Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1899-06-29 · Heft 51 (29.6.1899) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
40 (1899)
Issue
Heft 51 (29.6.1899)
Date
1899-06-29
Page
[Seite] (sequence 11)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2446951-2448953-2449000--48564-2498980
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

991 Verwaltung vorher untersuchte und der daher auch durch diesen Mißstand nicht zu leiden hat. Dieser eine Mißstand genügt, um es vielen begreiflich erscheinen zu taffen, wenn diejenigen, welche die irdischen Reste ihrer Hinterbliebenen würdig bestattet, statt unter Wasser gesetzt wiffen wollen, in einem zweiten Friedhofe kein Unglück erblicken. Leute, die sich sonst aus den Anforderungen des Religions- Gesetzesehr wenig Skrupel machen, haben dann auch die Meinung zu verbreiten gesucht, als widerspreche es unserem Religionsgesetze einen zweiten Friedhof anzulegen, wenn ein anderer noch vorhanden ist, der noch genügend freien Raum hat. Ich kann das leider nicht beurtheilen. Aber die orthodoxen Gemeinden in Berlin, Frankfurt a. M., Karlsruhe u. a., welche sich eigene Friedhöfe angelegt haben, sprechen deutlich genug dafür, was es mit dieser neu erweckten religiösen Gewissenhaftigkeit für Bewandtniß hat! Wir bedauern daher nicht so sehr das Vorhandensein eines zweiten, jüdischen Friedhofes, als die Ursachen und Verhältnisse, welche dazu führten und die durch diese Consequenz für alle Zeit eine friedliche Einigung ausgeschlossen haben. Anmerkung der Redaktion: Es liegen uns über den hier berührten Gegenstand, noch zwei Berichte vor. Wie geben jedoch der obigen Darstellung den Vorzug, weil sie von einem Mitgliede der Züricher Cultusgemeinde herrührt; wenn wir auch nicht in allen Punkten mit ihr einverstanden sind. — Wo die Gegensätze so scharf aneinandergerathen sind, wie dies in Zürich der Fall ist, liegt in einer vollständigen Trennung eine viel bessere Garantie für eine friedliche Entwickelung, als in halben Maßregeln. So lange die beiden Richtungen dieselben gemeinsamen Institutionen Haben, liegt die Gelegenheit zur Reibung und Gehässigkeit viel näher, als wenn jede Richtung ihren eigenen Weg geht. Es war dies in Deutschland so, und wird sich auch in Zürich bewähren. — Nicht nur im Interesse der Wahrheit, sondern auch in dem des Friedens, beglückwünschen wir daher die Züricher Religionsgesellschaft zu dieser ihrer Consolidirung und hoffen, daß der alte Hader auf dem neuen Begräbnißplatz begraben und ihr Friedhof zu einer Stätte des Friedens wird. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Mainz,38.Juni. (Werthvollerhistorischer Fund.) Von Herrn Dr. Salfeld erhalten wir folgende Mittheilung: Dieser Tage wurde auf der großen Bleiche in dem der Altmünfter Brauerei Frau I. Geyl Wwe. gehörigen Hause „Zur Stadt Mainz", bei dem Ausschachten eines Fundaments, zwei alte jüdische Grabsteine gefunden. Die Inschrift des einen lautet: tob "i :nn ‘■Dp nt )ptn jnen errat* nn dot "irr by rmn DVD VVCD f'D vith [? flJtPDj »''0 '2 ■ros innuo min (so) ns*D ljnpii newn rva »pw» Zu Deutsch: Dies ist die Grabstätte des Rabbiners R. Me'tr, Sohn des Abraham Hakohen, deS Alten, welcher 5041 am 27. Kirlew (Dezember 1290) erschlagen wurde, weil er dem einzigen Gott treu blieb, an dem Tage, an welchem die Synagoge verbrannt und die Gesetzesrollen zerrissen wurden. Seine Ruhe in Ehren! Einige diese Inschrift erläuternde historische und literarische Notizen werden wir ebenso wie die andere weniger interessante Inschrift in einer der nächsten Nummern folgen lassen. Altsria, nenn r\ Am heutigen mwi zwischen nn:c und nnye hielt Herr Oberrabbiner Dr. Le r ner in der hiesigen Synagoge einen nvon über Dr. Hildesheimer Var. Nachdem der Redner den Ausspruch wpf?K na nenpn öpmt bv pwo npp und den diesen widersprechenden nvnpo nnn npn* bv jpiVo nrp na erklärt hatte, gab er ein kurzes Lebensbild des großen Tobten an der Hand der njpo in nur; inwHK iopn cn:ex nam non nnnr u rr dp 'b rr nn bs apom und führte aus, daß der Dahingeschiedene sich auch besonders durch drei Eigenschaften auszeichnete Wz: >mr,v n'np apn. Er besaß den rühmenswertesten Eifer, mitzutheilen, zu belehren, und seine Zeitgenossen in diesem lobenswerthen Streben pann^ Vxnto’n nn*n zu übertreffen, rann mmt nw vpyon Er besaß eine Schaffenskraft und Energie, die von allen seinen Bekannten als unübertroffen anerkannt wurde, nsnen nxn n:n -od w nflp wpea Er trat mit seiner ganzen Kraft rin, wenn er Lücken bemerkte. Der Entschlafene, dieser op;ya Vn: snu konnte gleich «an 'V« sagen: pto nb *nx;p «;p Vsntr und gleich bn nb vs man npc. Aber bei seiner Kampffertigkeit war er ein wb» pp:ni cbv am«, ein nn*n5 pnpw nnnn nk an:« im vollsten Sinne des Wortes. Mit der Klage new n*x opip rr» über den Verlust de- Entschlafenen, von dem man auch mit tn *pc,n sprechen kann, yn nabb neun nwn nspn nx;jpn nnw b» :rpp ♦ . . npp .mrr verband der Redner die Aufforderung pnvn by noyb und pm neu' 'rvb p*h

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.