Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 40 (1899)
- Issue
- Heft 74-75 (18.9.1899)
- Date
- 1899-09-18
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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JUL. Jahrgang. M 74 & 7« ■!* G Ein Aentrat-Hrgan für das orthodore Iudenthum. Begründet von Dr. in Montag, de« 18. Septemver 5660 (1899), Unsere nächste Nummer, eine Doppelnummer, erscheint Donnerstag, 28. Septemver. Jnseratenannahme dis zum Tage der Ausgabe, Vormittags 8 Uhr._ WWMWk^* Da mit dem 1. October 1899 ein neues Quartal beginnt, so erlauben wir uns, die geehrten Abonnenten darauf aufnierksam zu machen, daß namentlich bei der Post das Abonnement frühzeitig erneuert werden muß, damit die Versendung keine Unterbrechung erleide. In der Postzeitungsliste pro 1699 eingetragen unter Nr. 3784. Neu eintretende Abonnenten (Postabonnenten gegen Vorlage der Postquittung) erhalten das Blatt bis Ende dieses Monats gratis. ______ Leitender Artikel. Dir Asoda ln Iti KrlrWM der FWmßks. Von Rabb. Dr. Max Beermaun—Insterburg. Seit alter Zeit ist es eine LieblingSaufgabe der Agada, am nwo die dw -i symbolisch auszudeuten. Neben der schlichten Erklärung — die in der Schwingung des Feststraußes eine Huldigung Gottes für den reichen Erntesegen erblickt, vereint mit der Bitte um fernere Gewährung von Thau und Regen n'iirw na -im So — findet sich die tiefe Beziehung aus die sittliche Ernte/^ die auf der Flur des Versöhnungstages erwachset ist. Hier ist es das Siegeszeichen des glücklich« Volkes, das sich die Vergebung seiner Sünden in ernster Buße erkämpft hat. S«io"tp nva K’roaw pj’K Sn-isph pjnv ox pnn fmSiSi rr'aprt ’jcSo s'xL? Noch mannigfaltiger ist die Ausbeutung, welche die vier Arten im einzelnen erfahren haben. So sieht in ihnen der Agadist einen Hinweis auf die beseeligende Kraft des jüdischen GottesbewußtseinS nr vn pp ns 'di mpn; ein anderer findet feinsinnige Zusammenhänge mit den Ahnen Israels btox .m *nn pp nc *«i. Auch das jüdische Volk mit seinen Vorzügen und Schwächen hat nach der phantastevollen Agada sein Sinnbild im Feststrauß cm an« i3i bw min. — Einen Hinweis auf das jüdische Volksgemüth und seine ureigenste Schöpfung — Agada — suchen wkrin der reichen Menge der Deutungsversuche vergebens. Nirgends wird der Festftrauß mit der Agada verglichen. Das lag an der sich selbst vergeffenden Bescheidenheit der Agadalehrer. ^ür uns freilich, die wir gewohnt sind, von einem blüthenreichen Garten der Dichtkunst zu reden, ist ein solcher Vergleich naheliegend. In der That wird eine nähere Betrachtung gar manchen feinen und sinnigen Zug der agadischen Volksliteratur sinnbildlich in den Bestandtheilen des Hüttenfestgewiudes dargestellt fingestellt finden. Statt des üblichen Themas, am mra den Feststrauß mit der Agada zu beleuchten, soll also hier das Umgekehrte gewagt werden, die Agada durch den Festftrauß zu charakterisiren. DerMyrthe gleich zeichnet sich die Agada durch Lieblichkeit und Anmuth aus; nicht jene oberflächliche, nur in der glänzenden und glatten Form sich bewährende Schönheit ist ihr eigen, sondern man kann ihr nachrühmen, was die Talmudlehrer preisend von der Mycthe hervorhebeniwi mo apov?, daß „ihre Frucht und ihr Holz einen gleich lieblichen Duft verbreiten." Hier wird ein gemüthvoller Gedanke in zu Herzen gehender Sprache mitgetheilt. Als Moses geboren ward, erfüllte sich die armselige Hütte am User des Nils mit Licht!" Welche Welt voll Anmuth und Innigkeit in diesem schlichten Worte! Unzählige Agadastellen könnten neben diesem Worte hier als Belege angeführt werden. Ist der Zweige der Myrthe „von