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Der Israelit · 1899-03-23 · Heft 24-25 (23.3.1899) · page 17

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Journal
Der Israelit
Volume
40 (1899)
Issue
Heft 24-25 (23.3.1899)
Date
1899-03-23
Page
– (sequence 17)
Language
German
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Jahrgang. Zweite Keil.?u M 24 & 25 -es „Israeli?. Leitende Artikel. Die Rose unter den Dornen. (Zu "22 bv nraa\) Von Rabbiner I>r. H. Sänger Seitdem Israel als Volk auftritt in der Geschichte, war seine Stellung immer eine sehr schwierige. Zuerst als Sklave in Egypten in isolirter, abhängiger Lage, und später als Volk unter den Völkern isolirt durch seinen Gottes dienst, (während alle übrigen Nationen der Erde Göttern dienten, ihrer Hände Werke anbeteten), und noch später zerstreut unter allen Völkern wohnend und immer noch diese isolirte Stellung einnehmend. Für jede andere Nation hätte eine solche Jsolirung, die den Hatz und die Feindschaft aller Nationen aus ein sich in ihrer Mitte absonderndes Völkchen übertragen mutzte, schon längst die Vernichtung gebracht. Unser Volk aber blieb immer frisch und lebenskräftig. Schwer war und ist noch heute seine Stellung, schwierig war seine Befreiung aus Egypten und schwierig waren auch die späteren Zeiten und werden wohl auch die kommendensein, die aber dennoch auch unserem Volke wie schon so manchem anderen die Stellung wieder zurückgeben werden, die eS früher eingenommen hat. Betrachten wir diese Stellung, die wir in Egypten einnahmen und wie sie heute ist; es mag uns vielleicht heule Marches anders und besser daran erscheinen, als es thatsächlich ist. nuan pa \tjh p cmnn p— n;tsw3 „Wie die Rose unter den Dornen, so meine Freundin unter den Mägdlein." Dieses Bild entwirft Salomo von Israel. Unsere Wersen mit ihren Bemerkungen erläutern uns dieses Bild aufs eingehendste. Hören wir ihnen aufmerksam zu. arnnn pa n;arg> Hei nana cmnn pa nxvtra najn ix nax;e> anaaa tocn^ cx*p Sxntp’ -p pxa nepM n»p r; anpa n; b nnpb L'p-s „Wie die Rose unter den Dornen", das ist auf Israel anwendbar. Wie es schwer ist, die Rose aus der Mitte der Dornen zu sammeln, ebenso war es schwer. Israel aus Egypten zu erlösen, denn so heitzt es: Ob es ein Gott versucht hat zu kommen, sich ein Volk zu holen aus der Mitte eines Volkes u. f. w." Eine Rose unter Dornen war und ist Israel, und darum seine Geschichte auch so dornenvoll. Diese Rose immer vor den Dornen zu schützen, sie herauszunehmen aus der Mitte der sie umstehenden Dornen und ihr den gebührenden Platz anzuweisen, das hat Gottes Hand gethan. Aber nicht immer hat Er dieser Rose eine isolirte Stellung angewiesen, im Gegentheil, zumeist unter den Dornen sie wachsen und blühen lasten; unter Dornen hat die Rose ihren Duft ausgeströmt, unter Dornen gerade erschien sie in ihrer Pracht und Herrlichkeit, und nur wenn die Dornen sie zu überwuchern suchten, ihr Llcht und Luft verwehrten, sie zu vernichten drohten, dann ritz sie Gott heraus aus dieser ihr gefährlichen Umgebung, verpflanzte sie an einen anderen Ort. So lebte Israel in Mizrajim, umgeben von Götzendienern, die trotz ihrer gerühmten, hohen Culturstufe, Schaf und Rind, Vögel und Gewürm als göttliche Wesen verehrten, hielt sich fern von diesen a'i^a b&:, diesen „Greueln Egyptens", nahm eine Sonderstellung ein, weil er diese Art von Cultur von sich wies und zog sich gerade detzhalb den Hatz der Egypter zu. Wollte das Sklavenoolk, diese verachtete Klasse wohl gar noch etwas BestereS sein, als die hochcivilsirten Egypter!? Die Egypter sahen nichts an diesem Volke von einer Rose, sie bemerkten nur Dornen. Und selbst, wenn Einzelne in den Kindern Josephs, der ja die höchste Stelle in Egypten eingenommen, den Pharao als den Vernünftigsten und Weisesten unter allen seinen Wersen erklärt hatte, dem ganz Egypten zu Dank verpflichtet war, deffen Nachkommen als ebenbürtige Menschen hielten, die aber sich abschlosten, ihren Weg gingen, eine andere Gottheit verehrten; so wirkte das ooch verletzend. Und darum suchte man ihnen das Leben zu erschweren, die Lebensbedingungen abzuschneioen. Bis Gott selbst seine Rose aus dieser Umklammerung mit Gewalt herausnahm, um sie an einem geeigneteren Boden wieder einzupflanzen. pa vn *p Bvnnn pa ma: ” n:aw na nana cext” vn sPi cnwa >6i aatr ns xStp a’nsan snn pB6 cna rrn x* awb ns *,r» x*n „Wie man die Rose unter den Dornen erkennt, so war auch Israel kenntlich unter den Egyptern; sie änderten nicht ihre Namen, änderten nicht ihre Handlungen, waren nicht dem Lasier verfallen, änderten nicht ihre Sprache und auch Verleumdung herrschte nicht unter ihnen." Wer kennt nicht die Rose unter den Dornen? Wohl möglich, daß zur Zeit des Winters, wo der Nosenstock in nichts sich vom gewöhnlichen Dornstrauch unterscheidet, eine Verwechselung Vorkommen kann, daß auch der Rosenstock als Dornstrauch angesehen wird. Wenn aber die Triebkraft die Knospen zu schwellen beginnt, wenn die Rose sich emfaltet

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