Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1899-04-27 · Heft 33 (27.4.1899) · p. Seite 639

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
40 (1899)
Issue
Heft 33 (27.4.1899)
Date
1899-04-27
Page
Seite 639 (sequence 21)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2446951-2448953-2448984--48164-2498546
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

jjQM': -JBJgjJJP #- 'TT 689 eine kranke Mutter unterstützen müffe, sei heute mit 15jähriger Dienstzeit noch immer provisorisch. Eine zweite ist bereits I8V0 Jahre Lehrerin und noch immer provisorisch. (Rufe: Hört! Hört!) DaS Jahresbudget der Commune Wien für Schulzwecke betrage 8,400,000 fl.; wenn es nun wahr ist, daß es in Wien so viele jüdische Millionäre gibt, so müssen dieselben doch wohl einen ganz bedeutenden Beitrag hiezu leisten, und dann sollen die Juden nicht das Recht haben, zu verlangen, daß die Lehrer ihrer Eonfession wenigstens nicht präterirt werden? (Stürmischer Beifall.) Ein Substitut für einen Volksschullehrer beziehe nach dem Substitutions-Normale einen Gehalt von 480 fl. Als man kürzlich die Anstellungen für den Rathhauskeller vornahm, hat man für die Schankburschen einen Gehalt von 600 fl. bestimmt. Wenn man nun den schweren Bildungsgang eines Lehrers berücksichtige, so muß man jenen Betrag wohl mehr, als nicht entsprechend, man muß ihn unwürdig nennen. Unterlehrer Auffärber machte den Liberalen den Vorwurf, daß sie es mit den jüdischen Lehrern nicht besser gemacht haben, wie jetzt die Christlichsocialen. Die Antisemiten sind ja erst drei Jahre am Ruder und es gibt Unterlehrer, die 16, ja 18 Jahre lang präterirt wurden. (Bravo! Richtig, so ist es.) Nach längerer Debatte wurde eine Resolution angenommen, in welcher die Versammlung fordert, daß sowohl bei Anstellung von Lehrpersonen, wie bei Vorrückungen einzig und allein die Dienstzeit und die Tüchtigkeit der Bewerber maßgebend seien. Gleichzeitig drückt die Versammlung ihre Entrüstung darüber aus, daß arme Unterlehrer ihrer Confession wegen verfolgt werden und sie oft hungern und darben müssen. Diese Resolution wurde genehmigt. Iersonakien Posen. Cs ist eine erhebende lind erfreuliche Wahrnehmung, daß selbst in unserer materialistischen Zeit Minner, die schlicht und bescheiden höheren Idealen nachstreben, sich in dem Herzen ihrer Mitbürger ein dauernde- Andenken sichern. Gestern sah man einen langen Zug von Menschen durch die Straßen unserer Stadt einer Bahre folgen, die in ihrem Innern die irdischen Ucberrcste eines im eigentlichen Sinne des Wortes ^wahren Biedermannes barg. Es war das der Kaufmann L. L. Hamburger, welcher am ver flossenen Sabbat in ein bessere- Jenseits abberufen wurde. Ein treuer Anhänger des echten, alten Judenthum-, war seine liebste Beschäftigung und Freude nach vollbrachtem mühevollen Tagewerk da- Thorastudium, dem er im n’3 amen, sowie in seiner eigenen Behausung eifrig oblag. Kein Wunder, daß ein reicher Schah biblischen und rab binifchen Wissenihm eigen war. Wohlthätig weit über seine Verhältnisse, gab er von den bescheidenen Mitteln, die er besaß, willig und reichlich, wo nur Noth und Leid seine Hülfe begehrte. Im Geschäft ein Muster von Ehrlichkeit, waren Vertreter von auswärtigen Firmen, mit denen er in Verbindung gestanden, herbeigeeilt, um ihm die letzte Ehre zu erweisen. Am Grabe zeichnete ver Gcmeinderabbiner, Herr Dr. Feilchenfeld '"l in gedrängter, wirkungsvoller Kürze ein Lebensbild des Entschlafenen. 'Nachdem noch dessen beiden Bruder, der ältere im Stcrbehause, der jüngere am Grabe, sichtlich bewegt ihrer Trauer beredten und ergreifenden Ausdruck verliehen, wurde der Verblichene zur ewigen Ruhe gebettet. 7 "si H—r, L. WT II n 1 e i g e n* Für len folgenden Theil ist die Redaktion nicht verantwortlich. Aar Kmverlrisltze! Für isr. Herren od. Dam., welche der Ruhe, Landlust bedürfen, empfehle meine zwei gesunde, schön möbl. Zimmer, in ruhigem Hause, unweit Coblenz. Off. beliebe man A. B. 8176 an die GeschäftSstelle dss. Blattes zu^richlen. s^in schöne- Kind, ra. 2 bis 8 Jahre alt, gesund und gut entwickelt, Mädchen oder Knabe jüdischer Abkunft, ans besserer Familie, auch discret. Geburt, jedoch ohne Anhang, wird zu adoptircn gesucht. Franco-Offerten unter Ll. G. 3175 an die Geschäftsstelle dieses Blattes. “TO MkiilkbolMll mit KrilM lED ein feines Gemüse, ist in fünf Minuten hergestellt, wenn man meine vorzügliche oonferVirren benutzt. Man verlange Prei--Courant. Referenz: Sr. Ehrw. Herr Rabbiner Dr. Earleb a ch—Lübeck. 16668 B. Goslar. Lübeck. Verkaufsstellen: I. Amon Alexander—Berlin 0., an der Stadtbahn 50. I. Lion—Karlsruhe, Adlerstraße 33, Benoit Levh, Straßburg i. Elf., Alter Weinmarktplatz 6. Geeignete Abnehmer zum Wiederverkauf gesucht. Mlleiustehend.,sehrvermög«n- ++ der Wittwer, 60 Jahre, wünscht sich wieder zu ver heirathen. Reflectirt wird auf religiöse gebildete Dame, mit 25—30,000 Mark, nicht unter 45 Jahren, Wittwe nicht ausgeschloss. Offert, unt. 3173 an die Gesch. dsö. Bl. k iir mein MaudirequiHten O EngroS-Geschäft suche ich zum baldigen Eintritt einen mit der Branche, vollkommen vertrauten Eommi». s3170 <*. Halle, M iltenberg, Bauern. Miltenberg, Bayern.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.