Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 40 (1899)
- Issue
- Heft 63 (10.8.1899)
- Date
- 1899-08-10
- Page
- [Seite] (sequence 12)
- Language
- German
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1332 Türkei. Kottftantinopel (Der Sultan und die Zionisten.) Dem „Pest. Lloyd" werden interessante, den Zionismus betreffende Mittheilungen gemacht. Schon seit längerer Zeit werden von der Wiener Leitung der zionistischen Bewegung Schritte unternommen, um die Zustimmung des Sultans zur Ansiedlung der Anhänger des Zionismus in Palästina zu erwirken. Man wandte sich zu diesem Behufe an einen türkischen Staatsmann, der Einfluß im Palais besitzt und den Plänen der Zionisten entgegenzukommen bereit war. Die Stadt Jerusalem selbst und deren Umgebung sollen mit Rücksicht auf die heiligen Siätten der Christenheit von der Besiedlung durch die Zionisten ausgeschlossen sein. Man denkt vielmehr an die übrigen Theile von Palästina und Syrien. Dem Sultan stnd bereits drei Berichte in dieser Angelegenheit unterbreitet morsen, in welchen die „volkswirthschaftlichen und politischen Vortheile" auseinandergesetzt werden, die der Türkei aus der Verwirklichung der Absichten der Zionisten erwachsen würden. In der Umgebung des Sultans hat sich jedoch eine starke Gegenströmung geltend gemacht. Man weist darauf hin, daß die Juden im Laufe der Zeit >in der Erinnernnz an ihr altes Königreich Judäa an die Wiedererrichtung desselben denken könnten, daß es mithin nicht rathfam sei, eine Massenansiedlung der Zionisten daselbst zu gestatten. Alle Gegenargumente blieben bisher ohne Erfolg; die dem Sultan zu Gunsten der Zionisten unterbretteten Berichte sind gänzlich unbeantwortet geblieben, sooaß vorläufig wenigstens die ganze Aktion ergebnißlos verlaufen ist. Amerika.? Philadelphia. In der Nähe von Woodbine liegt die größte Form, die ein jüdischer Besitzer in den Vereinigten Staaten sein eigen nennt. Mr. Nisen, der glückliche Eigenthümer derselben, hat 50 Acres Weizen, 60 Acres Roggen, 50 Acres Kartoffeln rc. und da ihm die Arbeitskräfte zu dieser Ernte fehlten, so wandte er sich an die Ackerbauschule in Woodbine und bat um Ueberlassung von einigen Schülern dieser Anstalt. Der Direktor derselben nahm die Gelegenheit gern wahr, den Schüler tüchtige Uebung in diesen Arbeiten zu schaffen, und bewilligte daher die Bitte. Von der Entwickelung der Kolonie Woodbine spricht auch die Thatsache, daß sich eine Bank dort gebildet hat unter dem Namen Woodbine Loantano Investment Bank, deren Kapital fast ganz im Orte selbst gezeichnet wurde. vermischtes. In Jena wurde zum Prorektor der Universität für das nächste Halbjahr der Professor der Rechte Dr. Eduard Rosenthal gewählt. Briefkasten der Redaktion. G. S.: Wenn eine ntchtjüdische Dame, um einen Juden heirathen zu können, die Ansnahme ins Judenthum verlangt, so mnß man dieselbe zurückweisen. Sch. A. I. D.: 268,12. Ei« alter Leser. In der betreffenden Restauration hat Herr Rabbiner Dr. E. selbst gespeist. Eine bessere Empfehlung für das Kaschrus dürfte es wohl kaum geben. Briefkasten der Expedition. S. K. in Lodz: Betrag von Mark 10 haben s. Zt. dankend empfangen. Sam. D. G. in L.: Betrag von M. 6.60 dankend empfangen._ . . Meyers Kleines KouversattouS Lextton. Sechste» gänzlich neubearbeitete und vermehrte Auflage. Mehr als 80,000 Artikel und Nachweise auf 2700 Seiten Text mit 168 Jllustrcttwnstafeln (darunter 26 Farbendrucktafeln und 56 Karten und Pläne) und 88 Textbeilagen. Drei Bände in Halbleder gebunden zu je 10 Mark oder 80 Lieferungen zu je 30 Pfennig. Wenn die zuständige Kritik mit seltener Uebereinstimmung dem Großen Meyer" vermöge der klassischen Bearbeitung seiner unlängst vollendeten fünften Auflage die führende Stellung in der encyklopädischen Literatur auch weiterhin zuerkannte, so hat der „Kleine Meyer" nicht geringern Anspruch darauf, ebenfalls als ein literarische- Meisterwerk angesehen zu werden. Man stelle sich nur einmal selbst Vordre Ausgabe, unser weitschichtiges, spezialtsirtes Wissen auf dem unverhältnißmäßig geringen Raum von drei Lexikonbänden so zur Darstellung bringen zu müssen, daß jede berechtigte Frage nicht nur nicht unbeanwortet bleibt, sondern auch die Auskunftsertheilung in einer Form erfolgt, die klar, prägnant, ansprechend ist, und welche dabei vor allen Dingen dem geistigen Auge ein vollkommene- Bild des betreffenden Wissensgegenstandes näherbringt — — erst dann wird man diese Riesenarbeit und ihre Bewältigung verstehen und — würdigen lernen. Ziehen wir dann noch das illustrative Element in Betracht, das, nach einem wohldurchdachten und nach streng sachlichen Gesichtspunkten entworfenen Plan in Anwendung gebracht, die Darstellung wirksam belebt, und das vermöge seiner künst lischen und technisch vollendeten Durchführung dem Ganzen ein eindrucksvolles Relief verleiht, so kommen wir zu dein Ergebniß, daß wir der Verlagshandlung mit dem „Kleinen Meyer" heute ein Konversations-Lexikon iu ouee mit den wesentlichen Vorzügen der großen Nachschlagewerke, aber ohne deren räumliche Ausdehnung und hohe Anschaffungs kosten verdanken. Viag darum dieser jüngste „Meyer" seinen kulturellen und materiellen Aufgaben in weitestem Umfange gerecht werden und somit zu den Segnungen beitragen, die unrer den Begriff der Devise seiner Verlags- Handlung fallen, nämlich' „Bildung macht frei." Streng rituelles Etablissement I. Ranges. 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