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Der Israelit · 1899-05-25 · Heft 41 (25.5.1899) · p. Seite 779

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Journal
Der Israelit
Volume
40 (1899)
Issue
Heft 41 (25.5.1899)
Date
1899-05-25
Page
Seite 779 (sequence 17)
Language
German
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Xli, Jahrgang. Zweite Leilage -u M 41 des „Israelit". Leitender Artikel. Die neue Pelltütetiltl-Ueversetziuig. Einige vorläufige Bemerkungen. Von Dr. S. Bamberger, Rabbiner in Schrimm. *) Als Ptolcmäus PhiladelphuS eine griechische Uebersetzung der Thora anfertigen lassen wollte, erbat er sich 72 des Hebräischen und des Griechischen gleich kundige Männer. Dieses Moment, genaue Kenntniß der Sprachen, ist im allgemeinen bei Anfertigung einer Uebersetzung unerläßliche Vorbedingung. Bei einer das orthodoxe Judentyum berücksichtigenden Uebersetzung der heiligen Schrift ist außerdem eine genaue Kenntniß des Talmud, der Midraschim und der alten Thora-Kommentare erforderlich, um in Uebersetzung gegen Geist und richtige Auffassung der heiligen Schrift nicht zu verstoßen. Dies alles vermissen wir schmerzlich bei der jüngst erschienenen Pentateuch - Uebersetzung von Dr. I. Wohlgemuth und I. Bleich rode, für welche durch Verkleinerung der altbewährten Uebersetzungen von Zunz und der orthod. Bibelübersetzung Propaganda gemacht werden will. Wir wollen vorerst auf die von Herrn Dr. Wohlgemuth dem Rechenschaftsberichte der Religionsschule der Adaß-Jisroel- Gemeinde zu Berlin beigegebene Arbeit „zum Unterricht in der Bibel" nicht näher eingehen. Es sei bezüglich der Sprache der neuen Uebersetzung im Anschluß an die in Nr. 32 dieses gesch. Blattes gegebene Besprechung des Herrn Elias Gut nur bemerkt, „wer andere neben sich klein zu machen sucht, ist selbst nicht groß." Wir können ferner nicht umhin, dem Gedanken Ausdruck zu verleihen, daß Männer, die weder auf dem Gebiete der jüd. Wissenschaft, noch auf dem der allgemeinen Wissenszweige sich einen Namen erworben haben, das Recht aberkannt werden muß, die anerkannte Werke hochbedeutender Gelehrten einer Kritik zu unterziehen. Die in der jüd. und allgemeinen Literatur hervorragenden Leistungen eines Rabbi S. B. Bamberger ^str und eines Dr. Lehmann Vn und der hervorragende Gelehrtenruf eines Rabbi Abraham Adler welche in gemeinschaftlicher Arbeit die Pentateuch- Uebersetzung der orthodoxen Bibelanstalt verfaßten, desgleichen die Bedeutung eines Zunz als Gelehrter *) Von einem Sckulmann, der feit vielen Jahren den Pentateuchunterricht in verschiedenen Klassen leitet, haben wir ebenfalls eine eingehende Besprechung in Aussicht gestellt bekommen. Rev. d. Jsr. und Literat, lassen cs als überflüssig erscheinen, über die seitens des Herrn Dr. Wohlgemut geübte Kritik an der Sprache dieser Uebersetzungen auch nur ein Wort zu verlieren. Der hervorragend pädagogischen Befähigung und pädagogischen Erfahrung dieser Herren erschien mit Recht ihre Uebersetzungsweise hinsichtlich Uebersetzung und Sprache als die für ein Schulbuch unbedingt richtige. Wenn die Herren der neuen Uebersetzung einmal über solch reichliche Erfahrungen verfügen, mögen sie an die Beurtheilung der alten Uebersetzungen herantreten. Doch hierüber ein andermal. Der Zweck dieser Zeilen ist nur, darauf aufmerksam zu machen, daß die erwähnte Wohlgemuth'sche Uebersetzung zum Unterrichte in einer Schule der orthodoxen Richtung und auch zum Gebrauche in orthodoxen Familien unbrauchbar ist. Ich werde in nächster Zeit diese Uebersetzung einer weiteren Prüfung unterziehen und das Ergebniß derselben der verehrl. Redaktion dieses gesch. Blattes auf Wunsch zur Verfügung stellen.*) Zur Begründung vorstehender Behauptung sei mir gestattet, auf einige Stellen aufmerksam zu machen, welche mir bei einer flüchtigen Durchsicht der ersten Kapitel des ersten Buches ausgefallen sind: Kap. l, 26: a“x nrw „wir wollen Menschen machen," statt „einen Menschen". Das Vorbild der o*jm cvar, welche nach Megilla 99 mw: mit nr»x (und ebenso o»na nap: nst mit una) Wiedergaben, hätte die Herren Uebersetzer belehren müssen, bei der Uebersetzung des darauffolgenden Wortes nicht einen zweideutigen Ausdruck zu gebrauchen. Oder sollte diesen Herren die Stelle nw an« »na: unbekannt sein? Kap. 2, 3: x »na irx „das er erschaffen und gemacht hatte", ist wahrlich keine Verbesserung gegen die herrliche dem ibn Esra entnommene Uebersetzung der orthod. Bibelanstalt „das Gott erschaffen hatte, um fortzuwirken". Kap. 4, 26: "i ara Xipb Srtin ix „damals sing man an, den Namen des Ewigen anzurufen". An dieser Stelle scheint ibn Esra Wohlgefallen in den Augen der Herren gefunden zu haben, obwohl aunr, efr. «an imna, erklärt xrj'x 'ja v?n mova pa (xt xara nxSj6o (siehe nrn:) und Raschi und Kimchi dieser Erklärung folgen. Sollten hier nicht die Uebersetzungen der orth. Bibelanstalt und Mendelsohn's weit zutreffender und vorzüglicher sein! Kap. 6, V. 3: "ai nxv wr vm "i;i nr, p*r xS „mein Geist soll nicht ewig im Menschen walten, da auch er Fleisch ist; so sollen denn seine Tage hundert *) Wir bitten darum. Red. d. JSr.

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