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Der Israelit · 1899-12-04 · Heft 96 (4.12.1899) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
40 (1899)
Issue
Heft 96 (4.12.1899)
Date
1899-12-04
Page
– (sequence 12)
Language
German
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2004 Lehranstalt mit besonderer Befriedigung constatiren. — ES dürste wohl von Interesse sein, Näheres über die erwähnte, einzigartige Commerzschule zu erfahren, und Ihr Correspondent ist nun in der Lage, über dieselbe nach ihm von competenter Stelle zugegangenen Informationen zu berichten. Die Commerzschule wurde von ihrem Direktor, Privatdocent Dr. mathem. CH. I. Hochmann, anläßlich der neueingeführten Beschränkung in der Aufnahme in die allgemeinen Lehranstalten — im Jahre 1888 — gegründet, die staatlichen Rechte wurden derselben jedoch erst im Jahre 1698 zuerkannt. Den Beweggrund, der Dr. Hochmann gerade eine Commerzschule wählen ließ, glaube ich in der seit der Procenteinschränkung des Jahres 1888 in vielen russisch-jüdischen Kreisen herrschenden Meinung zu finden, daß für die russisch-jüdische Jugend nunmehr die praktische Bildung weitaus nützlicher als die clafstsche sei, denn es ist eben dieselbe Procenteinschränkung, welche Hunderten jüdischer Gymnasial- Abiturienten alljährlich den Eintritt in die Universität verweigert und dieselben somit mit ihrer „classischen Bildung" ins „nüchterne Alltagsleben" einzutreten nöthigt. — Nachstehend möge nun Einiges aus dem mir vorliegenden Schul-Ustaw wiedergegeben werden, welcher am 5. Juli 1898 vom Herrn Finanzminister bestätigt und in den beim Dirigirenden Senat erscheinenden Gesetzessammlungen der Staatsregierung für das Jahr 1898 (Nr. 149, Art. 1995) veröffentlicht worden ist. In die Schule werden Kinder aller Stände nichtchristlicher Confession ausgenommen. Nach bestandener Prüfung können Schüler auch im Lause deS ganzen Jahres ausgenommen werden. Die Schüler tragen diejenige Uniform, die Allerhöchst für die Commerzschulen des Finanzministeriums bestätigt wurde. Die Absolventen der Schule genießen hinsichtlich der Wehrpflicht dieselben Rechte, die den Absolventen der Realschulen zustehen (d. h. die Privilegien 1. Ordnung). Juden werden in die Schule ohne jegliche Beschränkung ausgenommen; am Samstag und den jüdischen Feiertagen find die Schüler und Pensionaire (des Schul-PensionateS) vom Unterrichte befreit. Da« Schulgeld ist von 90 (erste Vorbereitungsklaffe) bis 250 Rbl. 6. und 7. Klaffe) festgesetzt. An der Schute ist auch ein Pensionat vorhanden. Der jährliche Preis beträgt für ein Schüler 500 Rbl. Die Pensionaire erhalten Lehrbücher rc. gratis. UeberdieS ist für je einige Schüler ein und derselben Klaffe ein Repetitor vorhanden, der auch über die Vorbereitung der Aufgaben seitens der Schüler wacht. Der Aufenthalt im Schul-Penfionat ist jedoch für die auswärtigen Schüler gerade nicht obligatorisch. Die Schülerzahl steigt mit jedem Schuljahre, besonderaber feit der Verleihung der staatlichen Rechte. So find Schüler aus den Gouvernements Beffarabien, Cherffon, Jekaterinoslaw, Kiew, Lithauen, Minsk, Podolien, Taurien, Wolhynien, der Stadt Lodz, dem Kawkas, und dem Gebiete der Donischen Kosaken herbeigeströmt, um, der steten Sorge des einschränkendenProcentsatzes^wegenvollständig enthoben, dennoch eine staatliche, mittlere Lehranstalt besuchen zu können. Bemerkenswerth ist, daß in der fachmännischen Commerzschule auch den special-jüdischen Unterrichtsfächern Rechnung getragen wird. Briefkasten der Expedition. Herr Max Stern, welcher auf Inserat 7399 Offerte einreichte, wird gebeten, seinen Wohnort und seine genaue Adresse anzugeben. Für den folgenden Theil ist die Redactton nicht verantwortlich. Eingesandt. Auf die in Nr. 93 JhreS geschähen Blattes enthaltene Erwiderung erklären wir, daß es unsere Absicht nicht war, uns mit den als Vorstand sich bezeichnenden Herren in einen Zeitungsstreit einzulassen. Jedermann kann sich sselbst ein Bild von unseren Gemeindcverhältnissen machen, der die betreffenden Persönlichkeiten genauer kennt. ES war und ist uns nur darum zu thun den Betheiligten die nöthtgen Aufklärungen über unsere Schulverhältniffe zu geben. Wir halten unsere Behauptungen bezüglich der steuerzahlenden Mitglieder aufrecht, ebenso auch das vorgetragene Zahlenmaterial bezüglich der Schulkinder. Wir erklären wiberholt, daß zwei Kinder bis Ostern nicht mehr schulpflichtig sein werden, und daß der Zuwachs einschließlich des von dem Vorsteher in die Schule zu bringenden ZögUngS, höchstens zwei erreichen kann. Damit auch daS Zukunftsbild dieser sich noch Schule nennenden Anstalt klar wird, bemerken wir noch, daß für die nächsten sechs Jahre der Gesammtzuwachs bei Einberufung aller Linien und Reserven höchtens acht an der Zahl sein wird. Was unseren Charakter betrifft, so dürfen wir zuversichtlich in die Oeffentlichkeit treten. Herr Lehrer Levenwird über unsere Charaktereigenschaften Auskunft wohl nicht geben können. Wir standen und stehen ihm vollständig fern. Auffallen muß jedem Unbefangenen, daß dagegen das Verhältntß zwischen dem Vorsteher und dem Herrn Lehrer eine jähe Wandlung erfahren. hat. Hiermit für heute genug. Für Wahrheit und Recht werden auch weiter die Oeffentlichkeit nicht scheuen. [7978 Mehrere Gemeinde-Mitglieder. Frankfurt a. M. Schillerstr. 41. neben Caftf Bauer -Jf-JHf Sensal: Für Immobilien-Hypotheken und Finanzirungen. [6857

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