Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 40 (1899)
- Issue
- Heft 42 (29.5.1899)
- Date
- 1899-05-29
- Page
- Seite 806 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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606 seinerseits den General-Gouverneur an. Drumont ist kein guter Redner; er murmelt zu viel in den großen melirten Bart, und dann hat er auch gar nicht das Aeußere, das man bei einem antisemitischen Agitator erwartet, der sich für den ersten Helden seines Landes hält. Der vorgebeugte Kopf verschwindet unter dem langen, glänzend schwarzen Haar; man sieht nichts mehr unter der großen Brille, als die unruhig scheuen Aeuglein über der gewölbten Nase. Das ist vielmehr der Typus eines jüdischen Schullehrers und man begreift, daß ein boshafter Journalist auf die Idee kommen konnte, Drumont sei nur eine verstümmelte Ableitung von Traumann. Wenn dieser kleine Mann im großen Bart mit seiner weinerlichen Stimme sich in blutigen Ausfällen gegen den Mann auf der Regierungsbank vor ihm wendet, so kann man ihn beim besten Willen nicht mehr ganz ernst nehmen. Man weiß, daß er selbst auch nur für seine lieben Wähler drüben überm Meere spricht, und daß ihm das, was die Regierung thut, eigentlich gleichgiltig bleibt. Je kräftiger also Drumont heute sprach, .desto heiterer wurde die Kammer, und wieder waren es die Antisemiten, die gezwungen mitlachten. Literarischer. ’B- Hebräisch« Lesefibel. Von I. M. Japhet, Lehrer an der UnterrichtSanstalt der Israelitischen Religionsgesellschaft zu Frankfurt a. M. Zwölfte, verbesserte und vermehrte Auflage. Frankfurt a. M. Verlag von A. I. Hofmann, 1899. Die vorliegende hebräische Lesefibel hat seit ihrem ersten Erscheinen, trotz der zahlreich herausgcgebenen ähnlichen Merkchen, sich in der Gunst des jüdisch-pädagogischen Publikums zu erhalten gewußt. Die methodischen Grundsätze, auf welchen der erste Entwurf beruhte, nämlich das Unbekannte an das Bekannte anzuknüpfen und vom Leichten zum Schwierigen überzugehen, werden auch heute noch als maßgebend in der Methodik anerkannt, und ist darum der Lehrgang in dieser neuen Auflage im allgemeinen derselbe geblieben. Fachkundige College», welche es mit dem Verfaffer als ein Vortheil ansehen, wenn das Kind die Fibel baldmöglichst mit dem Gebetbuche vertauschen könne, werden in der Knappheit der Hebungen, in denen gleichwohl jede Leseform eine ausreichend spezielle Berücksichtigung gefunden, die Gewährleistung dieses Vorzuges erblicken. Seitdem die elfte Auflage erschienen, ist der um die jüdische Literatur so hochverdiente Verfaffer au« dem Leben abberufen worden. E» ist gewiß im Sinne de« sel. Entschlafenen, daß seine Lestsibel in der Form, die er ihr gegeben und in der sie sich durchaus bewährt hat, auch in der neuen von Herrn H. Schwab redigirten Auflage erscheint. Der Inhalt ist um einiges vermehrt, indem zu den kleinen Gebetstücken noch einige, welche kleinere Kinver zuerst zu beten pflegen, hinzugefügi worden sind. vermischtes. Trier Zum Kapitel „Juden in der Landwirtschaft" möge folgender kleine Beitrag dienen. In Niedaltorf (Kreis Saorlouis Bez. Trier) starb im vorigen Jahr ein hochge achteter jüdischer Greis Namens Isaak, der mehr als ein halbes Jahrhundert der bedeutendste Imker der Gegend war. Seine Bienenwirthschaft wird jetzt von dessen Sohn fortgeführt und bringt jährlich, wie man mittheilt, einen Gewinn von etwa 3000 Mark ein. Der Honig wird seiner Vorzüglichkeit und Reinheit wegen mit Vorliebe gekauft. Rülzheim (Pfalz), 17. Mai. In Verbindung mit dem Schabuoth-Feste, beging die hiesige israelitische Kultusgemeinde die Einweihung einer neuen Thora-Rolle. Dieselbe von dem Verein Bikkur-Eholim gestiftet, und von dem Sofer Herrn Schloß in Karlsruhe trefflich hergestellt, und von Frau Silber st ein in Karlsruhe mit sehr schon gestickten Mäntelchen versehen, wurde in festlichem Zuge nach der Synagoge gebracht und im Synagogenhofe vom Vereinsvorstande, Herrn S. Landauer, mit einer feierlichen Ansprache dem Kultusvorstande Herrn Jos. Feibelmann übergeben. Der Festgottesdienst wurde durch vorzügliche Gesangsvorträge des Synagogenchores verschönt, um deren Einstudirung die Herren Lehrer K a h e in u. Kahn sich verdient gemacht hatten. Herr Bezirksrabbiner Dr- Einstein von Landau hielt die Festyredigt, die auf die dicht gedrängte Zuhörerschaft einen tiefen Eindruck machte. - Ein Festbankett vereinigte am Nachmittage vie Fefltheilnehmer, zu denen sich zahlreiche christliche Einwohner von Rülzheim gesellten. Herr Bezirksrabbiner Dr. Einstein brachte ein begeistert aufgenommenes Hoch auf den Prinzregenten ans. Gesangs- und Musikvorkräge wechselten in bunter Reihe mit einander ab und hielten alle Anwesenden in fröhlicher Festesstimmung. H. R. Psnkhsrts Streng rituelles Etablissement I. Ranges. Mit Genehmigung Sr. Ehrwürden Herrn Landrabbiner Dr. Rülf, unter Aufsicht Sr. Ehrwürden Herrn Rabbiner Dr. Auerbach— Halberstadt. In schönster Lage, ruhiges vornehmes Haus am Walde und der Promenade, 46 eleg. Talons mit 36 Balcons, große Veranda, extra gute Verpflegung Volle Pension incl. Zimmer von 6.50 M. an. Samstags Gottesdienst. Eröffnung 1 Mai. 2751) Slnx Hecht. Zurückgesetzte Sommerstoffe 10 Prozent extra Rabatt auf alle schon redazirten Preise, wegen vorgerückter Saison. -U- Muster auf Verlangen franco. Modebilder gratis. 6 Met. solid. Galene-Sommerstoffz. Kid. M.l.öO 6 „ Mestor-Zephir ,, „ „ „ 1.60 6 „ „ Crfipe.Cai'eaux ,, „ ,, „ 2.40 6 „ extra prima Loden „ „ „ „ 3.90 Ausserordentliche Gelegenheitskäufe in modernsten Kleideru. 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