Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 40 (1899)
- Issue
- Heft 35 (4.5.1899)
- Date
- 1899-05-04
- Page
- Seite 95 (sequence 31)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2446951-2448953-2448986--48216-2498600- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Odesa 1× ep/1000834
OCR text
f i i» \ f! » > i vor einem Jahrtausend die Stelle eingenommen, wo wir sie jetzt finden. Das Holz muss, wenn es nicht reissen soll, einer besonderen Behandlung unterworfen werden. Eichen, die die Bibel so häufig erwähnt, finden sich heute noch an verschiedenen Orten, besonders des nördlichen Palästina, hauptsächlich in der nördlichen Saron-Ebene, am Tabor, an dem Jordan, in der Gegend von Hasbeya und am grossen Hermon. Der Balsamstrauch wurde in alter Zeit ebenso an den Ufern des Sees Genezareth, wie in der fruchtbaren Oase von Jericho gehegt Bei Jericho ist der edle Baum in grosser Menge angepflanzt gewesen, wie die ältesten Schriften des Alten Testamentes später Joseph us, und die Schrittsteller der Griechen und Römer versichern. Diese „Palmenstadt“ pries Josephus als einen in paradiesischer Landschaft gelegenen Göttersitz; um sie herum lagen zu jener Zeit die ausgedehnten, üppig prangenden Gärten der Herodianer, und noch während der Kreuzzttge war dort ein blühendes Gartenland. Ist des Plinius Angabe richtig, so liess sich bereits Alexander der Grosse von hier täglich eine Muschel voll des köstlichen Balsams bringen; Pompejus brachte zuerst den Baum nach Rom und führte ihn in einem Triumphzuge den Römern vor; ebenso brachten ihn Vespasian und Titus nach Italien. Die Judäer pflanzten diesen edlen Baum desshalb nicht an mehreren Orten an, weil sie den Preis des Balsams nicht sinken lassen wollten. Heutzutage liegen nun die Aquädukte in Trümmern, und desshalb ist der grösste Theil der Jeriehe-Oase der Wüste anheim gefallen. Nur da, wo das Wasser der Am es Sultan durch die Ebene Messt, bedeckt üppige, aber doch verwilderte Vegetation die Fläche bis dahin, wo auch diese Wasserader sich im Wüstensande verliert. Von dem echten Balsamstrauche ist dem zufolge auch nicht eine Spur mehr bei Jericho vorhanden. Der heutige Balsam von Jericho wird vielmehr dem Z ukkum der heutigen Araber, dem Myrobalsamum entnommen. Es ist merkwürdig, dass auch an mehreren anderen Orten die Anpflanzung des ächten Balsamstrauches des Abuschan Jemens? ein gleiches Geschick des Aussterbens getroffen hat. P1 i n i u s behauptet zwar, dass nirgends als in Jericho das Opobalsamum zu finden sei, doch constatirt Josephus, dass schon in Palästina selbst noch an anderer Stelle, bei Engaddi am Westufer des Toten Meeres, ein Balsamgarten gewesen sei; dieser wurde, nach Brocardus von Kleopat r a nach Aegypten verlegt; und allerdings finden wir auch in diesem Lande in alter Zeit zwei Anpflanzungen dieses Strauches; die berühmteste war bei H e 1 i o p o 1 i s, dessen Trümmer sich bei dem heutigen DorfeMatarieh befinden. Scherif E d r i s i, der berühmte Geographus Nubiensts, der 1099 geboren war, berichtet über diese Balsamgärten and behauptet, dass sie die einzigen der Welt seien. 1615 ist der letzte Baum dieser Anpflanzung durch die Ueberschwemmung des Nils ausgegangen. Die andere Pflanzung auf ägyptischem Gebiete befand sich bei Kairo; doch auch sie ist seit 1820 ausgestorben. XS e r i o h t über die Thätigkeit des Kolonisations-Comite s in Odessa vom 1. Jjar5653 bis zum 1. Jjar 5656 (16. April 1893—13. April 1896). (VI. Fortsetzung.*) Seit 5655 (1895) steht die Kolonie unter der Verwaltung von Losch Pinah, welches einen Gärtner zur Beaufsichtigung des Anbaues dorhin entsandte. Wie die Rechnungen ergeben, befinden sich ausser dem Gärtner noch 10—15 Arbeiter dort. Die Kolonie enthält zwei Steinnnd zwei Holzgebäude. Bis jetzt wuden 200000 Weinstöcke angepflanzt, von welchen ein Theil durch Ungunst des Bodens ein gegangen ist. Man hat nun den Boden meliorisirt und andere Arten eingepflanzt. Von den Weinstöcken sind 160 000 okulirt worden. Die Hälfte derselben sind Malaga - Reben, deren Früchte besonders zur Rosinenbereitung geeignet sind. Der Anban ist *) 8. Nr. 696. durchaus sachgemäss; die Pflanzungen sehen vortrelflich aus. Ausser den Weinstöcken sind in der Kolonie 16 000 Olivenbäume, 2500 Feigenbäume, 14 000 Maulbeerbäume, 1000 Mandel- und 10 000 andere Fruchtbänme. Eine Baumschule enthält Ethrogim, Palmen, Mandeland andere Bäume. D. Weitere Nachrichten ans Oederah. Diese Kolonie bildet Vß des arabischen Dorfes Katra, fünf Stunden von Jaffa am Kreuzuogspunkte der Strassen von Jaffa nach Hebron and von Lydda nach Ramleh und Gaza, acht Standen vom letzteren Orte, dessen