Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 40 (1899)
- Issue
- Heft 52 (3.7.1899)
- Date
- 1899-07-03
- Page
- Seite 1013 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Xli. Jahrgang. Beilage M M 52 des „Israelit". Oe. Israel Hildesheimer y'3. Die Trauerfeier tu den Gemeinden. Straßburg Auch hier wurde zum Andenken an den verstorbenen Herrn Dr. I. Hildesheimer 7"y* an dem vergangenen Sonntag in der Synagoge der Religionsgesell: fchaft ein 3200 abgehalten. In ergreifenden Worten schilderte Herr Rabbiner Buttenwieser '"2 den unersetzlichen Verlust, den das gesetzestreue Judenthum durch den Heimgang seines in den vordersten Reihen stehenden Kämpfers erlitten hat, und wie er als der letzte der G’yi3 oy338 (Barnberger, Hirsch, Lehmann) in jener trostlosen Zeit, wo die Rcformsuchr am meisten überhand nahm, in die Bresche rrat. Der Redner führte des weiteren aus, dag gerade der "003 uns an die bösen Folgen der Rejorin erinnert; wie zur Zeit der Zerstörung Jerusalems, rvrr? ronttü 'idi 0*000 223 so hat auch die Reform die Gesetzestafeln Zerstören, die göttlichen Gebote abschaffen, in den Stätten gemeinsamer Gottesverehrung Einrichtungen heimisch machen wollen, welche dem Geiste des Judenthums bis dahin fremd waren. In meisterhafter Weise wurden die scheinbar sich widersprechenden D'ttnio: rv3 nsnttfs D'p’ia nn’o rwp i3’P78 und '1 0’3 ODpttfo onr erklärt, indem der eine Ausspruch sich auf solche 0'p'3L bezieht, die bloß durch ihr Beispiel, der andere auf solche, die wie Dr. Hildesheimer 7'LI auch durch ihre Lehren segensbringenden Einfluß auf ihre Mitmenschen üben und sie zur 080’ und min erziehen. Wir können daher mit den Worten Iosuas klagen, der beim Tode seines Lehrers Moses ausrief 3'00 ncj '3 'i oymo wollen aber nicht in müßigem Wehklagen verharren, sondern zu Gott hoffen und beten. .U87p Dva u:y “pcn oytsnn 'i Wreschen, 26. Juni. Auch in der hiesigen Gemeinde- Synagoge fand gestern Abend 7 Uhr eine erhebende Trauerkuudgebllng für den verstorbenen Dberrabbiner Dr. I. H ildeSheimer statt. Das Gotteshaus war von Andächtigen gefüllt. In einer glänzenden Rede schilderte Herr Gemeinde-Rabbiner Dr. Lew in das segensreiche Wirken des Meisters und Lehrers in Israel und beklagte den großen Verlust für das Judenthum. Herr Kantor Ezachanowicz trug in ergreifender Weise die üblichen Gebete vor und damit schloß die Feier, die auf alle Besucher einen bemerklichen Eindruck machte. Bingen (Rhein), 26. Juni. (Gestern, am N003 fand auch in der Synagoge unserer Religionsgesellschaft eine würdige Trauerfeier zu Ehren des verewigten Rabbi Israel Hildesheimer 7 "Li statt. Anknüpfend an den Vergleich zwischen der Trauer am gestrigen Fasttage und der Klage um einen Verstorbenen von der Bedeutung Rabbi Hildesheimers entwarf Herr Rabbiner Tr. Schlesinger, ein ausführliches Bild von der vielseitigen, segensreichen Thätigkeit des Entschlafenen in Ungarn und in Deutschland. Mit meisterhaften Worten, die von Herzen kamen und dcßhalb auch zu Herzen gingen, schilderte der Redner die edlen Charaktereigenschaften seines großen Lehrers, den eisernen Fleiß, die unermüdliche Schaffenskraft für die Interessen des Judenthums in ergreifender Weise nicht minder das in ihm gegebene Beispiel einer glücklichen Verbindung von 00*0 und p8 *Ti, dar uns allen zur Nachahmung und Nacheiferung stets vor Augen schweben solle. Das Andenken „des Gerechten" wird auch hier zum Segen gereichen! MoSbach i. Baden, 29. Juni. Heute wurde auch hier eine Gedenkfeier für den dahingeschiedenen Dr. JSr. Hildesheimer y'stt abgehalren. Nach dem 0M0-Gebete bestieg unser Bez.