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Der Israelit · 1899-08-14 · Heft 64 (14.8.1899) · p. [Seite]

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Journal
Der Israelit
Volume
40 (1899)
Issue
Heft 64 (14.8.1899)
Date
1899-08-14
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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XX Jahrgang. JK «4. Der Israelit. Hentrak-Hrgan für das orthodore Iudenthum Begründet von Dr, Ce&m*nn in lftt«tns WlontaQ, de« 14. Auguft S65S (1699). Unsere nächste DonnerstagSnumMer wird wegen baulicher Beraudernngen in unserer Offizin voraussichtlich etwas später zur Ausgabe gelangen, und bitten Wir detzhalb im Voraus um gütige Nachsicht. Exped. des „Israelit.44 Leitender Artikel. Chasonus. Eine zeitgemäße Betrachtung -L von I. Lebermann—Darmftadt. (Fortsetzung.) Alles in allem sehen wir, daß in den Lehrerseminaren nur das Allerwichtigste gelehrt werden kann, daß dieselbe ni^t der richtige Ort zur Heranbildung tüchtiger Kantoren sein können, die dahin zielenden Bestrebungen müssen zentralisiert werden und zur Errichtung einer Vorbereitungsanstalt für Kantoren in oben geschildertem Sinne führen, um dieser Heranbildung die für den Beruf und die würdige Sache nothwendige und künstlerische Grundlage zu geben. Da jedoch mit dem Ergebnis bloßer Wünsche nicht zu rechnen ist, möchte ich einigen Gedanken Raum geben, auf welche Weise ein nach genossener Seminarbildung in die Praxis übertretender Lehrer und Kantor die erhaltene Anregung im Kantorfache verwerthen, weiter entwickeln und denjenigen Grad von Ausbildung erreichen kann, welcher ihn befähigt, sein Amt in würdiger Weise zu erfüllen, und seine Berussfreude, sowie sein Streben zur Erhaltung der ehrwürdigen altüberlieferten synagogalen Melodien zu stärken. Vor allem gewöhne sich der ein Vorbeteramt selbstständig Ausübende daran, auf strenge Selbstzucht zu guter, lautgerechter, von allen Dialekteigenthümlichkeiten freier und wohl accentuierter Aussprache zu halten. Dies muß bes. in den beiden Wirkungsstätten des Lehrers, in Schule und Synagoge geschehen! Hier muß alles Sichgehenlassen in Sprache und Betonung aufhören! Hier darf mit Rücksicht auf andere gefällige Eigenschaften und Leistungen nicht im mindesten nachgegeben werden, und jedes Rezitativ, jeder Gesang, jede nono, ob an rav oder Werktagen darf ebensowenig lässig betont werden, wie in der Schule ein Abschnitt aus dem troin oder Gebetübersetzen in Aussprache und Betonung geringschätzender behandelt werden darf als im bloßen Leseunterricht selbst. Und kann der Lehrer sich einen schöneren Erfolg seiner im eigenen Interesse bethätigten strengen Zucht zu reiner Aussprache wünschen, als daß er, wie in der Schule die Kinder, so durch seine Vortrag in der Synagoge auch di? Erwachsenen zu r. tiger wohlgepflegter Aussprache Heranbildei? Desgleichen lasse der Lehrer es niemals, selbst bei den einfachsten Gelegenheiten, an sorgfältiger liturgischer Vorbereitung fehlen, sowohl durch genaues Studium der einschlägigen Gesetzesvorschriften und örtlichen D’arue als auch durch eingehende Durchsicht der Ordnung und Art der Gebetstückeselbst. Dadurch wird den unliebsamen Unterbrechungen und Störungen im Gottesdienste, wie sie namentlich in Landgemeinden so häufig Vorkommen und den Respekt vor der Kenntnis des Kantors gewiß nicht erhöhen, ja oft die Quelle noch ernsterer Vorkommnisse sind, vorgebeugt werden. Dem Weiterstudium der Texte muß in der Praxis noch erhöhte Zeit und Liebe gewidmet werden, bes. wo das Verständnis und die Liebe zur Anpassung des Vortrags an den Inhalt der Gebetstücke den strebsamen Vorbeter in seiner Berufsthätigkeit leiten. Ebenso betreibe der Kantor seine weitere musikalische Fortbildung, sowohl in gesanglicher als auch in instrumentaler Beziehung, welche ihm bei Einstudierung und dem Gebrauch der synagogalen Gesänge resp. Gesangswerke sehr zu statten kommt. Einen besonderen Rückhalt für seine Thätigkeit vermag ihm die Gemeinde durch Errichtung eines

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