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Der Israelit · 1899-08-17 · Heft 65 (17.8.1899) · p. [Seite]

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Journal
Der Israelit
Volume
40 (1899)
Issue
Heft 65 (17.8.1899)
Date
1899-08-17
Page
[Seite] (sequence 30)
Language
German
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1898 Stimmungsbilder vom (Longreß. Von Lttdovicus. Als ich mich -um Eongreß richtete, da tvar ich sine ira ef Studio. T>te t>o^mati\d)en $ioniiten lassen es kaum gelten wenn man sie > her den Grundchat akter deS Zionismus be tragt Uns ader uns ich glaube jedem senkenden Menschen, jedem praktischen Juden wir.' cS nur aus dieses ankommeu. Ist bet Zionismus in seinen (Grundlagen fest, sind seine vrinziviellen Ausgangspunkte leoenstäbig dann müssen wir Zionisten weiden. Dieser Schluß ist wahr uns deutlich. Uno so gingen wir zum ul. Basler (Kongreß mit dem guten Willen, dort Zionisten zu werden. Es erging uns an den ersten zwei Lagen des Kongresses wie dem Jüngling im Romane Zola s. der da recht gern glauben möchte uno lei der nicht glauben kann. Er gebt nach Rom, denn da hört und sieht man Wunder. Der Jüngling mit Glaubensrntrst kommt nach Rom, sieht die W»n er, hört die legenden und sein dürstendes Gemüth findet keine Ueberze igung. So gings uns mit dem UL Basler Zionisten Evnareß Die taatsächttchen Differenzen. die sich aus der Aus einancersetznng des Jahres, aus dem sich Bertic en in die Bewegung ergaben, wurden nicht beseitigt. Wer vor dem II! Basler Zionisten Kongreß an datz Gunoer glaubte, der war von Herzl's und Rordau s Rede überzeugt. Lange, bevor die offizielle Präsioentenglocke am 1.',. Au gust das Signal für die Be Handlungen gab, wurde der handelt. Und wer sich nicht vom Flimmer der Aeußerlich ketten leiten läßt, wird die Borberathungen, Eommissions sitzungen für viel bedeutender hal.en, als sie Kundgebungen im Parlament. Es »var zwar dafür gesorgt, ^datz auSge sprochenr Gegner ves „polit. Zionismno,, nicht erscheinen. Aber gleichwohl war man sich oer Gegnerschaft des Volkes wohl bewußt. Wir wollen für heute nur eine angeben, spricht man über Zionismus, >vill man die leitenden Ge danken dieser Bewegung verstehen, so sind zwei Hauptzüge wohl zu unterscheiden. Das Volk, der Wille dieses Volkes, seine Lage E lltnrstand des Volkes und die Ansichten der Leiter diesem Willen gerecht 311 werden. Die zionistische Bewegung in unstreitig die Bewegung des jüdischen Belkes, das im Osten ohne materielle und moral ethische Garantien fr die Zukunft lebt. Dies« zwei Mängel haben naturgemäß zwei Parteien von Anhängern bezw Kritikern deS .Herzlichen Zionismus. Man fragt unter den Zio isten über die materielle Hrste die der Zionismus leistet und zu leisten im S'anoe ist, sodann über die ethische Seite, die der Zionismus dem Jndenthum des Ostens bringen wird. Unter den Vertretern des Zionismus gelangen diese Fra en in verschiedenster Weise zum Durchbruch. Es giebt Gruppen, die ganz unumwunden über den Niedergang des Zionisn us sprechen, ^.ie einen fragen was hat der Zionismus bisher für das leidende Israel geleistet. Die Berichte aus dem Osten sind, so sagen Viele, nichts weniger als dem Zionismus freundlich. Es ist in absehbarer Zeit keine Aussicht auf den Erolg des Herzl'schen Zioniemns vorhanden. Biel bewegter ist di« zweite Frage die man gemeiniglich Eultursrage nennt- Dian fragt sich in den verschiedensten Gruppen, wie wird cs mit dem geistigen Wahr anssehen, wenn wir nach H s. Vorgabe Palästina erlangend Was ist diese Eultur und wie haben wir uns die Jukunsl zu denken d Auf die erste Frage kanr ein leichter aber N'cht mißzuverstehender Wasserstrahl. Vor dem Eongreß, am 14. d. M, utDc ein Bortrag gehalten, der sich mit der eventuellen Colonifation Eyperns unter »nglischerSouveränität