreise. Für die Mitgliedschaft ist die Zugehörigkeit zum gesetzestreuen Judenthum Bedingung. — Der Vorstand, bestehend aus den Herren Dr. weck. Preuß, H. Rosenbaum und W. Steinberg, wurde durch Zuruf wiedergewählt. S. Berlin, 15. Oct. Am Mittwoch, den 11. Oct., verstarb hier im 68. Lebensjahre nach nur kurzem Unwohlsein infolge von Herzlähmung der vereidigte Koursmakler an der hiesigen Fondsbörse, Herr Jsaac Ely Jsaac, durch deffen Heimgang die hiesige jüdische Gemeinde, zu deffen Vorstandsmitgliedern der Verstorbene in den letzten Jahren gehörte, in tiefe Trauer versetzt worden ist. Als Mitglied der Armenkommission trat er im Jahre 1875 zum ersten Male zur jüdischen Gemeinde in Beziehungen. Er war dann in den Jahren 1881— 1893 Vorsteher des Krankenhauses, 1884 Vorsteher der alten Synagoge, 1886 Vorsteher der Synagoge Kaiserstraße. Im Jahre 1886 wurde er in die Repräsentanten-Versammlung gewählt, der er bis zum Jahre 1893 angehörte. Im Jahre 1894 wurde er durch dus Vertrauen beider Parteien in den Gemeindevorstand berufen. In diesem Amte leitete er in den Jahren 1894—96 als Vorsitzender die Armenkommission und übernahm im Jahre 1896 die Verwaltung der Friedhofskommission, welche er bis zu seinem Tode führte. Auch in den Dienst des Spar- und Hilfsvereins der Beamten der hiesigen jüdischen Gemeinde hat der Verstorbene seine rege

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