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Der Israelit · 1899-07-27 · Heft 59 (27.7.1899) · p. [Seite]

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Journal
Der Israelit
Volume
40 (1899)
Issue
Heft 59 (27.7.1899)
Date
1899-07-27
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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1244 Platz besetzt. Tiefer Schmermalte sich in den Zügen de» Herrn Redner-, als er die Kanzel betrat und ausrief: „Ach die Feier gilt meinem geliebten Lehrer und Meister, der nicht mehr unter uns weilt." Beginnend mit der Stelle im?» sp rwan: onjiDon d^rm av naor mpn*? \tr napa btvsv bnir»' bv fnaxa ’jbö naa yto wa naa obb npßa N2271 xnpp x*a idipod rrnm ny sto «m mp 'vp maa X2X 'vi 'JfÜ T)22 NN •’Kia '7122 NN führte Herr Dr. Cahn n in geistreicher Weife aus, wie Gott selbst klagt, wenn er einen pnaj ins Jenseits abberufen muß, weil btrw dadurch einer Stütze beraubt wird, wie Gott weint, wenn er seinen Kindern die Lehrer und Führer entziehen muß. Nun schilderte der Herr Provinzialrabbiner das Leben und Wirken des großen Todten, der für uns jedoch nicht todt sei, sondern lebe. In jedem Satze spiegelte sich die Liebe und Verehrung des Jüngers gegen den Meister wieder. Als der Redner einzelne Züge des Heimgegangenen Rabbi in glühenden Farben schilderte, da sah man in gar manchen Hörers Auge eine Thräne glänzen. Ueber eine Stunde wußte Herr Dr. Cahn n die andächtig lauschende Versammlung zu fesseln. Hier bewährte sich das Wort: n*n wp bsn mp. Jeder Zuhörer war am Schluffe des Traueraktes so ergriffen, als ob er den Heimgang eines nahen Verwandten zu beklagen hätte. Am Schluß des "ivdn trug der Herr Provinzialrabbiner das Dtjm 160 bx in erschütternden Tönen vor. Gietze», 23. Juli. Eine wirkliche rnv bv nnatp ist es, von der ich Ihnen heute berichten will, eine naarv bv nnotp in des Wortes wahrster und schönster Bedeutung. Darf ein ricaan m -pa'n im Allgemeinen als eine solche bezeichnet werden, so gilt dies ganz besonders von dem einer Religionsgesellschaft, deren a*arra hervorgerufen wurde durch Mnnap ma »enpo, durch die religiöse Zerrüttung, die sich innerhalb der Gemeinde geltend machte. Wer hätte aber noch vor verhältnißmäßig kurzer Zeit in Anbetracht der hiesigen religiösen Zustände nicht geglaubt, daß hier in Gießen mpn man m# daß hier gänzlich die Errichtung von jüd. Gemeindeinstitutionen pnan pm ma ausgeschloffen sei? Und doch zeigen uns die eben erlebten Festlichkeiten, daß das Unwahrscheinlichste zur Wirklichkeit geworden ist, n*npn hat geholfen, was zu seiner Ehre unternommen wurde, er hat eS gelingen lassen. Freitag Nachmittag 1 Uhr fand in dem alten Betlokale ein Abschiedsgottesdienst statt. Nachdem man nnav gebetet hatte, hielt der Rabbiner der Religionsgesellschaft, Herr Prov.-Rabb. Dr. Hirschfeld 'a, die Abschieds- Predigt, in welcher er u. A. den Gedanken ausführte: Bei vnaw nx'an heiße es: lxatn pasna *6 2 aabn .ncaada x*>a. Unsere Voreltern zogen nicht eilfertig auf und davon, sondern '■£ an im omn begingen zuerst ein Fest zu Gottes Ehre, so verlaffen auch wir die Stätte, die uns 12 Jahre lang als Gotteshaus gedient nicht, ohne zuvor noch einmal hier unser Gebet zu Gott emporgesandt zu haben. Nach der Predigt wurden die man *wö feierlich ausgehoben und an ihre Träger übergeben. Vor dein Betlokal wurden sie unter eine mn gebracht, und nun setzte sich der Zug zur neuen Synagoge in Bewegung, den die Schuljugend eröffnete. Ihr folgte Musik, der Kantor mit dem Synagogenchor, die Schlüsselträgerin, die Thoraträger unter der von vier jungen Herren getragenen rnn, der Prooinzialrabbiner, der Vorstand, die Gäste und die Mitglieder der Religionsgesellschaft. Vor der neuerbauten Synagoge traf der Vertreter der Großh. Regierung, Großh. Provinzial-Direktor v. Bechtold, ein, dem der Schlüssel überreicht wurde. Dieser übergab ihn dem Vorstand der Religionsgesellschaft, Herrn Banquier Grün ew a ld, der ihn dem Herrn Rabbiner einhändigte, welcher nun die Synagoge init dem Vortrage des pnat na«p 'b annfe öffnete. Nach dem Eintritt in die Synagoge sang der von Herrn ßantor Klein trefflich geschulte Chor das nv, worauf das Anzünden des rnn ia mit einem ergreifenden Gebete des Herrn Rabbiners »*a erfolgte. Daran reihte sich der Chorgesang ’nx nb ibi:, und die naspn mit den man ’ibd, denen sich das feierliche Einheben der man nco anschloß. Nun hielt Herr Rabbiner Dr. Hirschfeld 'a die nach Form und Inhalt ausgezeichnete Festpredigt, welche mit einem Gebete auf den LandeSfürften schloß. Als Text hatte der verehrte Redner den Vers 'b onaaxa Tinatp •faa ma zu Grunde gelegt. Mit dem Absingen des a p noto endete die Einweihungsfeier, die einen erhebenden Eindruck bei allen Anwesenden hervorbrachte. Es war eine wirklich gelungene Feier, was wir in erster Linie den großartigen rethorischen Leistungen unseres verehrten Herrn Rabbiners, sowie den gesanglichen unseres sehr verdienten Kantors, Herrn Klein mit dem von ihm geleiteten Chor zu danken haben. Samstag wurde der Frühgottesdienft ebenfalls durch feierliche Chorgesänge und Predigt festlich gestaltet. Nachmittags fanden sich die Gemeindemitglieder und zahlreiche Gäste zu geselliger Unterhaltung auf Textors Teraffe und nach Sabbat- Ausgang zu einer Abendunterhaltung im Hotel Großherzog von Heffen zusammen. — Sonntag Nachmittag IV2 Uhr fand ein Festbankett statt, bei dem Herr Vorstand Grünewald die Erschienenen mit herzlichen Worten begrüßte. . Der Herr Prov. - Rabb. brachte einen mit großer Begeisterung aufgenommenen Toast auf Se. Kgl. Hoheit den Großherzog aus, Herr Versicherungs-Inspektor Fröhlich auf das Ehrenmitglied der ReligionS - Gesellschaft, Herr Prov.-Rabbiner Dr. Cahn in Fulda, Herr Austerlitz, der des verstorbenen Mitbegründers der

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