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Der Israelit · 1899-06-29 · Heft 51 (29.6.1899) · p. [Seite]

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Journal
Der Israelit
Volume
40 (1899)
Issue
Heft 51 (29.6.1899)
Date
1899-06-29
Page
[Seite] (sequence 17)
Language
German
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XL Jahrgang. Zweite Beilage zu J\ß 51 des „larndtt“. Leitender Artikel. Die Nahrung des gesunden o- Men Magens- Zur Verhütung und Linderung von Magenkrankheiten. Mit besonderer Berücksichtigung der jüd. .Speisegesetze. Von Br. P. Münz, pract. Arzt, Nürnberg. (Fortsetzung. *) Neben den Getreidesorten bilden die Knollengewächse, zu denen die Kartoffeln und Rüben gehören, ein volkstümliches weitverbreitetes Nahrungsmittel. Im Allgemeinen ist aber der Nähr werth der Kartoffeln ein sehr minimaler, und auch ihre Verdaulichkeit lässt viel zu wünschen übrig; reich an Wasser und Kohlehydraten, sind sie recht arm an Eiweiss- und Fettgehalt. Barum auch kann den Kartoffeln in der Biät Magenkranker keine grosse Bedeutung zukommen. Nicht zu unterschätzen jedoch ist die Wirkung der Kartoffeln für die Stuhlentleerung. Ein Tlieil ihrer Kohlehydrate unterliegt nämlich im Barme der sauren Gährung, und diese bewirkt eine schnellere und breiigere Entleerung der Kothmassen. Daher wird sich die Darreichung von Kartoffeln, besonders in der Form von Kartoffelpüree, für Kranke empfehlen, welche zu Verstopfung neigen. Aber auch sonst wird man den Genuss von Kartoffeln schwer umgehen können, da eben der Mensch so sehr daran gewöhnt ist. Jedenfalls sind neue Kartoffeln, weil sie wegen ihres grossen Wassergehaltes sehr schwer verdaulich sind, aus der Biät Magenkranker zu entfernen. Dagegen lässt sich gegen die Verabreichung von geringen Quantitäten mehliger Kartoffeln, am besten in der Form des geriebenen oder gestossenen Kartoffelpürees, mit Milch oder Bouillon verrührt, bei leichten chronisch Erkrankten wenig einwenden; werden ja Kartoffeln, derart zubereitet, im Barme gut ausgenutzt und üben auf die Stuhlentleerung keinen Einfluss aus, so dass ihre Darreichung auch bei Kranken mit diarrhöischen Stühlen zulässig ist. Alle anderen Zubereitungsarten, mögen sie sich in Form sogenannter Kartoffelpuffer, in Butter gebratener gerösteter Kartoffeln oder von Kartoffelsalat darstellen, eignen sich *) VergL Nr. 33 dea „Iaraelit“. nicht für Magenkranke. Was von den Kartoffeln hier gesagt wurde, gilt mehr oder minder auch von den Rüben, unter denen wieder die jungen, zarten Rübensorten, Carotten, Teltower Rübchen, sowie die Schwarzwurzeln, in der Form von Püree, am ehesten Magenleidenden Zusagen. Gleich den Kartoffeln sind auch die Hülsenfriiclite, die Erbsen, Bohnen und Linsen, Magenkranken nicht ganz zuträglich, und sie kommen wie diese, allenfalls nur als Püree in Verwendung und dann nur in ganz geringen Mengen. Die Hülsenfrüchte sind zwar gegenüber den Kartoffeln durch einen hohen Gehalt von Eiweis ausgezeichnet; dieser ist aber, weil von unverdaulichen Kapseln umgeben, im Magen schwer löslich, so dass seine Ausnutzung im Darme keine vortheilhafte ist. Selbst in geringen Mengen genossen, rufen die Hülsenfrüchte leicht ein Gefühl der Sättigung hervor und „verlegen den Appetit“. Ein Weichwerden der Hülsenfrüchte wird am ehesten erreicht, wenn sie in kalklosem, weichem Wasser, am besten in Regenwasser, gekocht werden, da sonst der Kalk mit dem Eiweiss der Hülsenfrüchte eine schwer lösliche Verbindung eingeht. Für Magenkranke eignen sich am meisten die jungen Erbsen, grüne Gartenerbsen, und zwar in der Form von Püree zum Genüsse. Jeder Zusatz zum Püree, zumal der Zusatz von Fett oder gerösteten Zwiebeln timt der Verdaulichkeit Abbruch. Darum ist auch das „gesetzte Essen“, das meist aus enthülsten Erbsen besteht und verschiedene fremde Zuthaten enthält, Magenkranken zu untersagen. In den Handel kommen einige Präparate aus Hülsenfrüchten, welche Zusätze von Fett oder Fleisch enthalten, die ihren Genuss vom rituellen, wie auch vom hygienischen Standpunkt Magenkranken verbieten; es seien hier nur als Beispiele angeführt das Knorr sehe Wursterbsmehl, A. Brandt’s Legumiuose, die Erbswurst, die sogenannten Fleischgemüssetafeln. Noch weniger fast als den bisher erwähnten Erdreichprodukten darf der grossen Gruppe der Blattgemüse, den Kraut- und Kohlarten, unbeschränkte Aufnahme in das Regime Magenkranker gewährt werden. Reich an Wasser und Cellulose und arm an löslichen Eiweissstoffen, besitzen sie einen geringen Nährwerth und sind schwer verdaulich. Individuen mit geschwächten Verdauungsorganen sollten sich vor Allem hüten, Produkte dieser Gruppe in rohem Zustande, wie es zum Beispiel bei den Salaten

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