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Der Israelit · 1899-06-26 · Heft 50 (26.6.1899) · p. [Seite]

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Journal
Der Israelit
Volume
40 (1899)
Issue
Heft 50 (26.6.1899)
Date
1899-06-26
Page
[Seite] (sequence 11)
Language
German
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975 mm m irr%**i*uT.:Jr - Herrn Schreiber in Drohobycz gesandt. Da aber Privatsammlungen nach obiger Notiz nicht ausreichen, so wäre es vielleicht gut wenn unsre Leser und Freunde an alle ihnen bekannte jüdischen Bergwerks¬ und Fabriksbesitzer die Aufforderung ergehen ließen, sich b ei Bedarf von diesen Arbeitern kommen zu lassen. Red. d. Jsr.) Schweiz. Zürich, 23. Juni. Bei Beginn der Reisezeit, in der alljährlich eine große Zahl an ErholungS- Bedürftigen die in ihrer Schönheit unübertrefflichen Schweizer Berge und Thäler aufsucht, wird es Ihre Leser interessiren, zu hören, daß auch der fromme Jude wenigstens an einigen Orten der Schweiz beruhigt essen kann. Von orthodoxen Autoritäten empfohlen werden in Zürich: Pension Wolf in Baden: das rothe Schild (Guggenheim) in Basel: Blum, Kohlen berggasse 8 in Luzern: Marx Moos, Seidenhts und in Jnterlaken: B. Levy. Holland. Haag, 18. Juni. Unter großer Feierlichkeit fand am gestrigen Sabbat die Installation des Herrn Oberrabbiner Dr. T. Lewenstein statt. Biele Reden wurden gehalten von Seilen des Kirchenraths, des portugiesischen Rabbinen u. s. w. Auch der neugewählte Herr Rabbiner hielt eine glänzende Eröffnungsrede. Der früheren Rabbiner: Lehmanns, Berenstein, Tal, wurde mit Wehmuth gedacht. Ebenso der leider so früh Heimgegangenen Vorstandsmitglieder: D. Polak, Daniels, L. Simons, Eliazar Edersheim. Wir wünschen dem Herrn Oberrabbiner, daß er seiner hohen Aufgabe voll und ganz gewachsen sein möge. England. London. (Auch eine Folge desZionismus.) Der hier erscheinenden „Morning Post" wird von ihrem Korrespondenten aus Odeffa geschrieben : Verschiedene Anzeichen sprechen dafür, daß die Verfolgung der Juden in diesem Lande wieder in eine solche Phase getreten ist. Welche Gründe die russische Regierung veranlaffen, immer strengere Maßregeln gegen die Juden vorzuschreiben, ist nicht leicht festzustellen, sicher aber ist anzunehmen, daß die zionistische Bewegung von den Behörden mit sehr ungünstiger Aufmerksamkeit verfolgt wird. Mir wird von gutunterrichteter Seite mitgetheilt, daß im Auftrag der russischen Regierung Erkundigungen über Art und Charakter dieser Bewegung eingezogen werden. Diese Erkundigung beschränken sich nicht auf Rußland, sondern betreffen alle Länder, in denen der Zionismus Wurzel gefaßt hat. Es handelt sich in der Hauptsache um die Feststellung, ob der von Dr. Herzl in Wien ausgegangene und auf den Ba» feler Kongreffen von russischen Rabbinern unterstützte halbpolitische Feldzug ein Boden für sozialistische oder revolutionäre Tendenzen sein kann. Man hegt den Verdacht, daß das offenkundige Ziel der Zionisten nicht das einzige ist, das seine Verbreiter in Aussicht nehmen. Die mit den Erkundigungen betrauten russischen Agenten haben eine Frageliste bekommen, die ihre Arbeit erleichtern und ihnen die Richtung der von der Regierung gewünschten Auskunft anzeigen soll. Aus diesen vorgeschriebenen Fragen ist deutlich zu erkennen, daß die russische Regierung in dem neuen Zionismus eine ernste Gefahr für alle Staaten erblickt, in denen Juden wohnen. Sie befürchtet, daß die nationalen Ideale von revolutionärer Propaganda begleitet werden, und meint, alle Kabinete von Europa sollten in der zionistischen Bewegung nicht nur die Möglichkeit einer Auswanderung der Juden nach Palästina sehen, sondern auf eine von den Juden in die Wege geleitete und unterstützte Revolution gefaßt sein. — Es ist jedenfalls nicht angezeigt, diese Instruktion gar zu buchstäblich zu nehmen, doch kann man einen Zusammenhang der neuerlich verschärften Maßnahmen gegen die Juden mit dieser Umfrage nicht in Abrede stellen. Rumänien. Bukarest, 18. Juni. Die Agence Roumaine meldet: Die Untersuchung über die antisemitischen Ruhestörungen in Jaffy wird eifrig fortgesetzt. Mehrere Verhaftungen, darunter die eines Studenten und eines Journalisten, wurden vom Gerichte aufrechterhalten. Ein Studirender, der den Posten eines Gehilfen des Laboratoriums für Histologie bekleidet, sowie ein Lehrer am Seminar wurden ihrer Stellung enthoben, ebenso ein gewiffer Manolin, der von dem früheren Gemeinderath als Theater-Intendant bestellt war. Die Aussagen - mehrerer Zeugen lenken auch den Verdacht ans eine bekannte liberale Persönlichkeit, einen Lyceums-Profeffor in Jaffy; das Gericht hat die Sache in die Hand genommen. Die anderen Urheber der Ruhestörungen sind Leute von zweifelhafter Existenz. Alle übrigen Studirender protestirten gegen die begangenen Deliete und lehnten jede Solidarität mit den wenigen an den Ruhestörungen betheiligter Collegen ab. — In Jaffy und allen anderen Städten wurden die strengsten Maßnahmen gegen eventuelle neuerliche Ruhestörungsversuche ergriffen. Die Behörden sind entschlossen, von allen ihnen gesetzlich zustehenden Rechten Gebrauch zu machen. Die zur Bewachung des Gefängniffes in Dobrowetz bestimmten Soldaten, welche ihren Posten verlassen hatten, wurden zu Strafen in der Höhe von fünf Jahren bis zu zwei Monaten verurtheilt. Jassy, 19. Juni. Gestern hielt unser Rabbiner

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