Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 40 (1899)
- Issue
- Heft 96 (4.12.1899)
- Date
- 1899-12-04
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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-Tfitj Ei« Gentrak-Hrgan für dasortstsdyTe' Juden LH um Begründet von Dr, fe^rntn« in tttnins Montag, de« 4. Dezember 5660 (1899)« Leitender Artikel. Vater und Sohn. (Zu BW v.) Mainz, 3. Dez. Die Erzählung von Joseph und seinen Schicksalen, die in diesen Wochen aus dem Gotteswort uns vorgeführt wird, bleibt trotz ihres Alters ewig neu und so oft wir uns auch in ihre Einzelheiten vertiefet!, immer bietet sie frische Reize und neue Wahrheiten. Dieses unerschöpfliche Interesse, das die Erzählungen der Thora characterisiert, wird kein noch so vollkommener menschlicher Erzähler seinen Darstellungen zu sichern verstehen. Wären wir verlegen nach Beweisen für die Göttlichkeit der Thora, so genügt diese Eigenthümlichkeit, um das Gepräge des göttlichen Ursprungs auch an den historischen Partien der Thora zu erkennen. Das ist nach der Erklärung Rabbi Moscheh Sofers der Sinn des dunklen Ausspruches. iirw rnai mcxi Sip nn nw n^oa nrnS nSnp pp’3 .ncx nm „Kohelet (Salomo) wollte wie Moscheh sein, da erscholl eine Stimme, welche sagte: auch der einfache Schrifttext besteht aus Worten der Wahrheit." (Talmud Rosch Haschono fol. 21. b.) Die Darstellungen der Thora zeichnen sich durch die Eigenart aus, daß der einfache Wortsinn ihrer Erzählungen noch von einem tieferen, geheimnißvollen, weil nicht an der Oberfläche liegenden Sinn begleitet ist. Diese Methode wollte Salomo auch für die Darstellung seiner tiefen Gedanken wählen. Er wollte sie in Erzählungen kleiden und mit diesen Erzählungen seine Ideen verbinden und sie so Jedermann leichter zugänglich machen. Die Erzählungen wären die äußere Form, das Erdichtete gewesen, unter deren Hülle dann die Wahrheit geborgen sein sollte, ganz sowie die Erzählungen der Thora außer ihrem einfachen Wortsinn auch eine Fülle tiefer Wahrheiten bergen. Da wurde ihm der Hinweis, daß es selbst dem Weisesten der Weisen unmöglich sei, dieses Vorbild der Lehre Moschehs zu erreichen. Denn bei den letzteren ist auch die Einkleidung, der einfache Wortstnn Wahrheit und nur diese Wahrheit auch der äußeren Asvmp-verleiht der Verwebung dernzahlreichenGedankenund Anregungen ihren unvergleichlichen Reiz und ihre anspornende Kraft. Aber diese Ideen verlieren viel von ihrem Interesse, wenn wir wissen, daß ihre sie darstellenden Personen und Handlungen nur in der Phantasie des Darstellers, nicht aber in der Wirklichkeit existieren. Das vermag nur Gottes Wort, dessen sittigende Kraft und dessen unverwelkliche Frische, daher von keiner menschlichen Darstellung erreicht werden kann. Nach dieser Voraussetzung begreift sich auch die Bedeutsamkeit scheinbar ganz untergeordneter nebensächlicher Momente, welche in die Erzählungen der Thora ausgenommen sind. Abgesehen davon, daß sie der historischen Treue entsprechen, enthält gerade ihre Betonung eine Fülle anregender Wahrheiten. Wir wollen heute einen solchen ganz nebensächlichen Zug in der Darstellung de» nach langjähriger Trennung erfolgten Wieder ftnoen» von Jakob und Joseph zur Betrachtung herausgreifen. Unser Wochenabschnitt berichtet die Art und Weise, wie die hetmkehrenden Brüder die Auffindung Josephs erzählen und wie der Vater diese Nachricht entqegennahm, mit folgenden Worten: Cisco px S22 Sv»« xn >2) ti rp? -ny icxS iS hui ipx Bjcp mi Sa nx r»Sx nm cnS pexn xS '2 w aen nn uw nxtrS sjdv nSt? *ifc\x mSsyn nx xiu orr*Sx im