Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 40 (1899)
- Issue
- Heft 54 (10.7.1899)
- Date
- 1899-07-10
- Page
- [Seite] (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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XL. Jahrgang. Beilage M JY« 54 -es „Israelit". Leitender Artikel, Eine Entgegnung."1 Von Dr. H, £hrentreu, (Schluss.) VIII. Die nun folgende Erörterung über das schwierige talmudischc Thema Chullin 134a und b kann in diesen Blättern nicht so erschöpfend behandelt werden, wie es eigentlich nüthig wäre. Ich will mich daher auf eine kurze Darlegung beschränken. Fachgenossen, die sich für die Sache intercssiren, werden ja doch die Stellen im Texte nachlcsen. II. Nissim zu Nedarim 7 a erörtert die Ansicht des x'rtm dass bei D”;j? Duno pec immer zu entscheiden sei, als ob es psc wäre. Er wendet dagegen ein, dass Chullin 134 a riUflö r *:> wie R"R2 nvrü behandelt werden und bei letzteren gilt bekanntlich der Grundsatz n'Vßn d. h. in Zweifelfällen wird zu Gunsten des Besitzers entschieden. Darauf bemerke ich, dass das nur für Relation des R. Dime zutrifft, dagegen nach der Relation des Rabin und der LA der Handschrift, die das. 8. 134 b steht, bezieht sich die ganze Controversc nur auf ntjrö allein, nämlich nur Röpx nep und nach dieser Relation kann die Ansicht des x-L'R ,"££"! bestehen bleiben, dass r':rs eine Ausnahmestellung cinnimmt. Dazu bemerkt F.: ..Ernste Bedenken hege ich gegen die Auffassung E’s. Auch nach pn bleibt die Frage der Gern, aufrecht: -exp xöy*w xrr. Im Jerusch. 1. o. bezieht sich im Gegentheil die Discussion zwischen v*i und ki auf napx nap und nicht 7!";Lx Röpc und in jedem Fall ist die Distinction des pzr (lies: xd“) nothwendig, nämlich xß"p xm nptnß rrc xc"p xtuc r-ptna nie sowohl nach -st als auch nach pi*; in der That macht bm im Jerusch, einen Unterschied zwischen Röp Sk-wr, wobei r.'n ppiR und -;r nsp wobei npm XRDB ist; das ist ganz genau, was xr“ im Bab. Chull, antwortet “ Zunächst begreife ich nicht, wie F. sagen kann: ..im Jerusch, bezieht sich im Gegentheil u. s. w.“ Gerade das habe ich ja in meiner Arbeit hervorgehoben, dass im Jerusch. die Frage ebenfalls nvpx nvp gestellt wird, und mit dieser Bemerkung ist der Einwand F/s entkräftet. Es ist nicht richtig, dass, wie F. behauptet, Jerusch, dasselbe sagt, wie X3*i im Babli. Die Distinction des Jerusch, ist prinzipiell verschieden von der des Babli. Die Distinction des Jerusch, ist eine subjective. Nur beim *n, dem noch keine 2VN npTR anhaftete, bei dem die Vorfrage gleichsam entschieden sein muss, ob er überhaupt war, da allein wird xkpS entschieden; beim ^xiv" jedoch, bei dem diese Vorfrage wegfällt, wird in allen Fällen von nuno 'D die Entscheidung xrsir1? gefällt. Das ist die Schlussentscheidung des Talmud und die ist für die Halacha massgebend; daran ändert nichts die frühere Meinung von XSR, die nach der vorläufigen Relation des R. Dime abgegeben wurde. Für diese Ansicht kann ich als Gewährsmann keinen Geringeren als '"C TT1 DTR anführen, der aber merkwürdigerweise den Jerusch., der ganz seiner Meinung entspricht, nicht zitirt. Wir haben hier ein Beispiel vor uns, dass Babli sich stillschweigend auf die Discussion des Jel’usch. verlässt, wie deren Halevi in seinem DTtwnn min p. 128 ff. mehrere anführt. XI. Eine scheinbar geringfügige Differenz, die Punktation eines Wortes im Talmud und Raschi, trennt uns hier, und doch ist es ein Gegenstand von Wichtigkeit, dessen Consequenzen sich auf das Gebiet der Halaelia erstrecken. Die strittige Stelle ist Chullin 134 b, wo die Gemara das Wort nrrpR 5. B. M. 18, 3 dahin deutet: bw Dki X’OR^ nrpn "preV d^r: nrpn o;. Gewöhnlich übersetzt man: ,,Das Fett, das auf dem Magen und das Fett, das in dem Magen sich befindet.“ Da jedoch im Magen drinnen Fett sich nicht befindet und nicht befinden kann, so hat man sich in folgender Weise geholfen. Bekanntlich hat die R5*p zwei Arten von Fett, die rituell verschieden sind. Das eine xntrpxR, das bogenförmig die nrp umgiebt und das andere, welches innerhalb dieser bogenförmigen Fettschicht liegt und xirrxR, das an der Sehne, genannt wird. Diese beiden Fettstückc, die sich äusserlich kaum unterscheiden, sollen nun unter rw a^R RS’pn “TDt? D^R' na'pn gemeint sein. So erklären x d ‘T die Worte des Tiu* rd^r ‘jd dj? pm welche Worte sich bereits im D*X1’ r finden. Diese Auffassung bietet mehrfache Schuierig- ) Siehe Xunimer <39:40.