-Rabbiner Herr Dr. Löwen st ein die Kanzel und schilderte in einstündiger Rede daS Leben des großen ManneS mit einer Begeisterung und Gefühlsinnigkeit, daß wohl Niemand dem Eindruck dieses 32D0 im wahren Sinne des Wortes sich entziehen konnte. Es waren Worte, die von Herzen gingen und zum Herzen drangen. Anknüpfend an die DOj2 011D verglich der Herr Redner den Hingeschiedenen Meister mit do:d dem Eiferer für das Gesetz, der seine kraftvolle Persönlichkeit, sein tiefes Wissen mit beispiellosem Erfolg für die Sache der 0HD8 einsetzte. mn7o nsntw noo3 opy nyzstja, am 4. non sei eine mächtige Stütze der Gesetzestafeln gebrochen. Der Herr Redner schilderte mir hinreißender Beredsamkeit den Studiengang des Meisters, seine überaus glückliche Ehe mit der fron:men Gattin, die kein höheres Glück kannte, als die Erfolge ihres Gatten auf geistigem Gebie'e, den kühnen Entschluß des jungen Paares, nach dem fremden Ungarn auSzuwandern, die Kämpfe des MeisterS, die er dort einerseits mit den neologen anderseits den allem profanen Wissen abholden Elementen zu führen hatte, den endlichen Sieg, die erfolgreiche Thätigkeit auf der Pester Konferenz und seine reich gesegnete Wirksamkeit in Berlin. Redner erzählt unter Thränen, wie der große Mann in allen Ländern Europas herumgereist sei. ohne Rücksicht auf sein« Gesundheit, im Sommer und Winter, um zur Errichtung eines Rabbinerseminars und zur llnterftützung dürftiger Studenten Alnrosen zu sammeln, wie aber auch seinem Schaffen der Segen des Himmels zutheil geworden sei, so daß die Hoffnung begründet ist, daß sein Werk für alle Zukunft bestehe. . pN-wa nin dvh 7sj 713B o^ »3 iyin 8>0 Wißt Ihr nicht, daß heute ein Fürst, ein Großer in Israel gefallen ist? rief der tief ergriffene Redner, der sich glücklich pries, ein Schüler und Hausgenosse des großen Mannes gewesen zu sein, mit David auS, als er den Tod 0J38 beklagte. Es war auch ein Wehklagen des SohneS um den Vater, um die Leuchte, ui 38, um den Fürsten und Großen in Israel. Der Herr Redner schloß mit dem Gelöbniß, auch ferner in den Pfaden des Meisters seines Amtes zu tvalten und mit der innigen Bitte an die Geukeiude, ihr Leben nach dem Vorbilde des großen gottbe geisterteu Mannes eiuzurichten. Gtratznitz, 26. Juni. Eine Geschäftsreise führte mich gestern von der Residenzstadt Wien hierher nach der mährischen Provinzstadt Straßnitz. Was ich da von Pflege unserer rwnpn oioyi mm zu sehen und zu hören Gelegenheit hatte, konnte mich nur auf's angenehmste überraschen, da man solch fromme Einrichtungen und von echt jüdischem Geiste durchwehte Institutionen sonst in Mähren nur sehr spärlich antrifft. Daß hier 0"0^I und oouy ,min noch in alt frommem Sinne gepflegt wird, ist das Verdienst des hiesigen streng konservativen Rabbiners Herrn Dr. Fried - mann, eines Schülers des Dr. Hildesheimer 7"L1 in Berlin. Einen bewältigenden Eindruck machte auf mich insbesondere der am gestrigen Abend 11003 itPy ny3tP ms» abgehaltene Gottesdienst, mit welchem ein 320.1 auf Rabb. Tr. Hildesheimer 7"L1 verbunden war. In nahezu anderhalbstündiger, formvollendeter Rede, .383' und 3010 mit geistreicher Erklärung vieler interessanter Citate aus 31070 "pn und ttnio verbindend, verstand esjder meisterhafte Kanzelredner ein treues Bild vom Leben und Wirken seines großen Lehrers u. Meisters zu veranschaulichen. Von der jüd. Nationaltrauer des 11003 7&yy oysff noyn ausgehend, erwähnte der ehrw. Herr Rabbiner den talmudischen Ausspruch 00'0 0B9