Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 40 (1899)
- Issue
- Heft 31 (20.4.1899)
- Date
- 1899-04-20
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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590 ausgeschlagen, wenngleich dasselbe noch seine Majorität zu sehr in der Hand hat, als daß es, und noch dazu gerade in der Judenfrage, zum Fall kommen sollte. Aber es verdient bemerkt zu werden, daß außer dem verdienstvollen Cogainiceanu, der jederzeit warm für die Rechte der Juden eintritt, diesmal auch der Deputirte Flsva und mehrere andere bedeutende Abgeordnete warm für die Juden und gegen das Ministerium aufgetreten sind. Es handelte sich um den Fall der armen jüdischen Arbeiter von Bukarest, die unter dem Vorwände, daß sie Anarchisten seien, ausgewiesen wurden. Die beiden genannten Deputirten gingen dem Ministerium sehr scharf zu Leibe, während der Abgeordnete Scortzescu den Nachweis erbringen konnte, daß die Ausgewiesenen weder Anarchisten noch Sozialisten sind, sondern arme Arbeiter, die sechszehn Stunden des Tages gearbeitet haben, um sich und ihre Familien zu ernähren. Zudem sind es lauter ehemalige Soldaten, die ihre drei Jahre in der rumänischen Armee abgedient haben. Dabei ist der Minister mit so unerhörter Grausamkeit verfahren, daß die armen Teufel per Schub über die ungarische Grenze gebracht worden sind, ohne die geringste Rücksicht auf die Familien derselben zu nehmen, die jetzt ohne Existenzmittel dem größten Elend Preisgegeben sind. So stark war der Eindruck dieser Rede auf die Kammer, daß der Ministerpräsident Sturdza sich verpflichtet glaubte, zu entgegnen und zu diesem Zwecke die unerhörte Dreistigkeit hatte, die offizielle Bevölkerungsstatistik einfach zu fälschen. Er gab folgende Zahlen zum Besten: In zwei Jahrzehnten 1876—96 haben sich die christlichen Rumänen vermehrt von 5 155 340 Seelen auf 6 641 201, also um 11,2 pro Mille und Jahr, die Juden dagegen von 191 016 Seelen auf 543 711, also um 43 pro Mille und Jahr. Aus diesen Ziffern folgerte dann Sturdza, daß da die Juden sich auf natürlichem Wege unmöglich so schnell vermehren könnten, eine jährliche Zuwanderung von 14 000 Israeliten stattfinden müsse, und da man nicht in der Lage sei, dieses zu verhüten, so müffe man sie durch solche Ausweisungen paralisiren. Die Schlüffe sind aber hinfällig, denn die Ziffern sind gefälscht und in Wirklichkeit leben in Rumänien nicht 543 711 Juden, sondern nur höchstens 300 000 Seelen, so daß nicht von Zuwanderung, sondern von Auswanderung die Rede sein kann. Solcher gefälschten Daten bedient sich aber unser Ministerium ebenso scrupellos, wie es die Juden, die durch viele Generationen hindurch im Lande wohnen, Fremde schilt, während seine drei leitenden Mitglieder selber Fremde sind, nämlich Sturdza Russe, Pherekides Grieche und Haret Armenier. Am schlimmsten ist der Grieche Pherekides, wie übrigens auch der stärkste Judenfresser in der rumänischen Kammer Politimos von Dambowitza Grieche ist. | Türkei.? Tripolis. Die hiesige Gemeinde, die zwischen neun und zehntausend Juden zählt, hat seit Anfang dieses Jahres ein kleines Hospital aus sechs Betten bestehend. Dasselbe ist der Leitung des hiesigen jüdischen Frauenvereins unterstellt, und wurde eingerichtet mit Hilfe einer Sammlung, zu deren Ertrag von 4500 Francs die Baronin Hirsch 2000 Francs beigesteuert hat. Um nun das Hospital, dessen Nutzen sich klar berausgestellt hat, definitiv zu begründen, sind ca. 50,000 M. nolhwendig, von denen etwa 10,000 M. in Tropolis aufgebracht. Den Rest hofft man von den englischen Juden zu erhalten, von denen viele Geschäfts- oder Familienbeziehungen in Tripolis haben. Der hiesige jüdische Fcauenverein hat daher einen Aufruf an die Juden in London erlassen, der unter anderen von Frau Esther Arie, der Schwester von Nifst'm Bahar unterschrieben ist. Berichtigung. In dem Artikel „Jüdische Schulen" in Nr. 29 muß eS heißen statt ^ittlichkeitsprinzip — realistische Richtung Nützlichkeit spiinzip. Briefkasten der Redaktion. A M. in T r 19. Aug. 1SSC> io. Ab 5646. Die Sidra ist spy. Briefkasten der Expedition. L. F. in Kr Betrag dankend empfangen. VKrkhsrrs Streng rituelles Etablissement 1. Ranges. Mit Genehmigung Sr. Ehrwürden Herrn 9andrabbiner Dr. Otülf, unter Auf sicht er. Ehrwürden Herrn Rabbiner Dr. Auerbach- Halberstadt. In schönster ^age, ruhiges vornehmes HauS am Walde und der Promenade, 46 eleg. Salons mit 36 Balcons, große Veranda, extra gut< Verpflegung Volle Pension incl. Zimmer von 6.50 M. an. Samstags Gottesdienst. Eröffnung 1. Mai. 2751] Max Hecht. 6 Meter Frühjahru. Sommer Stoff für M. 1.50 PIß. znm ganz. Kleid. -X- Muster auf Verlangen franco ine Harne. Modebilder gratis. Met. solid. Mestov-Zophir 6 „ Araba-Xouveaute 0 „ „ Dollar-Carreaux 6 „ „ extr. pr. Loden z. Kid. f Ml;. „ „ .. l.8> „ „ „ 2.7d „ „ „ 3.90 Neueste Eingang, f. d. Friitaj.- u. Sommer-Saison Modernst. Kleider- und Blousenstoffe in allergrösst. Ausw. vers. i. einz. Metern, bei Aufträge •von 20 Mk. an franco. Oettfngrer n. Co., Frankfurt a. M. Versandtbans. Mod. Ilerrenstoffe z. ganz. Anz. f. M. 3.60 Pfgl „ Cheviotstoffe „ „ „ „ „ 4.35 „ I