Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 40 (1899)
- Issue
- Heft 50 (26.6.1899)
- Date
- 1899-06-26
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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JH SO. Der Israelit. Ein Genlral-Hrgan für das orthodore Iudenlhum. Begründet von Dr. fe^rnfttm in fttnins. Montag, de« 26. Juni 5659 (1899). Da mit dem 1. Juli 1899 ein neues Quartal beginnt, so erlauben wir uns, die geehrten Abonnenten darauf aufmerksam zu machen, daß namentlich bei der Post das Abonnement frühzeitig erneuert werden muß, damit die Versendung keine Unterbrechung erleide. In der Postzeitungsliste pro 1999 eingetragen unter Nr. 3784. Neu eintretende Abonnenten (Postabonnenten gegen Vorlage der Postquittung) erhalten das Blatt bis Ende dieses Monats gratis. Leitender Artikel. Unser Rabbi O'zn. Von Rabbiner Dr. Bondi. Mainz, 22. Juni. Als der Fürst von Israel und der Beste der Freunde an einem Tag gefallen waren, da klagte König David über Saul und Jonathan in jenem unübertroffenen Klagelied, das alle Zeit das Gemüth eines jeden Lesers aufs Tiefste ergreift: 7* nenta ^3 rox’i emaa ltea. „Wie sind doch die Helden gefallen und verloren gegangen die Geräthe des Kriegs." Heute noch, wenn wir diesen Vers lesen, mit welchem die Klage der Klagen ausklingt, so stiehlt sich uns eine Thräne ins Auge, die den Helden von den Bergen Gilboa's geweiht ist. Und wenn gewaltiger Schmerz um einen Großen in Israel unser Gemüth erschüttert und wir nach Worten suchen, die unser Fühlen wiederspiegeln sollen, die unserem gepreßten Herzen Luft machen können, so erreicht nichts so sehr die Gewalt unseres Schmerzes, wie David's unsterblicher Klagegesang. Auch wenn wir, die Schüler Dr. Israel Hildesheimers, um unseren Meister klagen wollen, drängen sich uns von selbst David's Worte auf die Lippen. Ist die alte Klage zwei Männern geweiht, von denen der eine der Fürst, der andere der Freund war, so weinen auch wir um einen Fürsten in Israel, um einen großen Herrscher auf dem Gebiet der Thorakenntnis, um einen Fürsten aber, den jeder von uns zu gleicher Zeit als seinen besten Freund betrachten durfte. Wenn wir uns ausgeweint haben um den Verlust des Gaon, den mit uns ganz Israel trägt, so strömen die Thränen aufs Neue, da wir uns sagen müssen, daß wir ärmer geworden sind um den besten der Freunde, tik 7S? 12t. „Sehr wehe ist es mir um Dich, mein Bruder Jonathan." Die Ehrfurcht gestattet es nicht, den Meister Bruder zu nennen, doch wir wissen es alle, wir standen seinem Herzen so nahe, wie der liebste Bruder, wie der vertrauteste Freund, und im Schmerze, da werden wir uns dessen bewußt, daß seine sich stets gleich bleibende Liebe, daß seine stets opferbereite Freundschaft, ihm in unserem Herzen eine Stätte gewonnen hat, die er nur theilt mit den uns theuersten Menschen. Rabbi Israel Hildesheimer, dessen Thun und Lassen, dessen Lebensgewohnheiten und Eigenthümlichkeiten allein das Streben ernstester Pflichterfüllung wiederspiegelten, und nichts anders waren, als das irn Leben betätigte Gottesgesetz, dieser unser unvergeßlicher Meister, er hat wie Wenige das Gebot rnnn 7V3 ~\arb „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst", erfüllt. Ihm waren alle Menschen Freunde. Doch seine Schüler, auf welchen sein Auge ruhte, gleich denen, die ihm durch Verwandtschaft am Nächsten standen, sie besonders empfingen wiederholt die Zeichen seiner Freundschaft und ein Jeder von ihnen mußte den treuen Freund in ihm erkennen. Und gleich David, der seinem Fürsten und seinem Freunde das