Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1899-08-10 · Heft 63 (10.8.1899) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
40 (1899)
Issue
Heft 63 (10.8.1899)
Date
1899-08-10
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2446951-2448953-2449012--48822-2499232
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

XL Jahrgang. M CS. oi * G? Ein Aenlrat-Hrgan für das orthodoxe Iudentyum Begründet von Ot Wxljtmmnn in Donnerstag, de« 10, August 5659 (1899), Leitender Artikel. Ctjafonus. Eine zeitgemäße Betrachtung 4K von I. Lebermarm—Darmstadt. (Fortsetzung.) Vor allen» muß die Vorbildung zum Kantorberufe schon in den Präparandenschulen, wo ja die ganze Anleitung und Behandlung vom Gesichtspunkt des einstigen Zieles diktirt ist, begonnen werden. Dies muß geschehen durch unnachsichtige Pflege des lautrichtigen wohlaccentirten Lesens in allen Discip linen des jüd. Unterrichts, also durch stetiges exactes Beobachten von b'vbz und jn^a, sowie durch eingehendes Studium der Grammatik, durch Wiederholung der Uebersetzung des “irre, wobei namentlich das logische Setzen und richtige Accentuiren genau zu beachten sind. Endlich ist dringend zu wünschen, daß schon in den Präparandenschulen die Zöglinge mit der Liturgie des t,ttc und dem Inhalt der bedeutendsten b'wb an den verschiedenen 2' vertraut gemacht werden. Es ist dies fast so wichtig wie der Unterricht im "pr. und für die einstige richtige und kundige Bekleidung des Vorbeterfaches von hervorragender Bedeutung. Dieser Zweig kann wöchentlich mit dem -po-Unterricht verbunden werden, und da in diesen Festgebeten oft die herrlichsten Schätze der jüdischen Literatur enthalten sind, so würde auf diese Weise neben dem hohen Werth für die einstige kant orale Ausbildung dem Schüler auch die Kenntniß vieler Perlen aus der Blütheperiode jüdischen Geisteslebens vermittelt. In dieser Beziehung ist in den Präparandenschulen und Seminarien leider noch wenig geschehen. Wiederholt muß deshalb gefordert werden, daß die Zöglinge an eine lautrichtige, wohlaccentuirte Aussprache und logisches Setzen gewöhnt, das Seminar beziehen. Dort müssen diese ersten Forderungen einer guten kantoralen Ausbildung fortgesetzt und noch mehr entwickelt werden. Aus der Gewöhnung in den Präparandenschulen entsteht die selbständige Uebung in den Seminarien. Die Seminaristen müssen bei den an Wochentagen, mtr und oder Reihe nach gehaltenen Vorträgen im Gottesdienst unter sorgfältiger, fachkundiger Aufsicht" stehen, wobei namentlich die Forderung auf wohlaccentuirte, lautrichtige Aussprache, grammatisch tadelloses Lesen, logisches Setzen und verständigen, würdevollen Vortrag zu kontrolliren ist. Diese nothwendigen Bedingungen müssen dann wöchentlich in besonderen Stunden gelehrt und erweitert werden, wobei auch die einzelnen Vorträge der Seminaristen besprochen und kritisirt, Fehler verbessert unb neue Anregungen gegeben werden müssen. Das Studium der bto'B muß fortgesetzt und in den Seminarien auf die Hauptstücke des gesammten mne ausgedehnt werden. Denn die Grundbedingung eines würdigen Vortrags ist das Verständniß der Gebete. Ebenso muß die Vermittelung der Kenntniß der einzelnen und a’itje, welche der Kantor in seinem Berufe kennen muß, dringend gefordert werden. Dieser Punkt wurde bisher in den Seminarien fast gar nicht berücksichtigt, und erst aus dem diesjährigen Bericht einer Anstalt war die erstmalige Pflege dieser Forderung zu ersehen. Die Wichtigkeit derselben kann nicht genug betont werden, da der junge Lehrer beim Uebertritt in die Praxis der Gemeinde oft rathlos gegenüberfteht, den Diangel an Routine im Ritus des Gottesdienstes bitter empfinden muß und namentlich in den Landgemeinden eine doppelt große Verantwortung zu übernehmen hat. Von der Wirkung einer solch ungenügenden Ausbildung auf das Ansehen des Lehrers und den

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.