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Der Israelit · 1899-07-06 · Heft 53 (6.7.1899) · p. [Seite]

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Journal
Der Israelit
Volume
40 (1899)
Issue
Heft 53 (6.7.1899)
Date
1899-07-06
Page
[Seite] (sequence 31)
Language
German
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hauses beigegeben. 1892 betrug der Zuschuss 10,591,96 Mk., dann 1893 9,409,40 Mk., 1894 schon wieder 11,106,49 Mark, obwohl in diesem Jahre die Zöglinge zurückberufen wurden und durch die billigen arabischen Arbeitskräfte ersetzt werden konnten. Dann sandte man wieder sieben Kinder hin, und 1895 befanden sich in Bir Salem sieben Kinder und fünf Angestellte, im Ganzen 12 Personen, die Anstalt erforderte aber 16,676,95 Mk. Zuschuss. Im folgenden Jahre waren nur noch sechs Personen dort, der Zuschuss ging auf 9,096,58 Mk herunter, and sank 1897 noch weiter auf 6,083,69 Mk. So hat diese 1891 gegründete Kolonie, obwohl sie nur zwölf Personen Platz bietet, in sieben Jahren schon 82000 Mk. Zuschuss erfordert. Dabei ist der Boden nicht einmal gekauft, sondern nur für 1000 Mk. jährlich gepachtet. Man ersieht daraus, dass landwirtschaftliche Kolonien immer eine teuere Anlage sind und ihren Nutzen erst in späteren Jahren abwerfen. Am 19. März ds. Js. fand in Paris eine Sitzung der im Central-Comit 6 der „Chowewe Zion“ vereinigten Kolonisations - Gesellschaften statt, in der wichtige Beschlüsse gefasst wurden. Der Bericht über Kastinieh (cBaer JobiahJ war sehr vielversprechend, denn es konnte mitgeteilt werden, dass die Einnahmen allein aus dem Verkaufe von Weizen mehr als 2000 Fr cs. pro Familie betragen, und ausserdem noch jedem Kolonisten für seinen Hausbedarf genug verblieben ist. Ausserdem bat noch jede Familie hübsche Einnahmen aus der Geflügelzucht, dem Anbau von Sesam, Gerste etc. erzielt, wogegen freilich das Viehfutter teilweise zugekauft werden musste. Die Kolonisten erhalten schon seit einem Jahre keine Unterstützung mehr, und sind jetzt vollkommen in der Lage, sich selbst zu erhalten. Im nächsten Jahre, d. h. von der kommenden Ernte an, werden die Kolonisten mit den Abzahlungen beginnen, die natürlich auf eine längere Reihe von Jahren vertheilt sind. Es ist als ein grosser Erfolg zu bezeichnen, dass in dieser erst dreijährigen Kolonie die jüdischen Bauern sich schon vollkommen selbstständig erhalten können, und ist der Hauptfaktor so schöner Resultate jedenfalls in dem Getreidebau zu suchen, der schnellere Resultate liefert, als die Wein¬ oder Oel-Pflanzungen. Ein weiterer Punkt der Tagesordnung ist die neue Kolonie Machanajim, über die Dr. Salz aus Tarnow berichtet. Ein weiterer Bericht liegt von Mar g alles - Kalvarisky vor. Es geht aus den Mitteilungen hervor, dass 12 galizische Juden und 4 Jerusalemer Familien auf der Kolonie sind, dass die Galizianer vorläufig ohne ihre Familien gekommen sind, und dass die Bestellungsarbeiten auf einem Terrain von ca. 4000 Dunam begonnen sind. Zur Aufnahme der Kolonisten ist bis zum definitiven Häuserbau eine grosse Baracke errichtet. Die Galizianer haben sich eine Milchwirtschaft eingerichtet, für deren Produkte die »abgelegene Stadt Safed genügenden Absatz bietet. Zur Oberleitung dieser Kolonie setzt das Central-Comitd eine kleine Behörde ein, bestehend aus Herrn Bromberg aus Tarnow, der in Machanajim weilt, Margulies-Kalvarisky, dem Administrator der „Jewish Kolonisation Association“ in Mischnar H&jarden, und Wormser, dem Administrator von Rösch P i n a h; zur Leitung der gärtnerischen Arbeiten ist ein ausgelernter Schüler von Mikweh Jisrael berufen worden. Sehr rühmend wird das Entgegenkommen der Administrationen anerkannt, die den Kolonisten Arzt, Apotheke, Schule, Mikwah etc. frei zur Verfügung stellen, während leider die Haltung der Kolonisten von Rosch Pin ah recht unfreundlich gegen ihre neuen Nachbarn ist. Das Central - Comit6 beschließt, dieser Kolonie Machanajim eine Subvention von 40,000 Francs, zu der die angeschlossenen Vereine nach ihren Kräften beisteuern werden, zu gewähren. Allgemein erkannte man rühmend die Thätigkeit des Vereins „Ahawath Zion“ an, der in zwei Jahren 40,000 Frcs. nur iu Galizien gesammelt hat, und hob hervor, dass diese erste Regung zur Selbsthilfe in Galizien wärmste Unterstützung finden müsse. Auch die Einreichung eines Gesuches an die „Jewish Kolonisation Association“ um Gewährung einer Beihilfe für Machanajim wurde von vielen Seiten befürwortet. Zum.Schlüsse theilte Herr Prag aus London mit, dass auch auf dem Grundstück der „Benej Jehudah“ die Arbeit mit 5 Kolonisten begonnen habe, während von anderer Seite die Errichtung einer neuen grossen Kolonie mit 100 Familien in Aussicht gestellt wurde. Die Uebersicht der Vereine ergab, dass die Einnahmen des deutschen Vereins „Esra“ im Vorjahre von 7600 auf 11,545 Mark gestiegen sind. Aus London wurde berichtet, dass die Situation der „Chowewe Zion“ sich sehr gebessert hat; ebenso war ans Russland von gesteigerten Einkünften zu berichten, Die Pariser mussten einen ungünstigen Rapport erstatten, denn unter dem Drucke der „Affaire“ sind ihre Einnahmen zurückgegangen. Mit Vornahme von Neuwahlen schloss die bedeutungsvolle Sitzung. Zion. Um Jahrzeit-Stiftungen für das Jüdische Waisenhaus ln Jerusalem bittet innigst jDr. A. Salvendi.

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