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Der Israelit · 1899-05-25 · Heft 41 (25.5.1899) · p. Seite 763

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Journal
Der Israelit
Volume
40 (1899)
Issue
Heft 41 (25.5.1899)
Date
1899-05-25
Page
Seite 763 (sequence 1)
Language
German
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Xli. Jahrgang. M 41. Der Israelit. Ein Aentrat-Hrgan für das orthodore Iudenlhum. Begründet von Dr ftetpsmnn in IXtsitns- Donnerstag, de« 25. Mai S6SS (1899). Für Eine Mnekr abonnirt man bei allen Postanstalten für den Monat ffi® Juni esm auf den „Israelit“. Dieser Preis tritt aber nur ein bei Abonnements, welche rechtzeitig am Post-Zeitungsschalter des Wohnsitzes des Bestellers oder bei dem betreffenden Landbriefträger aufgegeben werden. Ausland entsprechend höher. Die GrprüUion ües „Israelis. Leitender Artikel. Die Fleischtöpfe Egyptens. /(Zu p^yro r&ic.) Mainz, 24. Mai. Zweimal finden wir in der Thora, daß unsere Väter in Hr Wüste nach Fleisch verlangten. Das erste mal war es wenige Tage vor der Offenbarung am Sinai und das zweite mal kurz nach derselben. Das erste Verlangen wird im Anfang des 16. Capitels des II. B. M. in der Thora berichtet, das zweite findet sich in unserem Wochenabfchnitt IV. B, M„ Cap. 11. Ein flüchtiger Blick auf beide Vorkommnisse zeigt uns eine wesentliche Verschiedenheit. Bei dem ersten Verlangen finden wir nicht nur keinerlei gött- . ljchhN Unwillen darüber verzeichnet, sondern dasselbe ^at«H)gar die Gewährung des Manna, jener wun- "vervoldn Himmelsspeise zur Folge, die Brod, Fleisch und Alles dasjenige ersetzt, wonach Menschen nur verlangen können. Das zweite Verlangen nach Fleisch in unserm Wochenabschnitt wird dagegen wiederholt ■ als ein solches verzeichnet, das den Zorn Gottes in hohem Grade entflammt und auch in Moschehs Augen mißfällig erschien. Nach dem Wortlaut, in welchen sich der Unwillen des Volkes zum ersten male kleidete, hätten wir vielleicht gerade damals eine schärfere Verurtheilung erwarten sollen. ES war dies eben der Anlaß, bei dem die Fleischtöpfe Egyptens zur Sprache kommen. Die betreffende Stelle lautet: / „Es murrte die ganze Gemeinde der Kinder Israels —-Mder Moscheh und Aharon in der Wüste. Es sprachen zu ihnen die Kinder Israels, möchten wir doch durch die Hand Gottes sterben im Lande Egypten, indem wir am Fleischtöpfe sitzen, und Brod zm Sättigung essen, denn ihr habt uns herausgeführt in diese Wüste, um diese ganze Gemeinde durch Hunger zu tödten." (II. B. M., XVI. V. 2, 3.) Eine aufmerksame Beachtung dieser Gätze zeigt uns sofort einige eigenthümlichen Nüancirungen, deren richtige Würdigung für eine andere Auffassung dieser Stelle al» die landläufige sprechen dürfte. Nachdem in dem dieser Stelle unmittelbar vorangehenden Satze die Wüste Sin als die Oertlichkeit des ganzen Vorganges genannt wurde, bedarf die Wiederholung, daß die Gemeinde gegen Moscheh und Aharon in der Wüste murrte der Erklärung. Dieses Murren selbst wird hier zuerst betont und dann erst das Motiv genannt. Wenn am Schluffe de» vorhergehenden Capitels ebenfalls von einem Murren des Volkes berichtet wird, so wird ihm der Grund derselben vorausgeschickt, daß sie drei Tage reisten ohne Wasser zu haben, und daß sie dann bitteres Waffer fanden. Ebenso im folgenden Cap. XVII, V. 3. ojh f'ri d'ö^ an av mtn „da» Volk dürstete nach Waffer und deßhalb murrte es." Wenn das Murren des Volkes sich dann bis zum Lebensüberdruß steigert, so spricht sich da» Verlangen nach dem Tode ebenfalls in einer anderen Nüance aus, als sonst. Während es z. B. bei der Verirrung der

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