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Der Israelit · 1899-08-07 · Heft 62 (7.8.1899) · p. [Seite]

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Journal
Der Israelit
Volume
40 (1899)
Issue
Heft 62 (7.8.1899)
Date
1899-08-07
Page
[Seite] (sequence 11)
Language
German
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ISIS im alten Babylonien den Jarche Kalla nachgebildet ist. Die Chantauqua verfolgt Bildungszwecke und zwar allgemeine, wie speziell jüdische und interessant genug ist das Programm auch der diesmaligen Versammlung. ES enthält 1) populäre Vorlesungen, ") Bibelstudien, 3) nachbiblische Studien, 4) Lehrer- Jnstintt, 5) Allgemeine Konferenzen mit Diskussionen, (5) Go'.lcSdienste, 7) Gesellige Veranstaltungen, 8) Versammlungen der Theilnähmer zu JnformationSzwecke. Die Redner und Lehrer in diesen Versammlungen sind meist hervorragende Persönlichkeiten, darum er viele angesehene Rabbiner. M a r o c c o. § Tanger. Unsere jüdische Jugend wurde plötzlich von einem Auswanderungsfieber ergriffen. In Hellen Schaaren schnallen unsere Jünglinge ihre Felleisen, nehmen den Wanderstab in die Hand und ziehen in die weite Welt hinaus. Der Hauptstrom derselben geht nach Südamerika, zumal nach Brasilien und Argentinien, während kleinere Abtheilungen derselben nach Algier, Tunis und Portugal ziehen. Die Auswanderung hat seit Kurzem solche Dimensionen angenommen, daß sogar der „Reveil du Maroc“ dieselbe erwähnt und bespricht. Die Ursache dieser Auswanderung, ist die Geschäftsstelle, die hier herrscht und dann auch die Ueberbildung unserer Jugend, die als französisch parlirende Elegants die Alliance- Schule hier verlaffen und sich dann schämen, simple Krämer ober gar Hausirer zu werden. Jeder von ihnen möchte gerne Cassier oder sonst ein Bankbeamter sein und da dies nicht angeht, so ziehen sie es vor, im Auslande zu leben. Mesopotamien. Bagdad. Der Korrespondent des Zentrat- Komitees der „Alliance Jsraelite" hierselbft schreibt: Unser neuer Vali, Namouk Pascha, ist sehr thätig und judenfreundlich gesinnt. Das zeigt sich an Folgendem: Vor einigen Monaten suchte sich ein israelitisches Mädchen in muselmanischen Häusern einzuführen und ließ sich dort ernähren. Eine der angesehendsten muselmanischen Familien Bagdads behielt es bei sich und rieth ihm, sich zum Islam zu bekennen. Das junge Mädchen behauptete alsdann, von Geburt Muselmanin, Tochter eines Saiv in Bassorah zu sein; sie beschuldigte ihre wahre Mutter, sie gestohlen, gemartert und ihr mit einem glühenden Eisen Hände und Lippen verbrannt zu haben. Als dann sich die Mutter in der Familie zeigte, wurde sie zur Thüre hinausgeworfen. Hierüber überrascht, beschloß der Verwaltungsrath der Gemeinde, ein Untersuchungsverfahren zu eröffnen. Es stellt sich heraus, daß das Mädchen eine Jüdin war. Abdulah Pascha, der ehemalige Vali, hatte entschieden, daß sie bis zu ihrer Majorität in der fraglichen Familie bleibe und dann ihre Konfession wählen soll; diese Angelegenheit rief eine große Erregung in der Gemeinde hervor. Die Juden hatten thatsächlich keine Luft, in ihren Reihen ein so entartetes Mädchen zu sehen, aber sie fürchteten mit Recht, daß diese Verleumdung, die von den Mohamedanern verbreitet wurde, zu Legenden Anlaß geben würden, unter denen unsere Glaubensgenoffen in anderen Ländern schon zu leiden haben, aber die in Mesopotamien noch unbekannt sind. Namouk Pascha gab, als er von der Affaire unterrichtet war, den Juden Genugthuung, er befahl die Tochter ihrer Mutter zurückzubringen. MlttheilvW» aus dev jüd. Amevveretve» unö für dieselbe». («ürnmtttche jüd. Wanderbettelvereine nnd Kaffe» für Durchreisende sind gebeten, uns Mtttheilungen über Erfahrungen, die sie ans dem Gebiete ihrer THLtigkeit machen, zukommen zu lasten ) Telegramm. Safed (Palästina), 2. Aug. Die Vorsteher der spanisch-portugiesischen Gemeinde cnmwan w» in Safed, Herr Jacob Chai Abbo und Herr Moses Maman melden, daß Nathan Chajim Levy, der vor Kurzem auch Deutschland besucht hat und eine Schrift vorgezeigt, aus der hervorgeht, daß er beauftragt sei, für ungefähr 200 aus Algier nach Safed übergestedelte Familien zu sammeln, gefälschte Papiere mit sich führe. Das spendende Publikum sei hierdurch vor weiterem Betrüge seitens dieses Levy gewarnt._ Sei der Ue-aclion neu emgegangene Sücher. (Besprechung Vorbehalten). Song 8 from the Ghetto. By Morris R o s en feld Prix: 1 25 Schilling. Boston Copeland and Day. Antiauariats Katalog, von Max H a r r w i tz. Judaica pro et contra. Varia, Portraits, Autographen. Berlin W. &atalo fl N r. 6. Lsbraioa. M. P o p p e l a u e r (Inh. : I. Saenger) Berlin 1899. Die Stimme der T r a u e r. (9edächtnißrede auf Ihre Majestät Kaiserin Elisabeth; gehalten beim Trauergottes dienst im israelitischen Tempel zu Saaz am IO. Sept. 1898, von Rabbiner Dr. Simon Stern. Prag 1899. Die Stimme der Freude. Festrede, anläßlich des bOjährigen Regierungsjubiläums unseres Kaisers Sr. Maj. Franz Josefs I., gehalten tm israelitischen Tempel zu Saaz am 2. Dez. 1898, von Rabbiner Dr. Simon Stern. Prag 1899. Der Freiheitskampf der ungarischen Nation (1348—49). Kritisch beleuchtet von Dr- Julius S-

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