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Der Israelit · 1899-07-06 · Heft 53 (6.7.1899) · p. [Seite]

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Journal
Der Israelit
Volume
40 (1899)
Issue
Heft 53 (6.7.1899)
Date
1899-07-06
Page
[Seite] (sequence 17)
Language
German
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XL. Ichrgaag Zweite Beilage M M 53 des „Israelit^ D \ Israel Hildesheimer JTJ* Die Trauerfeier in den Gemeinden. Nede des Herrn Hnlibiuey Hy. Hreney p, gehalten nm 24. Tamns in der Synagoge der Synagogen gemeinde „Israel. Neligi onsgesellschaft" zn Frankfurt a. M. (->! a ch sl enoi] r a v t, iid)c it 'K u f j e i d) uunjttt.) (LS ist eine traurige Veranlassung, meine Brüder und Schwestern, die uns in dieser Abendstunde an gcheitigter Stätte znsammenfi'chrt. Es gilt einem herben Verluste, den das gesetzestreue Iudenthum erlitten, das Wort za verleihen und jedes mitfühlende jüdische Herz zu innigster Theilnahme aufzun sen. nnnnn maa nrai rtaan noan maxi. Es ist der Verlust der noan und nra, der Verlust jüdischer Weisheit. jüdischer Einsicht, den wir zu beklagen und zu beweinen haben ranp aan ddp n"n, lehren unsere Weisen. Wenn ein Weiser gestorben, wenn ein Mensch anö den Streifen des irdischen Daseins hinansgegangen, der als wahrhafter Träger der nam dem Gemeinwohl seine .strafte weihte, der für seine Mitwelt, am allerwenigsten für sich lebte, >o ist es heiligste, theuerste Pflicht, sich mit dem Dahin^ejchiedenen verwandt zu fühlen, sich zu seinen nächsten Angehörigen zu zählen. Den Verlust der D’Dan H’oani D’pHS, der Männe>, die durch p-,L, durch Nechtschafsenheit und Pflichttreue, durch Lhoraerleuchtung unter allen hervorgeragt, haben unsere Weisen als den herbsten, härtesten be eichnet. jpia'D ni^’p p erva pnirpi ninainaw niaap n"'y?a anr D'p-a:,*?w. Ter Tod frommer Tboragelehricn ist eine viel größere Strafe als die in der göttlichen .Zurechtweisung angekündigten Leiden, ja, als die Zerstörung des Heiligthnms. arna iraan noan naasi?nsa aa aa'. lind warum? denn es heißt: Die Weisheit der Weisen geht zu Grunde. Mit diesen Worten leitete nach einer Erzählung unserer Midraschweisen, sao ’sn eilt Greis seine Trauerrede über den Hintrilt deS großen Weisen 'Di' n ein. Tiefer und inniger kann wohl der Schmerz um den Hintritt eines frommen Thoragelehrtrn nicht emvfunden werden. Wenn aber der Verlust eines Thoragelehrten selbst in jener Leit als ein solch schwerer, allgemeiner emvfunden wurde, >venn man es selbst in jener Leit als die heiligste Pflicht erkannte, die Mitwelt zur innigsten Theilnahme anfzurufen. in jener Leit, der eS wahrlich an reckt vielen Großen nicht fehlte» die den Heimgegangenen leicht ersetzen und die Lücke, die sein Tod gerissen, leicht allsfüllen konnten, lute schwer, wie unsäglich sckiivcr muß nicht der Verlust eines hervorragenden n"n in unserer Leit empfunden werden, in der der wahr haste rrn fast vereinzelt da steht und der Hintritt eines Großen eine geradezu unausfüllbare Lücke himerlaßt. Ach, meine Brüder und Schwestern, wenn in unserer Leu die Reihen der arm ’aru in so ausfälliger Weise sich lichten, die anno \aa, die geheiligten Thorastästen immer weniger werden, 'und das arme jüdische Volk seiner bewährten Lehrer und Führer beraubt wird, wer könnte da mit einem solchen Schmerze inne halten und nicht pflichtgemäß in die lanleste Öffentlichkeit treten, um die Theilnahme aller, die noch Herz und Gefühl für min und nsa’ haben, zu erwecken. DaTWi. und eure Brüder, asaar rva aa, zu denen eben ganz Israel gehört, na iaa’ 'a ns rpttf atys nsntyn, sollen den Brand beweinen, den Gott gestiftet. Vor kurzem ereilte uns die erschütternde Trauerbotschaft, nottf rrn, von dem Ableben eines weltberühmten Weisen, eines Großen in Israel: Rabbi Dr. Esriel Hildesheimer, Rabbiner der gesetzestrenen Gemeinde asat!