beschäftigte. Redner betnnte daß daS Eyprrn-Project umso acuter sei, da eine Erwerbung Palästina, in absehbarer Zeit unmöglich sei. Der Redner Dr. Treitsch meint daher, man solle sich am Eongreß mit Eppern beschäftigen Dieser Vorschlag, kein bloßer Zufall sollte die Stimmung der Delegirten mildern. Es sprach sodann ein Vertreter der Zionisten pur sang, der das Cypern Projekt wohl z»gibt, aber als verfehlt es hält selbes für die Agitation zur Sprache zu bringen Eo ging man denn zur Eröffnung. Man wartete auf die Darlegung Herzl's. Die zwei einzig richtigen Gesichtspunkte kamen bei ihm nicht zur Sprache. Seine Rede übte aus die große Zahl oer Anwesenden einen guten Eindruck. DiS heißt jeder blieb!was er war. Er sprach weder Uber den 1. Punkt der materiellen Erfolge noch über den 2. ethisch geistigen Gang, den der Zionismus nehmen muß. Seine Rede war, wie mir verschiedene Gruppen sagen, ein sehr gut berechnen. Er sprach bloß vom Wohlwollen des deutschen Kaisers für den Zionismus, dessen Bedeutung, er selber abschwächt, wenn er sa..t auS den Zusagungen des deutschen Kaisers keine Agitations Mittel zu schmieden Bei ihm (Herzl) erschöpft sie die ganze 'Wichtigkeit int Bericht über die Agitation. Zn der Propaganda sieht er sein Heil Wenn er seine Gegner attsklären will verweist er sie auf die Mangelhaftigteit ihrer Phantasie. Also es gehört Phantasie dazu um den Herzl'schen Zionismus zu verstehen. Diese Ausführung Herzls haben .somit wie einige Eongretzmit glieder meinen, nur den takli chen Hintergrund, di ' ganze Debatte in einen Formalismus zu schnitten, der über die Einzelheiten der inneren Organisation die Gültigkeit des Grundgedankens außer Frage stellt, in deni dieser gar nicht zur Sprache kontmt. (Fortsetzung folgt.) Busrl, 16. August. Marmorek (Wien- und Dr. Kokesch (Wien) erstatteten gestern Abend den Rechenschafts¬ und den Kassenbericht Die Zahl der beilragleistenden Zio nisten übersteigt jetzt 100,000. Die Einnahmen betragen 159,212 Fr, die Ausgaben 142,754 Fr. Zur Kolonialbank sind di-' für die Gründung erforderlichen 250,000 Pfund Sterling (5 Millionen '.Warf) überzeichnet worden. .Heute Morgen sprach Dr. Menschel «Czernowitz) über de Lage der galizisch n Juden. Dr. Werner (Wan) will nicht bloo einen tülkjschen Charter, sondern einen öffentlichre buchen, garantitt von den Großmächten Birken stein (Frankfurt a. M.) wünscht Agitation hauptsächlich in Deutschland Dr. Mo e; k > n (Berlin) wendet sich gegen die Diktatur Herzl's. Die Diskussion wird beute Abend fortgesetzt. LeveuSverstcherungS-Gesellschaft zu Leipzig, auf Gegenseitigkeit gegr. 1830 (alte Leipziger). ES sind vorn 1. Januar bis Ende März 1899 1818 Versickerungen über 14 053 90(1 Mk beantragt worden; (206 Besicherungen mtt 588 500 Mk. mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres); als gestorben wurden in derselben Zeit angemeloet 220 Mitglieder, die mit 1337 500 Mk. versichert waren. Der Versicherungsbestand stellte sich Ende März 1899 aus 72300 Personen mit 550 Million. Mk. Veesicherungssumme, daö Vermögen auf 173 Million Mk. Für fällig gewordene Versicherungssummen sind bis jetzt ausgezahlt 118 Million. Mk, als Dividenden an die Versicherten gewährt 59 Million. Mk; Divioendenreserven in Höhe von 27 Million. Mk. liegen zlir weiteren Vertheilung an die Versicherten bereit. Bei der alten Leipziger Gesellschaft, die eine reine Gegcnseitigkeitsanstalt ist, fließen alle Ueberschüffe den Versicherten wieder zu. Die Dividende der letzteren beträgt für die länger als 5 Jahre bestehenden Versicherungen im laufenden Jahre, wie bereits feit einem Jahrzehnt, 42" 0 der ordentlichen Jahresprälnie unv bei abgekürzten Versicherungen außerdem 1'/, 0. -er «Summe der gezahlten Zusatzprämien.

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