Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 40 (1899)
- Issue
- Heft 71 (8.9.1899)
- Date
- 1899-09-08
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
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XL.. Jahrgang. Zweite Beilage M 71 des Israelit". Feuilleton. ssilpmi als Ziel silSiW 5-''-'"7".*) Non mm Heß IL Kaum hatten die Engländer 1878 die Insel in Besitz genommen, als eine stürmische Einwanderung aus dem garlzen Orient begann, der aber die Engländer durch einige Verbote, darunter auch das des Landverkaufes an Nichtengländer, ein schnelles Ende bereiteten. Die Idee, als könne man in der neuen Kolonie goldene Berge erwerben, erwies sich rasch als eine Täuschung, und die Abenteurer, die noch eben das Eiland ausgesucht hatten, wandten sich anderen, lohnenderen Feldern ihrer Thätigkeit zu. Dafür bemühte sich die englische Regierung, resp. ihr Vertreter in Cypern, der High commissionar, europäische Kolonisten, besonders Weinbauern, in das Land zu ziehen, allein jedesmal schlugen die Versuche, solche Elemente zu gewinnen, fehl. Zuerst unterhandelte man mit der lllianihro <16 oommoi-eo in Bordeaux, dann mit deutschen Persönlichkeiten der Rheingegend, die englische Verwaltung stellte die günstigsten Bedingungen, dennoch ging Niemand darauf ein. Diese Bedingilngen waren Staatsunterstützung beim Ankauf des Bodens, Steuerfreiheit in den ersten Jahren, kleine Abzahlungen x. Nachdem diese Versuche und Unterhandlungen zu nichts geführt hatten, schritt man zu einem anderen Experiment. Man rief eine Kolonie von Maltesern in's Land, siedelte dieselbe, unter den besten Bedingungen an und mußte nacy kurzer Zeit einen weiteren Fehlschlag konstatircn. Auch in diesem Falle hatte die englische Regierung Staatsunterstützung zum Landkauf gegeben. Jetzt kommen wir zil einem Versuch, Juden als Bauern auf Cypern ansässig zu machen. 1883 erschienen eine große Anzahl jüdischer Familien, Ruffen, die nach London ausgewandert waren, unter Leitung eines Beamten des Syrian Colonisation Found auf der Insel, um dort eine Ackerbaukolonie zu gründen. Mit Hilfe der Negierung wurde ein sehr gut gelegenes, fruchtbares Terrain in Orides am Ostende des Districts von Papho gekauft und die Leute sollten anfangen zu arbeiten. Ein Agent des Fund war *) Siehe Nummer 61 des „Israelit". als Aufseher beigegeben, aber weder der Aufseher, noch die Leute, verstanden etwas von der Landwirthschaft. Dazu kamen religiöse Streitigkeiten, denn der Leiter des ganzen Unternehmens war Christ und nicht sehr tolerant, sodaß es vielen Verdruß gab und die Kolonisten zu Peßach 1884 sogar in Jerusalem um Mazzes schnorrten. Nach einigen Monaten verließen sie das Grundstück, weil ihnen die Arbeit nicht gefiel und kamen nach Ktima der Distriktshauptstadt, wo sie wiederum eine Zeit lang von Unterstützungen aus England lebten und sich dann nach und nach verliefen. Auf der Kolonie arbeiteten noch einige einheimische Arbeiter, ein großes steinernes Haus wurde dort errichtet, sowie einige Holzhütten. Vier Familien blieben noch in Ktima, die Männer gingen hinaus in die Kolonie, während die Familien in der Hauptstadt blieben. Man pflanzte eine Anzahl Bäume und säete Weizen und Gerste, aber von einer wirklichen Ansiedelung konnte keine Rede sein, da die Leute nicht in dem Dorfe wohnten. 1885 kamen dann wieder 27 rumänische Familien nach Klima und kauften sich 400 Dunam Landes, allein sie arbeiteten sehr wenig und verließen sehr bald wieder die Insel. So scheiterte dieser Versuch nach kurzer Zeit völlig. 1891 kamen abermals rumänische Juden nach der Insel, kauften ein großes Stück Land und machten eine Anzahlung darauf. Aber sie ließen dann doch ihr Geld verfallen und aus der Ansiedelung wurde nichts. 1896/97 kamen eine erhebliche Anzahl flüchtender Armenier in das Land und die Regierung versuchte sie zu kolonisiren, aber von den 1000 verließen die Meisten das Land bald wieder, so daß nur etwa 150 Wittwen und Waisen auf der Insel zurückblieben, und in einem von der englischen Privatwohlthätigkeit eingerichteten Asyl in Baracken Aufnahme fanden. Ende 1897 begann ein neues Unternehmen. In London existierte ein Verein Ahawath Zion, der seine Mitglieder in Palästina kolonisiren wollte. Allein die Schwierigkeiten waren gerade damals in Palästina sehr groß, man änderte die Ziele des Vereins und kaufte in Cypern die Farm Margo Schifbik bei Nikosia an. Mr. Walter Cohen gewann die Jews Colonisation Association für diese Idee, er ging nach Cypern, um die Angelegenheit zu ordnen und als er dies erledigt hatte, kehrte er nach London zurück, die Kolonisten auszuwählen. Er nahm 15 Familien mit 70 Seelen, und September 1898 ging man nach Cypern. Inzwischen hatte ein Schüler von Mikweh Israel, von der Ackerbauschule in Jaffa, die Farm provisorisch