Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 40 (1899)
- Issue
- Heft 68 (28.8.1899)
- Date
- 1899-08-28
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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JKr«8. XL. Jahrgang.' Ein AenLral-Hrgan für das orthodore Iudenthum. Begründer k»r 3P»r 13tt*ini monta$, §tu 28. August 5659 (1899). Für Glitte Mrrvkt abonnlrt man bei allen Postanftalten für den Monat KG September KG auf den Dieser Preis tritt aber nur ein bei Abonnements, welche rechtzeitig am Vost-.fleitunasscbalter des Wobnsitzes des Bestellers oder bei dem betreffenden Landbriefträger aufgegeben werden. Ausland entsprechend höher. Mt Erpeditjon -es „Israeli!". Leitender Artikel. .nb 7« ann - kti frs „Denkmal ist's — Forscher fehlt ihm nur." Ierem. 30, 17. Die Tage des dritten Basler Congreffes ftno dahin, es ist an uns Bilanz zu machen, uns zu fragen, was haben wir aus diesen Verhandlungelt gelernt. Wir wollen dies ehrlich thun, ohne vorgefaßte Meinung und Voreingenommenheit. Hat er seine Daseinsberechtigung gezeigt, sind wir logisch verpflichtet diesen Strömungen uns in die Arme zu werfen — dann werden wir es. Wir wollen das Resurne zieherr — als Juden. Als Juden müssen wir Zionillen sein, sagte Nordau, und wir ünd's. Unsere Vergangenheit fesselt uns mit tausenden Fäden an das hehre Wort — und nicht unser, sondern der Gesammtmenschheit goldenes Zeitalter soll unter dieser Flagge herannahen. Wenn man man die Zions flagge hißt, dann sollen die Völker binauswallen auf das heilige Gebirg und in den Jubelton Israels einstimmen: „Kommt! Wir wollen die Wege Gottes wandeln." „Zion" ist der jüd. Brust der grüne Strand, dem unser Leidensschiff durch 18 Jahrhunderte zusteuert; „Zion", der Inbegriff der höchsten sozialen Seligkeit, die große Synthesis in der sich die geschichtlichen Gegensätze der Menschheit auflösen. Wenn der trauernde Prophet dies Wort ausspricht, so fühlt er sich über das Ungemach der Jahrhunderte, das seinem Volke er zu verkünden erkoren, hinweggetragen zu den Lichthöhen der Vervollkommnung in Gott, in seiner Thora. Wenn Juda Halewi Zion besingt, ringt seine große Seele auf den Fittigen des Liedes nach jener Zeit, wo Zion wieder die Stadt des Gottesrechtes der Thorakenntniß sein wird. Er schreibt den „Kusari", ehe er auf Zions heiligem Boden wonnig stirbt. Zion ist ihm die Abkürzung für das große Arsenal von Gedanken, die Juda's Söhne und Töchter im Leben verwirklichen sollen. Zu keiner Zeit haben wir an der Verwirklichung gezweifelt. Wie hätten un^ete Väter und Mütter freudig daS Martyrium ablegen können, wenn sich ihrer Seele auch nur der Schatten des Zweifels in die Verwirklichung des Zionrioeals genahet hätte. Als zitternde Greise und lebensfrohe Jünglinge die Todesqualen mit heiligem Stolz ertrugen, war es da nicht die feste Ueberzeugung vom einstigen Sieg, die den Greis mit Jugendkcaft und den Jüngling mit Mannesftolz erfüllt hat? Aber Zion ist nur ein Wort für die große Kette der Weltauffassung; das letzte Glied im Kampf der Verwirklichung. Das erste heißt „Nizchios liatora“, die ewige, unabänderliche Verbindlichkeit der Thora. Der Glaube an ihre göttliche Giltigkeit für uns ist nicht nur das zeitlich Erste in der Entwicklung zum Zionsgedanken, sondern das logische P ri u s. Wir haben nicht blos darum zuerst die Thora und dann das Land bekommen, um im Lande schon die Norm zu haben; die Gesetzgebung der Thora ist ein gött-