Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 40 (1899)
- Issue
- Heft 46 (12.6.1899)
- Date
- 1899-06-12
- Page
- [Seite] (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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896 rapide an, daß wir unser Verwaltungssystem werden ändern müssen, um den steigenden Anforderungen genügen zu können. Der Ankauf von Palästina wird also eine politische Frage und hat mit der Füllung unserer Staatskasse nichts zu thun. Die jetzige Bewegung zur Herstellung einer freien Heimath für das jüdische Volk auf dem Boden des alten gelobten Landes, dem historischen Erbtheil Abrahams, scheint nur ein sehr chimärer Plan. Ich kann nicht verstehen, warum die unter türkischer Herrschaft lebenden Juden weniger zufrieden sein sollen, als die jüdischen Unterthanenen anderer Länder. Ich weiß wohl daß sie der Meinung sind, sie würden in manchen Ländern bedrückt und verfolgt; aber das ist doch in unserem Lande nicht der Fall. Unter dem türkischen Sultan lebt das jüdische Volk glücklich und zufrieden, Dutzende von Juden bekleiden hohe Regierungsämter, sie werden in ihren privaten und persönlichen Unternehmung niemals gehindert. Die türkische Regierung hält es demnach durchaus nicht für klug, den gegenwärtigen Zustand mit einem anderen zu vertauschen, der unfehlbar politische und ökonomische Verwirrung zur Folge haben müßte. Ich bitte, nicht zu glauben, daß ich persönlich dem Plane feindlich gegenüberstehe, ich bin hier nur das Mundstück der offiziellen Ansichten des auswärtigen Amtes in Konstantinopel. Ich halte es aber nicht für anständig, durch Stillschweigen falsche Hoffnungen zu ermuthigen, deren Verwirklichung nur Unannehmlichkeiten für eine Nation im Gefolge hätte, die niemals das jüdische Volk verfolgt hat. Wenn die Urheber der zionistischen Pläne diesen Rath beherzigen wollen, so werden sie ihren Glaubensgenossen in Europa und Asien spätere Entäuschung ersparen." Letzte Nachrichte«. Frankfurt a. M., 11 Juni. Vorstand und Ausschuß der hiesigen israelitischen Gemeinde (gemischte Richtung) versenden soeben den durch Kompromiß zu Stande gekommenen Beschluß v. 7. d. M., derselbe hat folgenden Wortlaut: 1. Vom t. April 1900 ab sind die Steuern derjenigen Gemeindemitglieder, welche dem Vorstand erklären, daß sie an» orthodox-religiösen Gründen Bedenken tragen, zu der Erhaltung der Realschule und des Cultus in der Hauptsynagoge und Synagogen gleicher Richtung beizutragen, auf ihren schriftlichen Antrag gesondert zu verbuchen und zu den vorgedachten Zwecken nicht zu verwenden. Für die Steuerguittungen derjenigen Gemeindeinitglieder, welche hiervon Gebrauch machen, wird Formular Rr. 2 benutzt. Das aktive und passive Wahlrecht bleibt auch diesen Gemeindemitgliedern gewahrt. J 2. Die derzeit bestehende Ritual-Commission wird zu einer ständigen Einrichtung der israelitischen Gemeinde er- . klärt. Sie ergänzt sich bei Ausscheiden eines Mitglieds in! der bisherigen Weise, indem die verbleibenden Mitglieder ' drei Gemeindemitglieder in Vorschlag bringen, von welchen . der Vorstand eines zum Commissionsmitglied ernennt.! 3. Die Ritual-Commission ist berechtigt, je eine Stelle im Pflegamt deS Gemeinde-Hospitals und in der Friedhof-- commission in der Weise zu bese . en, daß sie drei Candidaten in Vorschlag bringt, von welchen der Gemeinde-Vorstand einen zu ernennen hat. 4. Die Ritual-Commission ist berechtigt, alljährlich bei Rechnungsabschluß durch eines ihrer Mitglieder die Rcch nungsbücher der Gemeinde einzufehen.!>. Tie Synagoge am Börneplay bleibt wie seither dem nach den Vorschriften des traditionellen Judentbnms gestalteten Gottesdienst gewidmet und sobald sich ein Bedürfniß für weitere Gottesdienste ergibt, wird auch diesem genügt werden. 0. Die Zusatzbestimmungen zu dem Regulativ für die Verwaltung der israelitischen Gemeinde aus dem Jahre 1877 sind mit Wirkung vom l. April 1000 aufgehoben. Wir kommen aus ote Angelegenheit noch zurück. Red. Frankfurt, 9. Juni. Der Magistrat übergibt der Stadtverordnetenversammlung die Ergebnisse der auf Veranlassung der städtischen Behörden von der Handelskammer veranstalteten Enquete wegen anderweitiger Regelung der Sonntagsruhe. Die Mehrheit der Befragten hat sich für vollständige Sonntagsruhe ausgesprochen, eine erhebliche Minderheit dagegen. Die Handelskammer empfiehlt, es bei der bisherigen Gepflogenheit zu belassen, eventuell würde sie gegen den Antrag, alternirend alle 14 Tage vollständige Ruhe für das Personal eintretcn zu lassen, einen Einwand nicht erheben, obwohl sie selbst für denselben keine besondere Neigung hat. Briefkasten der Redaetion. Herrn Moritz Link. Gr. TapolKzau, B. <*. in Neutra, Moses W. in Wien tt. v A: Herzlichen Dank für Ihre anerkennenden und aufmunternden Schreiben, .n:trn nrw cpm ,,1:12’- nni: mm mir ^2 ~ Zurückgesetzte Sommerstoffe “ 10 Prozent extra Rabatt auf alle schon reduzirten Preise, wegen vorgerückter Saison. -m- Munter auf Verlangen franco. 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