Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 40 (1899)
- Issue
- Heft 26-27 (6.4.1899)
- Date
- 1899-04-06
- Page
- – (sequence 25)
- Language
- German
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XL. Jahrgang. Dritte Beil. M M 26 & 27 des „Israelit". verdaulichen Zuthaten und eignen sich aus diesem Grunde nicht für Magenkranke. Dasselbe gilt von geräucherten, marinirten, gesalzenen, getrockneten Fischen und natürlich auch von den Oelsardinen. bei denen als Fett das Olivenöl zur Verwendung kommt: allenfalls Leitender Artikel. Zur Verhütung und Linderung von Magenkrank wirkt eine Salzsardelle oder ein kleines Stück heiten. Mit besonderer Berücksichtigung der jü<3 Hering, gut in "Wasser oder Milch geraschen Von Dr. P. Münz, pract. Arzt, Nürnberg. als Reizmittel die Absonderung der Verdauungs- (Fortsetzung. *) Erleiden die dem Thierreiche entstammenden Nahrungsmittel, von welchen bisher die Rede war, durch das Religionsgesetz mancherlei Einschränkungen, so ist der Genuss der dem Erdreiche angehörenden Nahrungsmittel, die als Hauptgruppe der Minnignahrung nunmehr in Betracht kommen, keiner Beschränkung durch das Religionsgebot unterworfen. Wol werden auch für den Genuss gewisser Pflanzenprodukte gesetzliche Bestimmungen gegeben; diese wollen aber nicht die betreffenden Produkte verbieten, sondern wollen nur Vorbeugen und verhüten, dass mit denselben nicht zugleich unvermerkt fremde Bestandtheile animalischer Natur, gewisse kleine Lebewesen, mitgenossen werden. So verbietet das Religionsgesetz, milbiges, wurmhaltiges oder wurmstiges Obst zu gemessen und schreibt sogar vor, alle in dieser Beziehung verdächtigen Erdreichprodukte, wie süsse Kirschen zur Zeit der Vollreife, Pflaumen, Zwetschen, auch in gedörrtem Zustande, ferner Erbsen, Bohnen, die getrockneten Früchte, Reis, Hirse, Graupen vollem Genüsse auf tliierische Parasiten zu untersuchen und jedenfalls die Krautarten wie Salat, Kohl vor dem Gebrauche gründlich zu säubern. Es ist natürlich, dass auch die einzelner Produkte, welche von Fischen stammen, derer Genuss durch das Religionsgesetz verpönt ist religionsgesetzlich demselben Verbote verfallen Hierzu gehört vor Allem ein beliebtes Genuss mittel, der Caviar. Der ('aviar. ein Präparat aus dom Rogen des Hausen, des Störs oder Ntorlets, kommt als russischer grobkörniger und in minderwerthiger Qualität als kleinkörniger Pressen via r und deutscher Elbcaviar auf den .Markt. Oer Caviar ist. in kleinen Mengen genossen, an und für sich leicht verdaulich .und wirkt appetitanregend. Da aber ein bernerkenswerther Nährwerth erst beim Genüsse grosser Quantitäten entsteht, von Quantitäten, die den .Magen belästigen, würden, so kann der Caviar für Magenkranke ganz gut fortfallen: überdies wird ja, falls ein Magenkranker nach diesem Genussmittel Verlangen trägt, in dem rituell zulässigen Caviar des Hechtes, des Karpfens, des Kabeljaus oder' Dorsches ein Äquivalent geboten. Allerdings ist die Ermittelung im gegebenen Falle, ob der vorliegende (aviar zu der erlaubten oder zu der unerlaubten Art gehöre, so schwor, dass der Genuss von Caviar-, wenn man nicht seinen Ursprung genau kennt, am Was diese Vorschriften betrifft, so ist auf den besten ganz umgangen wird, zumal sein Nährii’sten Blick zu erkennen, dass sie mit den Anwerth in den Mengen, in denen erohne 'orderungen der Hygiene im Einklang stehen. Schaden genossen werden kann, ein kaum st es doelL wie als bekannt angenommen nennenswerther ist. verden kann, das erste Gebot der Hygiene, Wie bei jedem Nahr ungsmittel, so ist auch 3flanzensorten, welche die Zeichen der Erbei den Fischen die Art der Zubereitung von Bankung schon äusserlicli an sich tragen, sei grosser Bedeutung für den Grad der- Verdaus dass sie milbi£ vder wurmstichig sind, dem lichkeit. In dieser Beziehung stehen in Salz- Genüsse zu entziehen. Weniger bekannt dürfte wasser gesottene, sogenannte blaue Fische, obens sein, dass den Pflanzenproducten, zumal den an. Die gewöhnlichen Fischsaucen, die Majotemüsearten, gar oft Krankheitskeime, Eier naise. die polnische Sauce, gleichviel ob sie süss ieler Thierarten, sowie Jugendformen der im oder sauersind, enthalten eine Reihe von schwerlenschlichen Darm lebenden Parasiten anhaften, ) Vergl. Nr. 8 des „Israelit“. welche, in den Körper gelangt, sich da entwickeln und schwere Schädigungen der Ge-