Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 40 (1899)
- Issue
- Heft 45 (8.6.1899)
- Date
- 1899-06-08
- Page
- [Seite] (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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r7^^i^"^£.f^y^}'- & XJj. Jahrgang. Erste Bellage zu M 45 des „Jatndtt“. -■^igwgi"11 ■" ■ .■■;! '-■ ■ — ■' .», ■-■~!»' . . ■■aggggg*wm——e Leitender Artikel Die neue Pentateuch Übersetzung. Eine Erwiederung. „Sollte es nicht möglich sein, daß Männer von konservativer Gesinnung, die mit dem entsprechenden Uebersetzertalent auSgestattet sind, sich zusammenthun, um mit verlheilten Rollen eine Bibelübersetzung herauszugebcn?" So schrieben wir vor einiger Zeit in der Beilage zum Bericht der Religionsschule der Aoaß- JiSroel-Gemernde. Diese Männer würden sich, falls sie gegen Zeitungsangriffe empfindlich sind, vielleicht doch besinnen, wenn sie den Artikel des Recensenten in der Nr. 4t dieses Blattes lesen würden, wenn sie gewärtig sein müssen, statt sachlicher Förderung und leidenschaftsloser Prüfung persönliche Angriffe und ketzerische Verdächtigungen zu erfahren, wenn sie sehen, daß ernstes Wollen in einer heiligen Sache, daß ein Unternehmen von großen Gesichtspunkten aus geplant in lächerlich kleinlicher Weise von einer Seite beurtheilt wird, die natürlich nur „die Rücksicht auf die Ehre "nienpn umw b» in allem" leitet. Diese Rücksicht war es sicherlich, die den Recensenten dazu veranlaßte, uns einer Verkleinerung der großen Männer zu zeihen, die die Uebersetzung der orthodoxen Bibelanftali verfaßten. Sollte ihn diese Rücksicht verhindert haben, in dem obenerwähnten Berichte den Satz zu lesen: Wir hegen die höchste, alle nur denkbare Verehrung für Männer, wie Rabbi S. B. Bamberg er bn und Dr. Lehmann Sollte es dem Recensenten unbekannt sein, daß es in Deutschland gegeben hat, Koryvhäen auf dem Gebiet der Halacha, die nie darauf Werth gelegt haben, Feinheiten des deutschen Sprachgeistes zu kultioiren? Man setzt wahrlich Männer wie den Würzburger Rav b"L7 nicht herab, wenn man die Uebersetzung d. o. B. nach der sprachlichen Seite hin für verbesserungsfähig hält. Wir stehen nicht an, zuzugeben, daß bei Laien, die die eminente Bedeutung dieses Meisters in Israel nur vom Hörensagen kennen, aus unseren Bemerkungen eine Verkleinerung dieser Männer gefolgert werden könnte. Daher haben wir sie nur im Bericht, der für Fachleute und Kenner bestimmt war,*) und nicht beim Wiederabdruck in der jüdischen Presse ausgenommen, uv'« vn >6 pn*» »eio rn *) Der aber doch gedruckt und in etlichen tausend Eremplaren in ganz.Deutschland verbreitet wurde! Red. d. Jsr. Freilich konnten wir nicht vermuthen, daß auch der Rccensent diese Scheidung nicht machen würde. Und dies umsoweniger, als der wesentliche Gesichtspunkt der Verfasser bei ihrer Uebersetzung ein philologischer und nicht ein ästhetischer war. Gewiß waren Männer, wie Lehmann und Zunz Meister des deutschen Styls. Müssen sie deßhalb in einer Pentateuchübersetzung besonderen 'Nachdruck auf den guten Styl gelegt haben? Sie mag ein bestimmter pädagogischer Gesichtspunkt geleitet haben, uns erschien es angebrachter, diese Art der Uebersetzung in die Unterrichtsstunde zu verlegen und dem Kinde zum Nachübersetzen eine flüssigere Uebersetzung in die Hand zu geben. Es widerstrebt uns, das noch einmal zu betonen, was wir an anderer Stelle ausführlich gesagt haben und was für jeden vorurtheilsfreien Beurtheiler aus jeder Seite der Uebersetzung hervorleucht et. Es wäre aber ganz nützlich gewesen, wenn der Recensent sich über die Verschiedenheit der Prinzipien klar geworden wäre, bevor er eine Parallele zwischen den beiden Uebersetzungen zog. Herr Dr. B. hat es nicht für nöthig befunden. Er hat sich darauf beschränkt, zu einzelnen Versen Bemerkungen zu machen und bis zur Evidenz den Nachweis zu führen, daß wir bei jedem Verse nur der Auffassung eines Kommentators gefolgt sind, und daß es uns nicht gelungen ist, sämmtliche Erklärungen im Targum, Talmud, Midrasch, Raschi, Raschbam, Jbn Esra, Sforno u. s. w. u. s. w. gleichzeitig in der Uebersetzung einer einzelnen Stelle wiederzugeben. Wir machen uns anheischig, bei jedem Verse der Thora mindestens einen Kommentator namhaft zu machen, dessen Auffassung wir nicht gefolgt sind. Die in Aussicht gestellten Artikel des Herrn Dr. B. sind wir also gerne bereit selber zu schreiben, wenn eine verehrliche Redaction es gestattet. Einer solchen naiven Auffassung gegenüber erübrigt es sich nicht, auf Einzelheiten einzugehen. Nur zur Jllustrirung des Verfahrens des Recensenten einige Beispiele. Zu Kap. 2 V. 3 gefällt dem Recensenten die Erklärung des Jbn Esra; wir können uns. wohl denken, daß einem Anderen die dem Berechith-Rabba entnommene Erk ärung Raschis zusagt. Uns hat die sicherlich auch Herrn Dr.B. wohlbekannte gerundivische Bedeutung des Jnsinitiv gleich „indem er machte" zu unserer Uebersetzung veranlaßt. Unmittelbar darauf, nachdem uns die Nichtberücksichtigung Jbn Esras zum Vorwurf gemacht wurde, erscheint Herrn Dr. B. die Berücksichtigung von Jbn Esras Erklärung zu Kap. 4 V 26 die nebenbei bemerkt S. R. Hirsch „die einfache und ungezwungene Auffassung des Verses" nennt, als Verbrechen, nur