Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 40 (1899)
- Issue
- Heft 24-25 (23.3.1899)
- Date
- 1899-03-23
- Page
- – (sequence 40)
- Language
- German
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so Das Central-Comitö, davon gerührt, hat einen Kredit gewährt, um diesem Unglücke etwas abzuhelfen. Aber die Schwierigkeit ist nicht, diese Unglücklichen augenblicklich zu unterstützen. Was werden sie in Jerusalem thun? Sie werden die Menge Armer und Unglücklicher der heiligen Stadt noch vermehren. Gewohnt, von der Arbeit ihrer Hände zu leben, werden sie in Jerusalem schnell die Gewohnheiten des Ortes annehmen und von der öffentlichen Wohlthätigkeit die Hilfe verlangen, die ihnen ihre Arbeit nicht giebt. Ausserdem zieht man, wenn man die Auswanderung erleichtert, noch neue Auswanderer heran, und wie soll man diese Invasion verhindern? Vielleicht findet man für die Yemeniten, die arbeitsame und nüchterne Leute, wie die Fellachen, sind, Arbeit in Egypten. Das Land hat Raum für ernste Arbeiter. Natürlich muss man ihnen nicht nur die Gegend an weisen, wohin sie sollen, man muss ihnen auch Arbeit verschaffen, ihnen für die erste Zeit einen Aufseher geben und sie Anfangs unterstützen. Dies wäre ein hochedles Werk, und dahingehende Instruktionen hat das Central -Comitö seinen Vertretern in Alexandrien gegeben. Bericht über dieThätigkeit des Kolonisations-Comite s in Odessa vom 1. Jjar5653 bis zum 1. Jjar 5056 (16. April 1893-13. April 1896). (IV. Fortsetzung.*) Ctemeindeangelegeiiheiten. Die Gemeinde wird von einem selbstgewählten Rathe verwaltet, welcher unter Leitung der Vorsteher von Sichren Jaakob, der Herren Samuelsohn und Dr. Joffe steht. Die Vertretung der Kolonie gegenüber der Regierung und den Gerichten bei etwaigen Streitigkeiten mit den arabischen Nachbarn, hat Herr Samuelsohn übernommen, was die Kolonisten dankbar anerkennen. Im „ Chanu befindet sich ein schmuckloses Zimmer zu einem Eetsaale. Ferner besitzt die Gemeinde eine Badeanstalt; eine Schule für die Kinder fehlt leider noch. Die Polizei wird aus drei arabischen Schutzleuten und einem Feldwächter gebildet, welche in Begleitung eines Kolonisten, der gerade an der Reihe ist, sämmtliche Felder der Kolonie bewachen. Bei der grossen Ausdehnung der Felder reicht jedoch diese Bewachung nicht aus. Hoffentlich wird durch Hebung der Einwohnerzahl von Chedera sehr vieles verbessert werden. Der öflfentlicke Garten. Chedera hat einen von verschiedenen Kolonisten angelegten öffentlichen Park, welcher zum Andenken an den siebzigsten Geburtstag des Rabbi Samuel Mohilewer, p» heisst. Der Park macht gegenwärtig den Eindruck einer Baumschule, und enthält zur Zeit: 672 gepflanzte Ethrogimbäume, 209 gesäete „ 680 gepflanzte süsse Ci treuen bäume, 100 gesäete * * *) 8. Nr. 684. 200 bittere Citronenbäume, 522 Bigaradim, (?) 220 Cypressen, 250 Akazien. Dieser Park ist auf der Besitzung eines Herrn Beermann angelegt, und wird von einem dort gegrabenen Brunnen bewässert. B. G o 1 a n. Unter den Kolonien, welche im Ostjordanlande im Entstehen begriffen sind, verdient G o 1 a n besondere Beachtung. Es enthält 70,000 Dunam Land, und ist nur wenige Stunden von dem Schienenstrange entfernt, welcher Damaskus mit Chaurän verbindet. Es sind dort Glaubensgenossen aus verschiedenen Ländern, auch einige aus Russland, angesiedelt. Die Felder der Kolonie dehnen sich zwischen zwei Dörfern aus, welche zwei Wegstunden auseinander liegen: Saches und Dschillin. Saches ist ein arabisches Dorf, welches jetzt zum Theil von Kolonisten bewohnt wird,* ein Theil der arabischen Einwohner ist den Kolonisten feindlich gesinnt. In Dschillin hat man unter Aufsicht des Herrn Ch. Cohen, Agronom des Baron Rothschild, eine Baumschule in Ausdehnung von 150 Dunam angelegt, welche von mehreren Quellen und einem vorbeifliessendem Bache bewässert wird. Sie enthält 7,000 Maulbeerbäume, 50,000 Oelbäume, 20,000 verschiedene Fruchtbäume, wie Pfirsiche, Aepfel, Zwergpfirsiche, Nüsse und 20,000 Weihrauchstauden. (Fortsetzung folgt.) Druck der Job. Wir th’schen Hofbuchdruekerei Actiea-Gesellschaft, Hains.