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Der Israelit · 1899-07-27 · Heft 59 (27.7.1899) · p. [Seite]

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Journal
Der Israelit
Volume
40 (1899)
Issue
Heft 59 (27.7.1899)
Date
1899-07-27
Page
[Seite] (sequence 17)
Language
German
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XL Iahrgaüg. Zweite SeUagr M M 59 des Jfetaeltf. Zeitungsnachrichten «nd Correspondenzen. Deutschland. Berlin, 22. Juli. Der israelitische Fortbildungsverein Monteftore versendet folgendes Rundschreiben : „Unter den vielen Veranstaltungen, welche das reich entwickelte Berliner Vereinsleben für Unterhaltung und Belehrung geschaffen hat, findet sich doch keine einzige, die in der Reichshauptstadt jüdischen jungen Leuten, die der Schule entwachsen sind und der Leitung und Beaufsichtigung des Elternhauses entbehren, angemessenen Verkehr in geistiger unb sittlicher Beziehung bietet. Frühere P»ojecte, die sich in dieser Richtung bewegten, sind nach kurzem Anlauf ohne dauerndes Ergebniß geblieben. In der festen Ueberzengung, daß ein derartiges Unternehmen gerade in unserer Zeit einem wahrhaften Bedürfnisse entspricht, hat nun der Unterzeichnete Verein, der bereits auf eine t5jährige, erfolgreiche Thätigkeit zurückblicken kann, sich entschlossen, seine bisher nur auf die Lehrthätigkeit beschränkte Wirksamkeit im Sinne seiner Aufgabe zu erweitern. Zu diesem Zwecke hat er sich zunächst ein eigenes, vorläufig noch bescheiden hergerichtetes Heim in dem Haufe Spandauerbrücke 6, linker Seitenflügel I. Tr., begründet, woselbst neben den Lehrvorträgen durch ein Lese- und Gesellschaftszimmer auch für die Unterhaltung der Besucher Sorge getragen ist. Ermöglicht wurde uns dieses Beginnen durch eine hochherzige Jahressubvention der hies. jüdischen Gemeinde in Höhe von M. 600. Allein diese Veranstaltungen erfordern darüber hinaus einen .Kostenaufwand, der unsere regelmäßigen Einkünfte weit übersteigt, und erlauben wir uns daher an unsere Glaubensgenossen die ergebene Bitte, unsere Bestrebungen durch Beitritt als Gönner, sowie durch freundliche Spenden gütigst unterstützen zu wollen. Mit vorzüglicher Hochachtung Der Vorstand: Akiba R. Hartmann, Schönhauser Allee 186. Folgende Herren, die unserem Vereine nahestehen, sind bereit Auskunft über denselben zu ertheilen: Dr. M. Hildesheimer, Prof. Dr. I. Barth, Eli Lazr.ruS, Rabbiner Dr. A. Rosenzweig, Dr. Ed. Biberfeld, A. Zamorh. Colmar i. E., 20. Juli. Auf Wunsch einiger unserer Freunde und Leser entnehmen wir den nachfolgenden Bericht der „Jüdischen Presse"; Seit ungefähr zwei Jahren pflegen sich die konservativen Rabbiner des Elsaß alle sechs Wochen im gastfreien Hause des Herrn Seminar-Direktors Dr. Wolfs n zu versammeln. Man darf dabei aber nicht an einen wohlkonstituirten Verein oder Verband denken mit einen: Präsidenten oder Schriftführer an der Spitze und mit endlosen, hitzigen Kämpfen zur Feststellung der Statuten in seinen: Gefolge. Es sind zwanglose Zusammenkünfte, die den einzigen Zweck haben, das Studium unserer heiligen Thora zu pflegen. Alle Rabbiner unseres Landes, die mit Liebe an unserer ehrwürdigen Lehre hängen und nicht glauben, daß nach beendigtem Studium und erlangtem Rabbinerdiplom die Beschäftigung mit der Thora ein überflüssiger Luxus sei, nehmen an diesen Zusammenkünften Theil, um dem Vortrage über ein talmudischeS Thema (NÄv) zu lauschen und auch Fragen aus dem praktischen religiösen Leben cnfon» zu diskutiren. Am letzten Dienstag, 4. Ab, fand wieder eine solche Versammlung statt, in der Herr Rabbiner Buttenwiese r Straßburg über m*n rww er pamp) r,cr sprach. Der Herr Referent behandelte das Thema in dreistündigem Vortrage so gründlich und erschöpfend, daß sein reiches Wissen in dem weilen Gebiete von Talmud und Codices, wie auch sein heller, scharfdenkender Geist, womit er den weitschichtigen Stoff, so klar und übersichtlich geordnet hatte, die Bewunderung aller Anwesenden erregte. Nach Beendigung des Vortrages und der darauffolgenden, lebhaften Diskussion, erhob sich Herr Dr. Wolff, um in ergreifenden und zu Herzen gehenden Worten dem Schmerz und der Trauer um den Heimgang des R. Esriel Hildesheimer b'rn Ausdruck zu geben. Ausgehend von der Midraschstelle in Echo: D’arma ipb) n^eos lsian führte der Redner aus, daß die Bestrafung Israels eine doppelte sei. Nicht nur, daß uns das Heiligthum, der Mittelpunkt unseres religiösen Lebens, genommen sei, auch den Verlust unserer hervorragenden Männer, welche die Führer und Stützen unserer Zeit waren, haben wir zu beklagen. Redner verbreitete sich eingehend über das vielseitige, segensreiche Wirken Dr. Hildesheimer's hob diejenigen Seiten seines Schaffens besonders hervor, wodurch er sich vor allen zeitgenössischen Größen des Judenthums auszeichnet, daß er den Satz nnn nusn auf seine Fahne geschrieben hatte und der Erfüllung dieser Aufgabe sein ganzes, schaffensfreudiges Leben gewidmet habe. Was von unserm Lehrer Mosche gesagt ist dk e»'n jrr wop, das gelte auch von unserm Lehrer und Meister: Wenn auch ein unerbittlicher Tod ihn uns entriffen hat und er nicht mehr unter uns weilt, so ist doch nicht zu befürchten, daß durch seinen Heimgang unser religiöser Leben empfindlichen Schaden erleide. Denn sein Wirken war ein so nachhaltiges, daß die Früchte seiner Arbeit dauernden Werth haben werden; die Hoffnung ist wohlbegründet, daß sein Lebenswerk, das, was er erstrebt und geschaffen, für alle Zeiten gesichert ist. Wie ferner bei .ne« bv vnap die Obenstehenden das Grab tief unter sich und die Untenstehenden es hoch über sich schwebend sahen, so wurde

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