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Der Israelit · 1899-10-05 · Heft 79 (5.10.1899) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
40 (1899)
Issue
Heft 79 (5.10.1899)
Date
1899-10-05
Page
– (sequence 12)
Language
German
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WWW 1656 ist wenigstens ein Jude Elias Salomon Abgeordneter, freilich wohnen in dieser Kolonie nur sehr wenig Juden. — Der katholische Erzbischof von Melbourne hat au» eigenem Antriebe einen jährlichen Beitrag für die jüdische Hilfsgesellschaft in Melbourne gezeichnet. Der hohe Kirchenfürst hat damit nur die vielen Unterstützungen erwiedert, die Juden oen katholischen Vereinen zu Theil werden lasten.? Lsnd-N. In der am 24. September abgehaltenen Sitzung des Kolonisationscomitgs der Chovevi Zion kam ein Bericht des Administrators Goldmann über die Kolonie Bnei Jehuda zur Sprache, der sehr günstig lautete und die Aushändigung der Kuschanes für das Land dieser Kolonie in nächster Zeit ankündigte. Goldmann hat einen Plan für die weitere Einrichtung der Ansiedelung entworfen und das ExecutivcomitL oer Chovevi Zion wird sich demnächst mit der Frage befaffen, wie das Geld für diesen Zweck beschafft werden soll. Auch der über die Kolonie Machnaim vorliegende Bericht lautete sehr günstig und stellt dieser galizischen Kolonie das günstigste Prognostikon. Aus Buluwayo sind für Machnaim 10 0 Mark und für die Schule Beth Sefer in Jaffa 21.0 Mark eingelaufen. Amerika.? Philadelphia. Die United Hebrew Charities unserer Stadt hielten am 10. September ihre dreizehnte Generalversammlung ab. Dem bei dieser Gelegenheit erstatteten Bericht entnehmen wir, daß ca. 120,000 M. im Berichtsjahre verausgabt worden sind, ca. 10,000 M. mehr als im Vorjahre. Die Einnahmen erreichten nur 108,060 M., so daß ca. 12,000 M. Defizit verbleiben. Fast zwei Drittel dieser Summe wurde für baare Unterstützung auSgegeben, der Rest für unentgeltliche ärztliche Hilfe, freie Medizin, Vertheilung von Kohlen rc., sowie ca. 10,000 M. für Beförderung von mittellosen Einwanderern. Die Leistungen der United Hebrew CharitieS begegnen allgemein ehrender Anerkennung, aber leider nicht genügender Geldunterstützung. Transvaal.? Johannesburg Bei dem Kriege, der sich voraussichtlich bald hier entfpinnen wird, ist es von Wichtigkeit festzustellen, in wieweit die Ausländer, die in Transvaal leben, genöthigt sind, für den Staat der Buren gegen England zu kämpfen. Zwar hat der General Joubert, der Oberstkommandirende der Buren, eine Proklamation erlaffen, in der er ankündigt, daß die Ausländer nicht zu den Waffen gerufen werden würden, allein diese Proklamation widerspricht dem Grundgesetz von Transvaal, wonach im Fall eine» Kriege» jeder in der Republik wohnende Mäße verpflichtet ist, in das Heer derselben einzutreten mit Ausnahme der Engländer und Deutschen. Danach sind alle russischen Juden, die hier wohnen,! zwischen 16—60 Jahren dienstpflichtig und da viele ehemalige Soldaten unter ihnen sind, so bilden sie keine unerhebliche Verstärkung der Buren. Die Sympathien der hiesigen jüdischen Bevölkerung sind übrigens getheilt, die große Zeitung „Standard and Diggers News", die in jüdischem Besitz ist, und mit ihr die meisten russischen, rumänischen, holländischen rc. Juden sympathisiren mit den Buren, die englischen Juden dagegen natürlich mit England und die geschickte Taktik der Zeitungen der englischen Partei, welche den seit Jahren gezeigten Antisemitismus in den letzten Monaten sorgsam verbergen, im Zusammenhang mit dem ungeschickten Benehmen der BurS gegen Juden und Katholiken hat den Engländern auch unter den nicht englischen Juden viele Sympathien gewonnen. In Prätoria ist von der Regierung ein Bußtag für die Buren eingesetzt worden und die jüdische Gemeinde ist diesem Beispiele gefolgt. Samstag. 26. August wurde als Bußtag gefeiert und Rev. Jaffe schilderte in seiner Predigt die Schrecknisse des Krieges recht eindringlich. Gebete um Erhaltung de» Friedens schloffen sich dem gewöhnlichen Sabbatgottesdienst an. — Es ist sehr bemerkenswerth, daß, obwohl die Juden unter der allgemeinen wirthfchaftlichen Depression in Transvaal sehr leiden, kein Jude die öffentlichen Unterstützungskaffen in Anspruch genommen hat. Freilich sind die jüdischen Vereine und Hilfskaffen auf das äußerste angespannt worden. — In Capstadt besteht seit einiger Zeit eine jüdische Volksschule, die von der Regierung kräftig unterstützt wird. Zu ihrem Etat von rund 25,000 M. leistet dieselbe einen Zuschuß von 6100 M. Setzte Nachrichten. Prag, 4. Okt. Die von Hilsner als Mitschuldige am Polnaer Morde bezeichnete Josua Ecbmann und Salomon Wassermann wurden vom Kuttenberger Krelsgerichte entlassen, da Beide den Alibibeweis erbrachten. Hilsner hat, wie mitgetheilt, inzwischen erklärt, daß er die erhobene Beschuldigung zurücknehme. Hilsner wollte damit nur die Hinrichtung hinausschieben. Berichtigung In dem Artikel TN’ “pm nn& muß es erste Seite, zweite Spalte, dritte Zeile von unten, heißen: „So ist ihm auch der erste Thoravers eine Bibel im Kleinen", Ferner ist der Absatz Seite 1707, erste Spalte: „Fügen wir" u. f. w., irrigerweise hinter den SchlußpassuS: „Zum Schluß gestatte der freundliche Leser", gerathen. Briefkasten der Redaktion. ». in <8.: Adar scheut. Briefkasten der Expedition. S. 9f. in $■: Betrag empfangen.

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