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Der Israelit · 1899-05-12 · Heft 37-38 (12.5.1899) · p. Seite 723

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Journal
Der Israelit
Volume
40 (1899)
Issue
Heft 37-38 (12.5.1899)
Date
1899-05-12
Page
Seite 723 (sequence 25)
Language
German
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12. Mai 1899] DMMisL. Heil. »L Mr.!f 8, W. l«» «. für dass^^ ^orthodoxe <MuderrthumÄ OSESO ARO N SäS^rwl L5Ät-^ä/aBÄs säfßS mm hm M" SfÄI Thristiiie von AsnsrieL Eine Erzählung in drei Bildern. - -—— -— - l. In den Dianensälen wogte ein so glänzendes, ausgelassenes Maskengetümmcl, daß es schwer war, den Bewegungen der einzelnen Masken zu folgen, die in dem lebhaften Gewoge auf- und niedertauchten. Diesen Umstand machte sich ein prächtig ausgestatteter Malthescrritter zu Nutze, indem er plötzlich hinter dem Vorhang einer der vielen Seitennischen verschwand, um von seinem sicheren Posten aus die wogende Masse vorbei passiren zu lassen. Aber kaum hatte der Ritter sein abgeschiedenes Standquartier bezogen, als ihm ein Blumenmädchen nachschlüpfte. Es bedurfte der Losung nicht, sie hatten sich beide sofort erkannt und begrüßt. „Bist Du sicher, daß uns Niemand kennt?" fragte der Ritter mit gedämpfter Stimme. „Vollkommen", erwiederte das Blumenmädchen. „Ich habe alles Deinem jüngsten Brief entsprechend arrangirt und ich habe es, wie ich glaube, gut gemacht. Von zu Hause fuhr ich als Waffenträger fort, traf hier unsere Näherin Rosine, als Blumenmädchen verkleidet. Wir wechselten im Parterre die Garderobe. Sie wird von meiner Mutter jetzt bewacht, damit ich mit Dir nicht zusammenkomme. Ich glaube der freche Mohr, den Du fortwährend hinter ihr siehst, ist der Premierlieutnant von Drachenberg, der jedenfalls von meiner Mutter dazu bestellt ist, die Jugend ihrer Tochter zu hüten. Wir können uns also ungestört bis kurz vor der Demaskirung hier aussprechen. Es ist noch mehr als eine Stunde Nachdruck verboten. bis Mitternacht; bis dahin können wir uns vollständig sagen, was wir uns zu sagen haben." „Unsere Angelegenheit wird sich kurz erledigen lasten. Es hat sich bei mir nichts verändert und ich fürchte, daß es bei Dir nicht anders sein wird. Meine Ettern sind ja keine religiöse Juden, aber in eine Heirath mit einer Christin willigen sie trotzdem so wenig, als Deine Eltern ihre Tochter je mir, dem Juden geben würden. Ich wäre ja längst bereit gewesen, mich Dir zu liebe taufen zu lassen, aber mein Vater droht mir in diesem Falle mit Enterbung und was hättest Du von einer Verbindung mit einem Millionärsohne, der ein armer Schlucker ist." „Ja so ist es" hauchte seufzend das Blumenmädchen „und doch könntest Du leichter Christ werden, als ich Jüdin. Von den Millionen Deines Vaters wollen wir gar nicht reden. Sie sind unser Unglück. Wären wir nicht reich und glücklich wenn Du arm wärest? Dann würdest Du den Regungen Deines edlen Herzens folgen, die jetzt durch die Geldsäcke Deines Vaters niedergehalten werden. Ich möchte lieber arm und verachtet, aber Hand in Hand mit Dir durchs Leben gehen, als reich und angesehen, ohne Dich. Wenn Du, lieber Arthur, nur aus Rücksicht für mich Deine Enterbung fürchtest, so ist diese Furcht unbegründet." „Du irrst, theuere Christine, die Enterbung fürchte ich allerdings in erster Reihe mit Rücksicht auf Dich, aber es kommen doch noch andere Erwägungen hinzu, die nicht minder gewichtig sind. Glaubst Du, wenn dem reichen Arthur Cohnstamm das Taufwasser seine

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