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Der Israelit · 1899-04-24 · Heft 32 (24.4.1899) · p. Seite 603

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Journal
Der Israelit
Volume
40 (1899)
Issue
Heft 32 (24.4.1899)
Date
1899-04-24
Page
Seite 603 (sequence 1)
Language
German
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Xli. Jahrgang. WWW m a*. Der Zsraelit. Ein Gentrat-Hrgan für das ortkodore Iudenthum. Begründet von Dr I>fjman« in DUrrtnz Montag, de« 24. April 5659 (1899). Wr 3met Blarft abonnirt man bei allen Postanstalten für die Monate ZG Mai und Juni ZG auf den Dieser Preis tritt aber nur ein bei Abonnements, welche rechtzeitig am Post-Zeitunasschalter des Wohnsitzes des Bestellers oder bei dem betreffenden Landbriefträger aufgegeben werden. Ausland entsprechend höher. Are Expedition des „Israelit". Leitender Artikel. Heimgeleuchtet. Von Simon Frankfurter, Wesel. Wohl den meisten unserer Glaubensgenossen sind jene Traktätchen bekannt, welche von den Missionsgesellschaften in freigebigster Weise als Mittel, um „Juden zu bekehren", vertheilt werden. Es dürfte wohl keinem Jehudi einfallen, diese Machwerke, welche ebenso flach, wie unwissenschaftlich gehalten sind, einer ernsten Betrachtung zu würdigen, oder sie gar zu überlegen. Ist doch selbst der einfachste jüdische Mann aus dem Volke seiner Natur nach zu gediegen veranlagt, und besitzt er zu viel Geschmack, als daß solche (geistige (?) Kost ihm Zusagen könnte, geschweige denn imstande wäre, ihm andere Ideen beizubringen. Vor kurzer Zeit nun wurde dem Schreiber dieses von einem seiner früheren Schüler (natürlich einem Nichtjuden, geborenen Christen), der sich als Heiden-Missionar für Afrika ausbildet und deßhalb die betr. Lehranstalt besucht, eine Schrift, „Israel das Wundervolk", von G. F. Ströter verfaßt, zugeschickt. Der Uebersender, ein sehr ehrenhafter, braver, junger Mann, glaubte, wie aus dem dieser Brochüre beigefügten Schreiben (Brochüre und Brief ist nunmehr im Besitz der verehrt. Redaktion dss. Bl.) hervorgeht, ein verdienstvolles Werk zu thun, wenn er die von ihm so werthgeschätzte „neue literarische Erscheinung" einem Juden und noch dazu seinem ehemaligen Lehrer unterbreitete. Da nun der betreffende junge Mann sonst recht intelligent veranlagt ist und er ein solches Wesen von diesem Werke (?) machte, als ob es etwas Niedagewesenes enthalte, so machten wir diesmal eine Ausnahme und ließen das Büchelchen nicht in den Papierkorb oder iu's Feuer wandern, sondern warfen wirklich mal einen Blick hinein. Gleich aber das erste Kapitel zeigt uns, welchen Tendenzen der Verfaffer huldigt. Denn selten haben wir eine Schrift gesehen, die unter dem Deckmantel der Liebe so viel Bosheit gegen das Judenthum birgt und so voll von Schmähungen ist, wie diese. Während Herr Ströter, wie aus dem Ganzen ersichtlich ist, eine neue Taktik versucht, um den bisher nicht geglückten Maffen-Seelenfang mit Erfolg zu betreiben, und einerseits unserem Stolz zu schmeicheln, mit uns, wie man zu sagen pflegt, zu liebäugeln sich bemüht, wagt er es andererseits, um seine unhaltbaren Ansichten zu beweisen, unsere Erzväter in der schmählichsten Weise zu verunglimpfen. Während ferner Herr Ströter sich scheinbar als den aufrichtigsten Judensreund darzustellen bestrebt ist, versucht er es dennoch in süßlicher Manier alle jene gehässigen Vorurtheile vorzubringen, die nur ein Antisemit gegen uns geltend machen karn. poyz zw 'p'wrn Der Judenhaß ruht tief in seinem Innern. Und gerade weil dieses Machwerk so viel verkappte Bosheit birgt, eben deßhalb fühlten wir uns veranlaßt und verpflichtet, den Uebersender auf das Unhaltbare jenes Pamphletes aufmerksam zu machen. Zugleich richteten wir aber auch an diesen

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