Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 40 (1899)
- Issue
- Heft 24-25 (23.3.1899)
- Date
- 1899-03-23
- Page
- – (sequence 38)
- Language
- German
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Di© israelitische Erziehungsanstalt zu Ahlem bei Hannover. Dritter Berick t.*) Umfassend den Zeitraum vom 15. September 1897 bis zum 1. September 1898. I. Vertretung und Leitung der Anstalt. In seiner Sitzung vom 21. October 1897 kooptirte das Kuratorium Herrn Dr. med. W. Block zu Hannover, der die Wahl annahm. Von Seiten des Herrn Consul Simon wurde ferner Herr R ab binerDr. Plaut zu Frankfurt a M. in das Kuratorium berufen. Zu unserer Beti übniss hatten wir auch in diesem Jahre wieder den Verlust eines Mitgliedes des Kuratoriums zu beklagen: Herr Adolf Ginsberg in Berlin verschied am 22. Mai 1898; der Verstorbene war eine treue Stütze unserer Anstalt auf dem für uns schwierigen Boden seiner Heimathstadt. Nicht minder harte Verluste erlitt der Vorstand : es worden uns binnen kurzer Frist zwei liebe Freunde und Mitarbeiter durch den Tod entrissen, die mit unermüdlicher Thatkraft sowohl, wie mit der Schärfe ihres Geistes an der Entwickelung der Anstalt gearbeitet haben: Herr Dr. 8. Kayserling verstarb plötzlich in Folge eines Herzschlages am 21. April 1898, und Herr Herrn. Lichtenberg erlag seinem längeren Leiden am 14 Juni d. J. Wir haben ihren klugen Rath seitdem schon mehr als einmal schmerzlich entbehrt, und werden sicherlich noch oft die beiden unermüdlichen Männer in unserer Reihe vermissen. Eine Ersatzwahl wäre in der diesjährigen Kuratoriumssitzung vorzunehmen, und hätte der Vorstand dann auch wieder einen stellvertretenden Schriftführer zn wählen. Im Laufe des Sommers stellte sich immer mehr heraus, dass dem Vorstande ein Mitglied fehlte, das aus eigener Praxis mit Landwirtschaft und Gärtnerei vertraut wäre; in Herrn Oberamtmann Ludwig Cohn in Berlin fanden wir einen solchen Fachmann, der auch gern bereit war, uus mit seinen Kenntnissen zur Seite zu stehen, und der alsbald am 31. Mai d. J. durch Herrn Consul Simon, gemäss seines statutarischen Rechtes, in den Vorstand berufen wurde. Das Damen -Com ite bat uns wie früher in dankenswerter Weise bei der Führung des Haushalts unterstützt, insbesondere auch eine rege Thätigkeit für die Feier des Chanukah- Festes entfaltet. *7 8. Nr. 8-8 L II. lunare Angelegenheiten. Die Zahl der Zöglinge betrug am 15. September 1897 38 Lehrlinge und 26 Schüler, am 1. September 1898 46 Lehrlinge und 29 Schüler. Ueber die Art des Unterrichts haben wir uns im vorigen Berichte ausführlich ausgesprochen, wir können heute nur auf das früher Gesagte verweisen. Der Unterrichtsbetrieb erlitt keine nennenswerte Störungen; die Unterrichtserfolge waren befriedigende. In der Fortbildungsschule ist zu den bisherigen Fächern noch „Bienenkunde“ hinzngeiügt, nachdem Bienenzucht in der Anstalt eingeführt worden. Ein Schulgarten von Etwa J/3 m Morgen ist neu angelegt und von den Kindern recht hübsch gepflegt worden. Seit der Abfassung des letzten Berichts beendeten 15 Lehrlinge ihre Lehrzeit, es sind somit im Ganzen bislang 29 Lehrlinge ansgebildet worden. Von diesen haben Stellung gefunden: 15 in Deutschland, 4 in Oesterreich, 1 in Nordamerika (am botanischen Garten zu 81. Louis, 1 besucht die höhere Gartenbauschule zu Geisenheim, 1 besucht die Ackerbauschale zu Jaffa, 5 (Galizier) sehen ihrer Anstellung in Oesterreich, durch das Baron Hirsch- Comitö, entgegen, 1 (Galizier) wird in Kürze seiner Militärpflicht genügen, 1 Zögling hat sich einem anderen Berufe zugewendet. Diese Aufstellung zeigt, wie günstig das erzielte Ergehniss ist. Die mehrfach gehegte Befürchtung, dass wir unsere jungen Gehilfen nicht würden unter bringen können, hat sich bis jetzt als unbegründet erwiesen. Der Gesundheitszustand der Zöglinge war in der abgelanfenen Berichtszeit im Ganzen recht gut. Im März 1898 erkrankten nacheinander vier Zöglinge (Schüler) an Diphteritis. Auf Empfehlung unserer ärztlichen Berather entliessen wir die meisten Schüler unter einiger Verlängerung der Osterferien zu ihren Angehörigen, Hessen die Schlafsäle gründlich desinfiziren, und hatten die Freude, die Krankheit nicht wieder auftreten zu sehen. Die erkrankten Zöglinge genasen nach etwa vier Wochen vollständig. (Fortsetzung folgt.)