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Der Israelit · 1899-08-24 · Heft 67 (24.8.1899) · p. [Seite]

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Journal
Der Israelit
Volume
40 (1899)
Issue
Heft 67 (24.8.1899)
Date
1899-08-24
Page
[Seite] (sequence 17)
Language
German
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WWW8MW Zweite Beilage pt M 67 ües ^Israelit". Zeitungsnachrichten und Eorrefpondenze«. Deutschland. -ä-München,22.Aug. (Antisemitische «ufante terribles.) Wenn Mephistopheles von „meiner Muhme, der Schlange" spricht und an anderer Stelle als „Herr der Raiten und der Mäuse, der Fliegen, Frösche und der Läuse" einer Ratte ruft, sie durch seine Formel beschwört und herbeicitirt, um die Schwelle zu benagen, so bemerken hierzu erläuternd die Commentatoren: „Alles Ungeziefer, alle dem widerwärtigen Thiere, sowie überhaupt alles Häßliche und VerabscheuungSwürdige ist dem Teufel befreundet."*) Ebenso verhält es sich mit gewissen antisemitischen Preßbanditen. Alles, was dem gesunden Menschenverstand zuwiderläuft, was gegen die Gesetze der Menschenwürde verstößt und den Geboten der Humanität und Nächstenliebe ins Gesicht schlägt, das wird bei ihnen zur ruhmvollen, glorreichen Thal. Deshalb ist natürlich in der Dreyfus-Affaire ihr Platz nirgends anders als auf Seite der Betrüger und /älscher, da ja Ehrabschneiden, Verläumden, Lügen und Fälschen für sie das Leben-element ist, sowie für den Fisch das Wasser. Sehr richtig äußert sich über dieses jämmerliche Gelichter der hiesige Correspondent der „Frankfurter Zeitung": „Wir haben in Bayern nur ein paar Blättchen, die Stellung gegen Dreyfus nehmen, und zwar weil er ein Jude ist. Keine der erschreckenden Schandthaten, die in Frankreich gegen ihn verübt worden sind, existirt für sie. Nicht einmal Angeklagter ist ihnen Dreyfus jetzt. Sie sprechen von ihm nur mit der Bezeichnung „Lump". Der Mann muß der Schuldige bleiben, ganz gleich, wie die Dinge sich entfaltet haben und die Verhandlung sich entwickelt. Eine solche Haltung ist eine Verirrung. Wenn ein Winkelblatt, besten Scheerenredakteur nichts weiß und nichts liest und sich so stellt, so ist das begreiflich. Wenn aber ein Blatt, besten Herausgeber ein journalistisches Renommee zu riskiren hat, in fo unglaublich gehässiger Weise eine so wichtige Affaire behandelt, dann ist das wirklich traurig. Dem in Angst aufschreienden verfolgten Thiere wendet sich das Mitgefühl, das Mitleid zu. Und erst dem in Angst ausschreienden verfolgten Menschen. Mag ihn Jemand für schuldig halten, mag ihn Jemand sür unschuldig halten, als verurtheilt darf man ihn nicht behandeln, *) Daß Göthe den Teufel öfters Herr der Fliegen, Fliegengott nennt, hat seine Begründung darin, daß der von den Philistern zu Ekron verehrte Gott Baal (Baal- Lewuf, Belzebub, d. i. Herr der Fliegen) später bei den Judenchristen als oberster der bösen Geister galt. Red. d. JSr. so lange er sich noch zu vertheidigen hat. Das Gegentheil zu thun, steht gerade einem Publicisten schlecht an, der das Jndividium zu schützen hat, um der Allgemeinheit zu dienen. Und wahrlich, das verbrecherische, an die Scheiterhaufenzeiten, an die Zeiten der Hexenprozeste gemahnende so niedrige Milieu der in Rede stehenden Pariser Offizierskreise sollte von einem Publicisten nicht beschützt werden, der Besseres thun könnte, als die Fäulniß, die sich in Frankreich offenkundig gewacht hat, für Glanz, Intelligenz und Kcast zu halten." — Rees a. Rh., 18. Aug. Wir erhalten folgende Zuschrift: Zu meinem Erstaunen sehe ich aus Nr. 65 des ..Israelit' unter „Jüd. Allerlei", daß auch Sie für die Weiterverbreitung der irrigen Behauptung des Herrn M- Andorn in Nr. 32 der „Allg. Z. d. I." gesorgt haben. Schon am 13. d. M. sandte ich folgende Berichtigung an die Redaktion genannten Blattes, die aber in der heutigen Nr. leider noch keine Aufnahme gefunden hat. Damit der Jrrthum sich nun nicht noch weiter verbreite, bitte ich ergebenst um Aufnahme des Folgenden in Nr. 67 Ihres geschätzten Blattes: „Daß das Welljahr niemals vor dem 5. September oder nach dem 5. Oktober beginnt, ist entschieden falsch. In den Jahren 1595, 1614, 1690, 1728 und 1766 begann dasselbe schon am 4. und im Jahre 1652 schon am 3. September. Im Jahre 2214 wird eS erst am 6. Oktober beginnen. Die Grenzen für das Weltjahr sind daher der 3. September und 6. Oktober nach gregorianischem Kalender. Nach julianischem Kalender ist der 23. August das früheste und der 27. September das späteste Datum für den Beginn des Weltjahres. Das Zusammentreffen desselben mit dem frühesten Datum hat jedoch bis heute noch nicht stattgefunden und wird sich zunächst in den Jahren 2013, 2089, 2106, 2146, 2184 und 2222 ereignen. Dagegen fand ein Zusammentreffen mit dem spätesten Datum statt in den Jahren 409, 428, 447 und 675. Man wird hierbei die Wahrnehmung machen, daß zwischen allen hier angeführten Jahren beider Kalender ein Zeitraum von 19 oder dem Vielfachen von 19 Jahren liegt." (Vgl. in Betreff der Angaben bis 2000 meinen „1000jährigen Umrechnungs-Kalender" und M. Simon und L. Cohen, „der neue Maphteach.") Hochachtungsvoll! L. Cohen, Lehrer. Ahlem (Hannover), 20. Aug. Immer mehr kommt man in den leitenden Kreisen zur Erkenntnis, daß, um einen Theil unserer Glaubensgenossen zum Handwerk und zur Bodenkultur überzuführen und sie auf diesen Gebieten leistungsfähig zu machen, es

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