>' nav in Verlin, ist nicht mehr.' — Wer, der noch für nain und nsr fühlt, wer das segensreiche, rastlose Wirken dieses Mannes nur einigermaßen zu ermessen verstand, wird ihm nicht Thränen des Schmerzes, der tiefsten Wehmuth uachwe lien, wird es nicht innig und tief beklagen, daß unserer Leit, insbesondere unserem Lande «ine solch theure. fast unersetzliche Führerkraft verloren gegangen, 7D1 aa LTafO, erzählen unsere Weisen, als ^"asa starb, iaia rvn raj? draip, da widmeten ihm seine Zeitgenossen folgenden Nachruf: py marana aaaon p naiv rwi *□ was entsteigt dort der Wüste, gleich einer palmartigen Rauchsäule, navpO aaia npas aad njaai aa durchduftet von Myrrhe und Weihrauch voll köstlicher Würze! aaia np3N 7DÜ DD, was beißt da« „voll köstlicher Würze?" pam p"2 SJn sap *m Er beherrschte das gesammte Gebiet der schriftlichen und mündlichen Lehre. Beim Hintritt deS B7"asa sahen sich seine Zeitgenossen gleichsam wie in eine öde Wüste versetzt, der sie die hehre der Palme gleiche Gestalt des großen Weisen entsteigen sahen. Nun denn, meine Brüder und Schwestern, JJN *'ana pp nv, in welche Worte müßten wir nun unfern Nachruf lleiden? Wenn schon in der Zeit der Tanaim der Verlast eines hervorragenden Weisen Israels derart beklagt wurde, daß man in seinem Hintritt ein aus der Wüste emporsteigendes aaia npas zn erblicken mahnte, wie erst in einer Zeit, in der wahrhafte D’Dan Hpam D*pns von dem Schlage eines Rabbiner Hildesheimer in Wirklichkeit gleich Oasen in der Wüste erscheinen, wo die Männer gezahlt sind, die mit der nöthigen Gründlichkeit und Verstandesschärfe das MeercSgebiet der Thora be herrschen, ach, wenn in un'erer Zeit, insbesondere in unserem Lande ein aaia npas, wie es Rabbiner Hildesheimer war, entrissen wird wer will, wer kann einem solchen Schmerze genügend das Wort verleihen?! Wer vermag in der Kürze des Wortes das ganze herrliche Wesen, das ganze thatcnr iche Leben dieses Mannes zn schildern, eines Main es, wie Rabbiner Hildesheimer, der mit einem unge wohnlich ausgebreitcten talmudischen und vrofanen Wissen ein nipay und m;y, eine innige, glühende Gottesfurcht und kindliche Bescheidenheit verband, der im Besitze eines gediegenen, goldreinen EharakrerS, in Erkenntniß des Rech ten und Wahren und in Begeisterung für das Rechte und Wahre hervorgeleuchtet, der, lvie selten einer, dem Studium der Gotteslehre Tag und Nacht in der vollsten Bedeutung deS Wortes oblag, sich weder Ruhe noch Rast gönnend, und der nichts beglückcndcres, beseligenderes kannte, als aentP’a nain paar, als Thora zu lernen und zu lehren und wieder Thora zu lernen unv zu lehren. Doch er war nicht nur der Weise, der Lehrer, sondern auch buchstäblich der Wohlthäter seines Volkes. Wo es etwas Gutes, etwas Heilbringendes aus Erden zu schassen gab, wo eö im Namen Gottes galt, etwas Gutes zu schaffen, irgend einer Noch zn steuern, irgend einem Elend abzuhelfen, irgend einem Verzweifelten Trost zu bringen, wo es galt, Kranken Linderung zu verschaffen, Gramgebeugle aufzurichten, Arme, Dürftige Zlt unterstützen, sich der Armen deheiligen Landes anzunehmen da war Rabb. Hildesbet »er der erste, der in seinem reichen, weiten Herzen mit seinem milden, menschenfreundlichen Gefühle nimmer ruhte, bis Hilfe ward.

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