Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 40 (1899)
- Issue
- Heft 55 (13.7.1899)
- Date
- 1899-07-13
- Page
- [Seite] (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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WWAM*MWMMMWWWHMWWWWM^W.W XL Jahrgang. Zweite Aeilage zu M 55 des „Israelit". Literarischer Bericht. Pflichten isr. Schulmänner nebst Erziehungs¬ und Unterrichtslehren zum Gebrauche für Lehrer, Schul- und Gemeindevorstände, Eltern und Schulfreunde, nach bibl. tatmud. und modernen, pädagogischen und didaktischen Quellen. Von Israel Singer, autor. Rabbiner, Hauptlehrer und Gymnasial-Religionsprofessor zu S. A. Ujhely (Ungarn). II. und III. Heft (27 und 48, 9 und 48 S.), Preis M. 1,60. Beim Verfasser und in allen Buchhandlungen. Die günstige Beurtheilung, welche das 1889 erschienene I. Heft dieser bedeutungsvollen Schrift in der gesammten jüdischen Presse erfahren hat, verdient in erhöhtem Maße das soeben erschienene II. und III. Heft. Mit staunenswerthem Fleiße hat der hochverdiente Verfasser im II. Heft durch eine Unmasse von Bibel- und Talmudstellen unter Hinzufügung vieler Parallelstellen aus Schriften moderner Pädagogen nachgemiesen, daß die moderne pädagogische Didaktik — die erst gegen 200 Jahre zählt — schon in der Bibel und im Talmud gelehrt wird. Es bietet somit dieses Heft neben einer reichen Sammlung moderner Erziehungs- und Unterrichtslehren eine Fundgrube talmudischer Weisheit aus dem Gebiete der Erziehungs- und Unterrichtslehre, aus welcher zu schöpfen jedem Lehrer und Erzieher nur zum Segen gereichen würde. Das III. Heft verbreitet sich hauptsächlich über die Pflichten der intellektuellen Schulleitung und ist nicht minder reich an beherzigenswerten Winken, deren Beachtung zur Förderung des Wohles nicht nur der Gemeinden, sondern auch der Lehrer und Kinder unerläßlich ist. Von dem reichen Inhalt der drei Hefte mögen die Ueberschriften der Kapitel K nntniß geben. I. Heft: Vom Jugendlehrer. — Vorzügliche Eigenschaften desselben. — Hochschätzung der Jugendlehrer. — Hochschätzung des Jugendunterrichts. — Eigenschaften und Charaktere der Schulkinder. — Schuldisciplin. — Mittel zur Aufrechthaltung derselben. — Schwierigkeiten. — 10 formale didaktische Lehren. —■ 10 objektive didaktische Lehren. — II. und III. Heft: Anschauungsunterricht in Bibel, Talmud und Midrasch. — Schreibleseunterricht und Denk- und Sprechübungen in der alten, jüdischen Volksschule. — Zweck des Jugendunlerrichts nach Bibel und Talmud. — Beschaffenheit des Unterrichts. — Beziehungen zwischen Rabbiner und Lehrer. — Schulkommission. — Gemeindevorstand. — Winkelschulen. — Nicht jüdisch-konfessionelle Volksschulen. — Der jüdische Lehrer als der ewige Jude unter den Juden. (Ein sehr lesenswerthes Kapitel. Der Referent.) Noch sei bemerkt, daß diese Hefte zur Ausarbeitung von Conferenzvorträgen, reiches Material liefern, zumal an zahlreichen St.llen über die Erziehungs- und Unterrichtsweise in jüdischen und nichljüdischen Schulen des Alterthums helles Licht verbreitet wird. Mit diesem Hinweis feien denn die Schriften des im Dienste der Schule ergrauten Gelehrten allen Lehrern und Schulfreunden aufs wärmste empfohlen. Mögen sie die weiteste Verbreitung und materielle Unterstützung finden, damit es dem Verfaffer ermöglicht werde, auch feine übrigen druckfertigen pädagogischen Schriften zum Segen der Hauses und der Schule veröffentlichen zu können. Bei vorheriger direkter Einsendung des Betrages erhalten Lehrer 25 pCt. Rabatt. L. Cohen, Lehrer. Zeitungsnachrichte« und Correfpondenzen. Deutschland. Darrrrstadt (Reisebrief aus Hessen onaten ps.) Es ist eine schöne und verdienstreiche Sache, wenn Rabbiner und Lehrer in der Gemeinde um die Pflege von n-nay und min bemüht sind, aber ebenso häßlich und tadelnswerth ist es, wenn in den Landgemeinden, wo noch n a ein gut Theil jüdischer Sinn für diese idealen Güter vorhanden, man an den Lehrer, in dessen Händen die geistige Führung dieser Gemeinde gelegt ist, durch seine Lethargie und Phlegmatik einen Rückgang in dieser Hinsicht bemerkt. Schon eine Reihe von Jahren komme ich geschäftlich nach dem Städtchen A. in Oberheffen und schon öfters habe ich daselbst Klagen einzelner Gemeindemitglieder hören müssen, so daß ich versprochen habe, diesem Uebelstande in diesen Blättern zur Anregung zum Bessern, Ausdruck zu verleihen. In der Gemeinde A. wohnen circa 50 bis 60 jüdische Familien und sind eine ganze Anzahl trna ^ya vorhanden, die Morgens und Abends den Gottesdienst besuchen würden, wenn es nur bei den Vorständen der Gemeinde durchzusetzen wäre, daß der Lehrer daselbst zur Abhaltung eines solchen energisch beauftragt würde. Schon im Interesse der Heranwachsenden Jugend wäre dies von unbedingter Nothwendig keit, damit solche praktisch in die nb'vn jbt eingeftthrt würde. Am deutlichsten zeigt sich dieser Uebelstand,