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Der Israelit · 1899-05-18 · Heft 39-40 (18.5.1899) · p. Seite 104

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Journal
Der Israelit
Volume
40 (1899)
Issue
Heft 39-40 (18.5.1899)
Date
1899-05-18
Page
Seite 104 (sequence 40)
Language
German
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gelangte der Streit darüber yor das Forum der Behörden, and wurde zu Gunsten der Kolonisten entschieden. Ged er ah ist in 25 Besitzungen eingetheilt. Von den Besitzern wohnen nur 18 in der Kolonie, die übrigen anderweitig, and lassen ihre Felder entweder durch Bahnarbeiter, oder durch ansässige Kolonisten bestellen. Gederah zählt 85 Seelen, von welchen ein Theil mit Unterstützung des Comitö’s, ein Theil auf eigene Kosten sich dort niedergelassen haben. Zn den ersteren sind neun Familien zu rechnen, welche von unserem Vereine unterstützt wurden. Im Jahre 5655 haben nur drei Familien Unterstützung erhalten, abgesehen von einigen Darlehen auf kurze Frist; im Jahre 5656 brauchten wir nur zwei Familien za unterstützen. Jeder Kolonist hat ein Wohnhaus, einen Stall, einen ausreichend grossen Hof, ein Ackerpferd und 2—7 Stück Nutzvieh. Jeder Kolonist besitzt 9—15 000 Weinstöcke, deren Ertrag ein Einkommen von 1000—2800 Frcs. gewährt. Sieben Kolonisten genügt das Einkommen vom Ertrage ihrer Weinberge zu ihrem Lebensunterhalte; dieselben haben, abgesehen von einigen Rückständen» an das Comite noch eine Schuldenlast von zusammen 6000 Frcs. Auch die Kolonisten, welche sich auf ihr eigenes Risiko inGederah niederlasscn, machen von der Unterstützung unseres Vereins weitgehenden Gebrauch. Vier derselben haben grössere Darlehen von uns erhalten. Diese, wie alle Unterstützungsbedürftigen, leisten keine Beiträge an die Gemeindekasse, wodurch für die übrigen Bewohner von Gederah lästige Mehrausgaben entstehen. Ein aus freier Wahl der Kolonisten hervorgegangener Rath besorgt die Angelegenheiten der Gemeinde. Wichtigere Fragen werden von der Generalversammlung der Kolonisten in Gemeinschaft mit dem Exekutiv-Comitö erledigt. Da für jeden Kolonisten in Gederah bloss 36 Dnnam Land vorhanden sind, ist der Weinbau dort vorherrschend. In diesem Zweige des Landbaues übertreffen die Gederahner alle Kolonisten des heiligen Landes, da ihre Weinberge vortrefflich bearbeitet und mit den besten Beben bepflanzt sind. Nebenbei treiben die Kolonisten auch etwas Feldbau und haben schon öfter durch Düngung ihrer Felder gute Ernten in Weizen und Gerste erzielt. Sehr wünschenswert!» ist es, dass die Kolonisten ihr Augenmerk mehr auf Feldbau richten würden, um nicht von einem Zweige des Landbaues abzuhängen. Würden sie doch in einem schlechten Weinjahre der grössten Noth ausgeseztt sein. Ueberhaupt sollten sie danach streben, mindestens ihr Brod, Gemüse und Viehfutter für ihre Wirtschaft anzubauen. Bevor diese Kolonie, ihrer Lage gemäss, in erster Linie für den Weinbau bestimmt wurde, haben die ersten Ansiedler dort selbst danach gestrebt, durch derartigen Anbau wirtschaftlich selbstständig zu werden. Es muss dieses ebenso das Streben jedes wackeren Landwirtes sein, wie es der Wunsch jedes Freundes der Kolonisation ist. Hoffentlich ermannen sich die Ansiedler, dieses Ziel durch Fleiss und Liebe zum Landbau recht bald zu erreichen. E. Weitere Nachrichten aus Rechoboth. Klima. Die Kolonie liegt westlich von Daran, zu beiden Seiten der Strasse, welche von Bischon 1'Zion nach Ekron führt. Sie ist 5 Stunden von Jaffa, l1/2 Stunden von Bischon l’Zion, IV2 Stunden von Wadi- Chan in, 1 Stunde von Ekron und 2 Stunden von Gederah entfernt. Klimatisch ist die Kolonie günstig gelegen, die Lnft ist dort massig feucht, ein Fluss oder Wassergräben sind nicht vorhanden, einige Sümpfe befinden sich in halbstündiger Entfernung und sind überdies von der Kolonie durch eine Bergkette getrennt. Der in der Kolonie angelegte Brunnen von 28 Meter Tiefe liefert ein gutes, trinkbares Wasser, dessen Menge auch für die wirthschaftlichen Bedürfnisse der Kolonie und zur Bewässerung ihrer benachbarten Baumschule genügt. Das Fieber tritt selten und in der Regel ungefährlich auf. Der Gesundheitszustand ist gut. Die Kolonie hatte bisher keinen Todesfall aus ihrer Mitte zu .verzeichnen. Die auf dem Friedhofe zu Rechoboth bislang bestatteten Leichen wurden aus anderen Kolonien dorthin überführt, oder es sind Leichen dort verstorbener Fremden. Die im Sommer zuweilen bei Frauen und Kindern der Kolonie auftretenden Angenkrankheiten hofft man durch Erweiterung der Anpflanzungen zu verscheuchen. Gute Dienste bei Erkrankungen leistet ein geübter und erfahrener Heilgehilfe, welcher sehr gewissenhaft in seinem Berufe ist. Landbau in Rechoboth. Der Boden zerfällt in drei Klassen von fast gleichem Flächeninhalte. Die erste Klasse, Lehmboden mit schwachem Kalk und Thongehalt, für den Getreidebau besonders geeignet, befindet sich am Fasse der Hügel und in den Thälern, enthält viel Feuchtigkeit und ist sehr fruchtbar. (Fortsetzung folgt.) Dnuk dar Jok. W,i r t k'Mäeu HoAnekdraekarei kotian-GaaaiUohaft, Haina.

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