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Der Israelit · 1899-06-08 · Heft 45 (8.6.1899) · p. [Seite]

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Journal
Der Israelit
Volume
40 (1899)
Issue
Heft 45 (8.6.1899)
Date
1899-06-08
Page
[Seite] (sequence 17)
Language
German
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Xti. gahrgatrg. Zweite jBfllnflt;u J\S 45 des „Igragltt“. Literarischer Bericht. Eck Von Prof. Dr. C. HU ly. III. Th-il 1899. Leipzig. Wir haben bereits früher auf dieses eigenartige, vortreffliche Buch an dieser Stelle aufmerksam gemacht, von dem soeben der dritte (Schluß) Band erschienen ist. Es gibt wohl kein zweites Verlangen, das allen ohne Unterschied von Raffe und Klaffe, Alter und Geschlecht, Stand und Religion so gemeinsam ist, als das Verlangen nach Glück, zu dem uns auch in diesem Lande ein zuverlässiger Pfadfinder den Weg zeigt. Es ist nicht derbreit getretene Weg der zahllosen Glücksjäger, sondern der enge, oft steile und beschwerliche, aber sicher zum Ziele führende Pfad, den wir aus den Urkunden unseres alten, göttlichen Schriftthums kennen, dem hier in moderner Sprache von einem auf der Höhe der Zeit stehenden Führer das Wort geredet wird. Wir begegnen hier einem hohem Geistesfluge, einer Tiefe des Gemüths, einer Lauterkeit der Gesinnung, einer reichen Fülle vielseitiger selbst erprobter Lebensweisheit, verbunden mit einer Vollendung der äußeren Form und getragen von einer Innigkeit der Ueberzeugung, daß wir auf Schritt und Tritt einen der Gottesmänner des alten Bundes zu hören glauben. Es ist nicht spezifisch Jüdisches, das uns hier geboten wird; es ist im Gegentheil der gläubige Christ, der hier spricht. Aber gerade deßhalb hat das Buch speziell für den Juden einen besonderen Reiz, weil es Abstraktionen aus dem alten Bibelworte sind, aus welchen sich seine ideale Welt- und Lebensanschauung construirt. Es ist Geist von unserem Geiste, dem wir allenthalben im Munde eines wahren Christen begegnen. Während die Erzeugniffe der spezifisch christlichen Literatur ihren Schwerpunkt auf Betonung der Momente legen, die den Christen vom Juden trennen, tritt uns hier die reiche Fülle des Reinmenschlichen entgegen, da» allen gemeinsam ist. Dieser Umstand macht die bloße Lektüre de» Buches zu einer Fundgrube reinen Glücke». Der Leser sagt sich unwillkürlich, daß das Glück aufhört ein schattenhaftes Phantom sein, wenn es von den Einzelnen und der Gesammtheit auf den Wegen gesucht wird, die hier gelehrt werden. Für die Kenner der beiden ersten Bände diese» Buche» bedarf der vorliegende Schlußband nur die Ankündigung seines Erscheinens, statt jeder Empfehlung — Derselbe ist übrigens von den beiden früheren Bänden vollständig unabhängig und bildet für sich ein harmonisch abgeschloffenes Ganzes, das unter den besten Produktionen der zeitgenössischen Literatur einen hohen Rang einnimmt. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Frankfurt a. M. Dem 25. Jahresbericht der Israelitischen Waisenanstalt in Frankfurt a. M. entnehmen wir: Fünfundzwanzig Jahre sind verstrichen, seitdem die Israelitische Waisenanstalt ins Leben gerufen wurde, und in dankbarem Empfinden blicken wir auf die Zeit ihres Bestehens und auf die bisher ihr beschiedene Wirksamkeit zurück. Die Aufgabe, die sie zu übernehmen hatte, mit den ihr dafür zugewiesenen Mitteln zu erfüllen, ist ihr ernstes Bemühen gewesen, das denn auch durch recht erfreuliche Erfolge gelohnt wurde. Viele der Zöglinge, denen die Wohlthaten der Anstalt zu Theil geworden sind, haben in ihr nicht nur Schutz gefunden gegen die Noth und das Elend, denen sie durch den Tod ihrer Ernährer preisgegeben waren, sie sind auch durch die an ihnen vollbrachte Erziehungsarbeit mit der sittlichen Kraft und der Tüchtigkeit ausgerüstet worden, die ihnen den Weg zu selbstständiger Srwerbsthätigkeit und zu einer ehrbaren Lebensstellung geebnet hat. Dürfen wir hoffen, daß so mancher dieser Zöglinge noch in späten Jahren dankbar der Anstalt gedenken werde, die ihm in jeder Hinsicht die elterliche Fürsorge zu ersetzen bemüht gewesen ist, so ist anderseits die Anstalt stets von dem Bewußtsein erfüllt, daß nächst dem göttlichen Segen, der auf ihrer Arbeit geruht hat, sie dem ausdauernd wohlwollenden Jntereffe ihrer Freunde und Wohlthäter ihre Wirksamkeit jederzeit zu verdanken hatte und noch heute verdankt. Gerne sprechen wir dies am Anfang unseres diesjährigen Berichtes aus und knüpfen daran den Ausdruck der zuversichtlichen Hoffnung, daß diese liebevolle Theilnahme und Unterstützung auch fernerhin uns zur Seite stehen und stets mit den an die Anstalt gestellten Anforderungen gleichen Schritt halten werde. A. Knaben-Abtheilung. Von den 33 Zöglingen, die am Schluß des vorigen Jahres sich in dieser Abtheilung befanden, wurde zu Ostern nach vollendetem Schulbesuch fünf entlasten. Von diesen traten drei in hiesige Geschäfte als Lehrlinge ein, während von den beiden übrigen der eine das Tapezier-, der andere das

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