Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 40 (1899)
- Issue
- Heft 24-25 (23.3.1899)
- Date
- 1899-03-23
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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XL. Jahrgang. JKS4&S5. Der Israelit. Gin Hentrat-Hrgan für das orthodore Iudenthum. Begründet von Dr. fe^mftnn in Mains. Donnerstag, de« 23. März 56*9 (1899). Da mit dem 1. April 1899 ein neues Quartal beginnt, so erlauben wir uns, die geehrten Abonnenten daraus aufmerksam zu machen, daß namentlich bei der Post das Abonnement frühzeitig erneuert werden muß, damit die Versendung keine Unterbrechung erleide. In der Postzeitungsliste pro 1899 eingetragen unter Nr. 3784. Neu eintretende Abonnenten (Poftabonnenten gegen Vorlage der Postquittung) erhalten die heutige Nummer (Beginn der Erzählung) gratis. Des heil. Petzachfeftes wegen erscheint unsere nächste Nummer, wiederum eine WDoppelnummer, Donnerstag den 6. April- IMF* NaKvcru wir in den jüngsten Nnmmern mit einer Erzählung aus Israels Vergangenheit geschloffen, beginnen wir heute mit dem Abdruck einer Novelle, die uuS mitten in da» Leben Israel» der Gegenwart führt. Der Kampf zwischen Anti- und Philosemiten, zwischen Inden und Judenfeinden, wird unS hier mit einer Lebhaftigkeit und Tallrkenntuitz vorgeführt, die von der hohen Begabung des Verfassers von »Der Bäter Schuld", als Tchilderer modernen Lebens, wiederum beredtes Zeugnitz ablegt. Redaction des Israelit. Leitende Artikel. Sabbat gjaggabol und Grrb-VGih. Mainz, den 22. März. Unzählige Male ist von unseren großen Lehrern schon die Frage gestellt und beantwortet worden, warum der Sabbat vor Peßach der große Sabbat heißt. Wenn aber, wie dieses Jahr, dieser Sabbat mit Ereb-Peßach zusammenfällt, dann bedarf es keiner tiefen Forschung, dann genügt ein Blick auf die göttliche Institution des Sabbat, wie sie sich in jedem jüdischen Hause an diesem Tage bemerkbar macht, um die einzige, eigenartige Größe dieses Sabbat uns zum Bewußtsein zu bringen. Die rechte Stellung für einen solchen Blick zur Würdigung der Bedeutsamkeit des Sabbat, gewährt uns ein Ausspruch jüdischer Weisheit, den wir im Midrasch finden. Es wird dort erzählt, daß Kaiser Nero sich einem jüdischen Weisen gegenüber geringschätzig über unseren Lehrer Moscheh ausgesprochen habe. „Dein Spott trifft einen Mann," erwiederte der Weise, „der, obwohl schon viele hundert Jahre todt, doch noch heute mächtiger und einflußreicher ist, als der vielvermögende Kaiser des römischen Weltreiche»." „Das wagst Du mir 'in's Angesicht zu sagen? Kannst Du Deine kühne Behauptung auch beweisen?" „Allerdings," erwiederte der Weise, „wenn Du es gestattest." „Ich befehle es Dir sogar, diesen Beweis zu erbringen, aber zittere für Dein Leben, wenn er Dir mißlingt." „Gestatte mir eine Frage, ruhmreicher Kaiser!" Hub der Rabbi an. „Wenn Du heute einen Befehl erlaffen wolltest, daß in Deinem große« Reiche während voller 24 Stunden Niemand Feuer und Licht anzünden dürfe, glaubst Du, daß man diesem Befehle Folge leisten würde?" „Ganz gewiß würde man das," erwiederte der Kaiser, „und ich wollte, wenn mir an der strikten Ausführung dieses Befehles gelegen wäre, meinen Beamten einschärfen, daß sie darüber wachen und denjenigen zur Verantwortung ziehen, der sich einem solchen Befehl zu widersetzen wagte." „Hättest Du dann wirklich die Sicherheit, daß Niemand Deinem Befehl zuwider handelt, auch an