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Der Israelit · 1899-05-31 · Heft 43 (31.5.1899) · p. Seite 819

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Journal
Der Israelit
Volume
40 (1899)
Issue
Heft 43 (31.5.1899)
Date
1899-05-31
Page
Seite 819 (sequence 9)
Language
German
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XI». Jahrgang. M 43 Srs,Israelit". Zeitungsnachrichten nnd Correfpondenzen. Deutschland. -d- München, 26. Mai. Ein in bcr Künstlerwelt, sowie in weilen Kreisen sihr bekannter und beliebter Mann, Herr Kunstmaler Louis N e u st ä t l e r ist am 24. d. in seiner in Tutzing bei München gelegenen Villa verschieden nnd wurde am 26. d. zu Grabe geleitet. Der Verstorbene, welcher ein Alter von 70 Jahren erreichte, war ursprünglich zum Handwerk bestimmt, widmete sich jedoch der Kunst und besuchte die Akademie in München. Er erzielte zahlreiche Erfolge, namentlich auf dem Gebiete der Genremalerei leistete er Hervorragendes. Wiederholt hatte er als Delegirter der hiesigen Künstlerschaft dieselbe bei Veranstaltungen, die außerhalb München's stattfanden, zu vertreten, wie er auch ostnrals als Leiter der Arrangements der deutschen Abtheilung bei ausländischen Kunstausstellungen in ersprießlicher Weise thntig war. Die Verdienste, die er sich hiebei erwarb, wurden mehrfach durch Verleihung in- und ausländischer Orden gewürdigt. Seine große Liebe zur Natur und sein empfindsamer Sinn für deren Schönheiten veranlaßten ihn, die letzten 20 Jahre in dem am reizenden Starnbergersee so malerisch gelegenen Tutzing zu verbringen, hier wurde er wegen seiner Bemühungen, um die Hebung und Verschönerung des Ortes zum Ehrenbürger ernannt. Dem Sarge gab ein zahlreiches Trauergefolge, darunter Deputationen der Gemeindevertretung der Feuerwehr und des Verschönerungsvercins Tutzing :c. das letzte Geleite. Nachdem Herr Rabbiner Dr. Werner über Leben und Wirken des Entschlafenen gesprochen, widmete im Namen der Gemeinde Tutzing Herr Oberingenieur Behring er einen herzlichen, ehrenden Nachruf, ebenso im Namen der Münchener Künstlergesellschaft Herr Kunstmaler Groß, sowie auch Namens der Feuerwehr und der Verschönerungsverein Tutzing, Worte der Werthschätzung und der Hochachtung dem Dahingeschiedenen gespendet wurden. F^iburg i. B. Dem zweiten Bericht des FriedrichsheimS für israelitische Sieche und arme Greise entnehmen wir: Was die vor Begründung der Anstalt angestellten statistischen Erhebungen ergeben haben, hat sich bewahrheitet. Die Gesuche um Ausnahme sind so zahlreich, daß die Mittel nicht ausreichen, alle, selbst die vollauf begründeten, zu genehmigen. Unsere Mitglieder wollen uns treu bleiben und sich und uns weitere Genosien gewinnen. Wohl sind in der Berichtszeit uns schätzbare Beweise des wohlwollenden Interesses geworden. Herr und Frau Max Wttrzburger—Karlsruhe begründeten eine Stiftung mit 2000 Mk.; der in Breisach verstorbene Herr Alexander Schn erb vermachte die Hälfte seines Nachlasses und feine Bücher. Der Vorstand hat dem unverheirathet Verstorbenen eine ewige Jahrzeit unangefordert zugebllligt. Die Kinder des in Freiburg verstorbenen Leopold DukaS errichteten eine Jahrzeitsstiftung mit 1000 Mk. und besorgten die Ausstattung des Leopold-Dukas-Zimmers mit einem Aufwand von 263 50 Mk. Die Kinder eines in Mannheim verstorbenen Herrn haben ebenfalls 1000 Mk. geschenkt und ersucht, die Nennung des Namens zu Unterlasten. Außerdem sind an Spenden und Gaben mehr als 5000 M. eingegangen. Und doch — das „Viel" ist „zu wenig", denn es genügt nicht. 31 Gesuche sind eingercicht worden (15 Männer und 16 Frauen). Davon wurden 16 genehmigt; 6 Frauen und 8 Männer. Das Alter variirt bei den Greisen zwischen 91 und 60, bei den Siechen zwischen 63 und 43 Jahren. Die Verpstegungsgeloer der Gemeinven schwanken zwischen 200 und 40 M., die von Privaten zwischen 500 und 150 Mk. jährlich. Vierzehn Pfründner bewohnen das Haus. Zwei sollen demnächst eintreten. L>nrückgewiesen wurden 5 (3 M. 2 Fr.) weil ihr Gesundheitszustand nicht den Anforderungen und nicht dem erforderlichen Alter entsprach. Nicht zustande kamen 2 Unterhandlungen. 7 Gesuche war man gezwungen abzulehnen oder für später zu vertrösten, weil die Mittel kaum zum Unterhalt für die schon Ausgenommenen ausreichen; zählen wir doch statt der in Aussicht genommenen 10, 14 Pfründner. Wir wenden uns deßhalb an alle Israeliten Badens mit der Bitte, des Friedrichsheims in Freud und Leid denken und es mit Gaben bedenken zu wollen. Der Beweis ist erbracht — die Anstalt war ein dringendes Bedürfniß — und ist auch nicht, wie selbst ihre Freunde meinten, zu groß augelegt — Soden im Taunus. Dem Jahresbericht der Verwaltung der Kuranstalt für arme Israeliten in Bad Soden am Taunus (1898) entnehmen wir: Der Gedanke, der vor 15 Jahren die Gründer unseres Vereins veranlaßt hat, in Bad Soden eine Heilanstalt für Lungenkranke zu errichten, hat einen mächtigen Aufschwung genommen und allenthalben rüstet man sich, um Volksheilstätten und Sanatorien erstehen zu lasten, die dazu bestimmt sind, dem Erbfeinde der Menschheit, der Lungentuberkulose entgegenzuwirken. Bereits befaßt sich der Staat damit,

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