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Der Israelit · 1899-06-22 · Heft 49 (22.6.1899) · p. [Seite]

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Journal
Der Israelit
Volume
40 (1899)
Issue
Heft 49 (22.6.1899)
Date
1899-06-22
Page
[Seite] (sequence 32)
Language
German
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Handel and Gewerbe im heiligen Lande. (VI. Fortsetzung.*) Nach unserem Dafürhalten kann der drückenden Nothlage dieses Industriezweiges nur durch Beherzigung folgender wohlgemeinter Winke aufgeholfen werden. 1. Die Drechsler und Holzschnitzer bilden eine Genossenschaft, senden einen intelligenten, geschäftskundigen Agenten nach Europa, um in einer grossen Stadt ein Magazin zur Ausstellung und zum Verkaufe ihrer Galanteriewaaren zu errichten. Die Geräthe werden sicher durch die Schönheit des Materials, welches ausserordentlich schöne Maser bildet und die italienischen Holzarten übertrifft, sowie durch die vortreffliche Bearbeitung Käufer finden. 2. Das erste Magazin ist in London zu errichten, denn die Engländer haben grosse Anhänglichkeit an das heilige Land, welche sie nicht bloss in Worten zeigen, sondern auch thatsächlich bewähren und namhafte Opfer dafür bringen. 3. Nach und nach wird dieses Magazin dann Zweigniederlassungen in Paris, Berlin und anderen Städten errichten, bis auch Amerika als Absatzgebiet für diesen Industriezweig erschlossen ist. In Russland verbietet sich die Errichtung einer Verkaufsstelle durch den hohen Eingangszoll, welcher für Olivenholz nach Gewicht erhoben wird und bis 200 °/0 des Werthes ansteigt. 4. Zweifellos werden die Zionsfreunde allerwärts ihre Brüder mit Rath und That unterstützen, sie geschäftlich unterweisen, Propaganda für die Waaren machen und den Absatz derselben befördern. 5. Die Inhaber der Verkaufsstellen können in den ersten Jahren das Geschäft kommissionsweise auf Rechnung der Genossenschaft der Handwerker in Jerusalem betreiben und den Gewinn mit derselben theilen. Auf diese Weise lässt sich die Sache ohne grösseres Betriebskapital arrangiren, dessen Mangel die palästinensischen Handwerker bis jetzt von der Ausführung abhielt. Mögen die unzähligen Wohlthätigkeitsvereine Jerusalems, welche zu schwach sind zu wesentlichen Leistungen, und unaufhörlich die Mildthätigkeit Europas anflehen, wodurch sie lediglich die Thatkraft und Leistungsfähigkeit der Almosenempfänger herabdrücken, sich zur *) S. Nr. 640. Unterstützung dieser nothleidenden Handwerker vereinigen. Werden diese bei der Arbeit unterstützt, bis die Erzeugnisse ihres Fleisses in Europa verkauft sind, dann können sie ihr Leben vom Gewinne fristen, und ihre zurückfliessenden Auslagen für Material und Werkzeug zur Erweiterung ihres Betriebes verwenden. Sie würden dadurch in den Stand gesetzt, die ihnen überwiesenen Unterstützungen nach und nach zurückzuzahlen. Auch würden sich dann die lästigen Bettelbriefe, welche die Zionsfreunde Europa’s in den verschiedensten Formen von den Armen des heiligen Landes erhalten, wesentlich vermindern. Unsere europäischen Brüder könnten dann stolz sein auf das erhebende Bewusstsein, die Industrie des heiligen Landes gehoben und leistungsfähig ge- , macht zu haben. III. Der Handel mit Die Erweiterung des Ethrogimhandels in Palästina bildet schon lange einen Gegenstand der Verhandlung in den jüdischen Zeitschriften, nachdem diese Frage bereits vor achtzehn Jahren in den Spalten des „Libanon“ angeregt wurde. Inzwischen ist ja Manches geschehen, obwohl die Angelegenheit mit der Kolonisation Palästinas in keinem Zusammenhänge steht. Nachdem der Rabbiner in Kowno die griechischen Ethrogim für Samut (Lithauen) verboten hat, erblüht das Geschäft mit palästinensischen Ethrogim einigermassen, und die dortige Gegend ist das Hauptabsatzgebiet dafür. Jedoch, wie gesagt, die Kolonisation Palästinas wurde dadurch nicht gefördert, sondern der Handel damit bereicherte bloss einige in Palästina ansässige Familien, welche keine Kolonisten sind, und bewirkte indirekt an unserem höchsten Freudenfeste das Andenken an Jerusalem in den Herzen unseres Volkes zu erneuern und unsere religiöse Pflicht mit den Früchten unseres theueren gelobten Landes zu erfüllen. Ueber die Anpflanzung der Ethrogim sind in den nördlichen Ländern zahlreiche Irrthümer verbreitet. Wir halten es daher durchaus nicht für überflüssig, unsere Brüder im Ausland über diesen Gegenstand zu belehren und aufzuklären, um auch hierdurch die Kolonisation zu befördern. (Fortsetzung folgt.) Druck der Job. Wirt h’atehen Hofbnchdrnckerei Acticn-Gesellschaft, Mainz.

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