Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 40 (1899)
- Issue
- Heft 63 (10.8.1899)
- Date
- 1899-08-10
- Page
- [Seite] (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2446951-2448953-2449012--48841-2499251- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
'• W:.r^f>Tfr^r3ti 1340 G« sei n-ch erwähnt, daß unser Herr Oberrabbiner ein Urenkel des bpm mmo ist, dessen Biographie, wenn ich nicht irre, auseiner Feder in diesen Blättern erschien; mütterlicher Seile ist er ein Urenkel deb'M obiyo rms n und Enkel des rühmlichst bekannten byw d^jdk ’ix oma» n. Unter seinen vorzüglichen rn'mn ist besonders hervorzuheben die von unserem bisherigen Rabbiner, deweltberühmten rpn: b'pivr ny::n noo der vor zwei Jahren verschied. Ein Wunsch beseelt hier alle: Gott segne und erhalte uns lange unseren liebgewonnenen Herrn Oberrabbiner! Boskowitz, 2JAug. (40jähriges Dienstjub i l äum.) Der 22. und 23. v. M. gestaltete sich für unsere Gemeinde zu besonderen Festtagen. Herr Adolf H ätsche k, Lehrer und Oberkantor, feierte nämlich sein 40jähriges Dienftjubiläum. Dieser Anlaß wurde von einem Comilü in der Weise benützt, indem bereits am 22. v. Abends ein Fackelzug arrangirt und vor dem Haufe de« Jubilar eine Serenade dargebracht wurde, an welcher sich da« Publikum massenhaft betheiligte. Am 23. v. M. fand eine Schulfeier statt, ferner wurde am Abend in den Hausler'fchen Localitäten ein Bankett abgehalten, zu welchem sich von Nah und Fern Gäste einfanden. Der Jubilar, welcher im Jahre 1859 als Idjähriger Mann nach BoSkowitz kam, hat feit dieser Zeit ununterbrochen verdienstvoll gewirkt und geben die dem Jubilar dargebrachten Ovationen Zeugniß von der Beliebtheit desselben. Amerika.?»NeW-N^k. Die Baron Hirsch-Gewerbeschule hat am 12. Juli mit einer großen Feierlichkeit die ausgelernten Zöglinge entlassen. ES sind 35, alles Ruffen oder Rumänen, die als Zimmerleute, Bleigießer, Maler und Maschinisten heute ihr Diplom erhielten. Mit dieser Feierlichkeit war eine Ausstellung der Schülerarbeiten verbunden, die außerordentlich anzlehend war. Besonders Die Leistungen in der Malklaffe erregten großes Aufsehen, am meisten eine mit Perlmutter ausgelegte Glasmalerei mit der Inschrift zum Andenken all unsern Wohlthäter Baron Hirsch." Afrika.? Bloernfontain. Wie unsere ganze staatliche Organisation ganz jungen Datums ist, so ist selbstverständlich auch die Einwanderung der Juden hierher in neuerer Zeit vor sich gegangen. 1*47 kam der erste Israelit Jsaac Baumann aus Heffen nachdem Gebiete des Orangefreistaates. Er hatte vorher schon zehn Jahre in Graaf-Reinet gewohnt, ehe er nach dem Ort übersiedelte, der ein Jahr später den Namen Bloemfontain erhielt. Sein Geschäft war da« grüßte im Orangestaat und er selbst kam zum namhaften Ansehen bei seinen Mitbürgern, denn er wurde zweimal zum Bürgermeister gewählt und auch Direktor der Nationalbank. Im Jahre 1864 hatten sich schon ungefähr ein Dutzend Familien von Israeliten in Bloemfontain zusammengesunden, als der Basuto- Krieg ausbrach. Einer von ihnenMoritz Levy Stur ging als Freiwilliger mit. und zählte zu den 300 Freiwilligen, welche unter dem Kommandanten Wepener die Hauptfeste der Basutos Tnaba Basigo erstürmten. Bis zum Jahre 1876 hatten Juden und Katholiken im Orangefreistaat unter Beschränkungen deS Bürgerrechtes zu leiden, aber der Präsident John Brand hob die meisten derselben auf. Nur Lehrer und Staatsbeamte können beide, Katholiken und Juden noch nicht werden, dagegen sind zwei Juden im Stadtrath, ein anderer Friedensrichter rc. Im Jahre 1871 kam das erste Minjan zu stände, das im Hause des oben genannten Baumann am Jom-Kippur abgehalten wurde. 1890 war die jüdische Bevölkerung von Bloemfontain bi« auf 150 Seelen angewachsen und organisirte sich jetzt als Gemeinde, stellte einen Schschet und Ehasan an. Auch der Bau einer Synagoge ist begonnen worden, und hofft man zu diesen hohen Feiertagen ihn zu vollenden. Präsident der Gemeinde ist jetzt Mr. Lewin. > Vermischtes. < Schtvarzvirrg - Sonder-Haufer» Ein Verbot des Schächtenhat die Regierung unseres FürstenthumS erlaffen, wie ein Vertreter derselben auf der in Arnstadt abgehaltenen Generalversammlung de- Verbandes thüringischer Thierschutzvereine mittheilte. Petersburg. (Militärischer Eid in hebräischer Sprache.) Wie au- Petersburg berichtet wird, hat die h. Synode verordnet, daß diejenigen jüdischen Rekruten» die der russischen Sprache nicht mächtig sind, ven Militärcid in der hebräischen Sprache zn leisten haben. LebeuSverficherungS-GeseUschuft zu Leipzig, auf Gegenseitigkeit gegr. 1830 (alte Leipziger). ES sind vom 1. Januar bis Ende März 1899 1818 Versickerungen über 14 053 900 Mk beantragt worden: (206 Besicherungen nut 588 500 Mk. mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres); als gestorben wurden in derselben Zeit angemeldet 220 Mitglieder, die mit 1337 500 Mk. versichert waren. Der VersicherungSbeftand stellte sich Ende März 1899 auf 72300 Personen mit 550 Million. Mk. Versicherungssumme, das Vermögen auf 173 Million Mk. Für fällig gewordene Versicherungssummen sind bis jetzt ausgezahlt 118 Million. Mk, als Dividenden an die Versicherten gewährt 59 Million. Mk. . Dividendenreserven in Höhe von 27 Million. Mk. liegen zur weiteren Vertheilung an die Versicherten bereit. Bei der alten Leipziger Gesellschaft, die eine reine Gegenseitigkeitsanstalt ist, fließen alle Ueberschüsse den Versicherten wieder zu. Die Dividende der letzteren beträgt für die länger als 5 Jahre bestehenden Versicherungen im laufenden Jahre, wie bereits seit einem Jahrzehnt, 42" o der ordentlichen Jahresprämie uno bei abgekürzten Versicherungen außerdem l* 1/« °/o der Summe der gezahlten Zufatzprämien.