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Der Israelit · 1899-04-06 · Heft 26-27 (6.4.1899) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
40 (1899)
Issue
Heft 26-27 (6.4.1899)
Date
1899-04-06
Page
– (sequence 1)
Language
German
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XX. Jahrgang. JKS6&»f. Der Israelit. Ein GenLrat-Hrgan für das orthodoxe Iudenlhum. Begründet von Dr. fe|m«nn in M«tn§. Donnerstag, de« 6. April S«»S (18S9). Leitender Artikel. j^eßach-Nachklänge. Mainz, nvs bv aio er ’x»o Als heute Abend die ersten Chomez-Sterne funkelten und der lang gedehnte Borchu des Abendgebets, die scheidende, herrliche Festzeit wenn auch nur um einige wenige Sekunden künstlich zu verlängern suchte, da fiel mir der Abschied von den schönen Peßachtage» so schwer auf die Seele, daß es mich drängt, sein Weh durch Einkleidung in Worte zu mildern. Wie der jähe Uebergang von Licht zum Dunkel die Augen, so schmerzt der Wechsel zwischen Sabbat und Woche, zwischen der Festzeit und der Alltäglichkeit, so oft er sich auch vollzieht, das Herz, das seine heiteren, hurtigen Schläge während der Festzeit nun dem kalten Tretmühlengang des Alltagslebens wieder anpassen muß. Wohl hat die weise Fürsorge des Stifters unserer Feierzeiten, dem auch jeder Pulsschlag unseres Herzens entgegen schlägt, diesen Uebergang gemildert, und die Festzeit nicht auf die Festtage beschränkt, sondern auch auf die sie einfriedigenden Zeitgelände einen Schimmer des Festglanzes ausgedehnt, indem sie lehrt: er rav r'tz'.r, xmix-t Aber, wenn auch das Morgenroth jedes eintretenden Festes einen Theil seines Rüsttages verklärt, wenn auch das Abendroth des scheidenden noch den ganzen folgenden Tag gülden umsäumt und durch feinen bloßen Namen — an rex — uns mahnt das Fest fest zu halten — der Uebergang bleibt dennoch schmerzlich. Beim Peßachfest besonders. Kein anderes Fest erfordert wie dieses Wochen lange Vorbereitungen, keines verlangt äußere Opfer an Zeit, Ruhe und Kosten jeder Art, keines führt aber auch die Genoffen eines jeden Hauses in so inniger Verbrüderung zusammen, als dieses Fest unserer Feste. Und dawofür wir so lange gearbeitet und gesorgt, woran wir mit gehobener Feststimmung in liebender Verehrung gehangen, — drei Abendsterne und es ist dahin und an seine Stelle tritt die geschäftige, nüchterne Woche mit ihren Werktagsgedanken und Alltagssorgen. Früher als sonst tritt aber seit nun neun Jahren dieser Wechsel an uns heran. Denn unmittelbar an die heiteren Peßachtage reiht sich alljährlich der Tag, der uns in dem Begründer dieser Blätter, den Führer und Vater, die Krone unseres Lebens raubte. Der grelle Gegensatz zwischen dem Festglanz der Peßachtage und dem tiefen Schatten, den dieser Gedächtnißtag auf unseren ganzen Lebensweg wirft, macht sich in diesen Stunden schmerzlicher als sonst fühlbar. Und dennoch so menschlich diese schmerzliche Empfindung auch sein mag, jüdisch ist sie nicht. Bevor uns das Fest verließ, hat es uns aus dem Gottesschatze des Prophetenworte» die Worte in die Seele geredet, mit welchen wir jedem scheidenden Sabbat das Geleite geben und jede neue Woche begrüßen: rr: -n jt mor ny '2 -incx xb: nv2x tow* 'x mn .rw’1? 'b „Siehe, der Allmächtige war meine Hilfe. Auf ihn will ichweiter vertrauen und nicht zittern, denn mein Sieg und Sang ist der Allgewaltige Gott; Er wird mir zur Hilfe sein." Daß der Allmächtige für den Schwachen stark und für den Hilflosen die bewährte, wahre Hilfe ist, die Besiegelung und Verkörperung dieser trostvollen Ueberzeugung war ja eben unser Peßachfest. Es würde uns schlecht anstehen, wenn wir von seinem

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