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Der Israelit · 1899-03-20 · Heft 23 (20.3.1899) · page 9

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
40 (1899)
Issue
Heft 23 (20.3.1899)
Date
1899-03-20
Page
– (sequence 9)
Language
German
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•»j - '•y^T^Crf1rj-' XL Jahrgang. Mage ja M 23 des „Israelit". Leitender Artikel. Die p)eßci>ch Hagadah. L. Eine innige Freude empfindet jeder brave Jehudi, wenn er von einer muen Haggadah hört, die in geistreichen Erklärungen den Inhalt dieses trauten Familienbuchs unserm Denken und Fühlen näher bringt. Eine solche Freude zog in mein Herz ein, als mir jüngst von Freundeshand die Haggadah mit einem sinnreichen Kommentar von R. Teble Bondi b-^7 dargereicht wurde. Ganz neu aber ist die Wahrnehmung, daß man auch von nichjüdischer Seite diesem Zweig unserer Literatur Beachtung zu schenken, anfängt. Gilt dieses auch nicht dem Inhalt des Buches, so gilt es doch der Form und zwar den Malereien, rnit welchen seit alten Zeiten die Sederliturgie geschmückt zu werden pflegt. Vor mir liegt eine wissenschaftliche Publikation, die vor kurzer Zeit in die Oeffentlichkeit trat und die Aufmerksamkeit der kunstliebenden Welt in erhöhtem Maße beanspruchen darf.*) Das Werk, das aus zwei auf's Splendideste ausgestatteten Großquartbänoen besteht, verdankt einer im Landesmuseum von Sarajevo befindlichen PergamenthandfchriftseineEntstehung.DieseHandschrift, eine der ältesten und werthvollsten Bilderhandschriften, wird von den Verfassern des Werkes, von denen der Eine Universitätsprofeffor und Vorstand des orient. Instituts in Wien und der Andere KustoS am dortigen kunsthiftorischen Hosmuseum ist, in wissenschaftlicher Form auf ihren Werth geprüft. Sie stammt von einer alten Spaniolenfamilie in Sarajevo und enthält 62 figürliche Darstellungen. Nach einer Notiz in hebräischer Cursivschrift italienischen Charakters wurde das Manuscript am 25. August 1614 oder 1510 (je nachdem die entsprechende hebräische Jahreszahl gelesen wird), verkauft.. Die italienischen Schrifrzüge, sowie der am Ende der Handschrift befindliche Eintrag des italienischen ,sCensors beweisen, daß das Buch über Italien nach Bosnien gewandert ist, also denselben Weg genommen hat, den die spaniolischen Besitzer desselben eingeschlagen haben. Das Urtheil der Editoren spricht sich deßhalb mit ziem- *) „Die Hagabah von Sarajevo." Eine svanisch-jüdische Brlderhandschrift des Mittelalrers. Bon David Heinr. Brüller und Julius v. Schlosser. Nebst einem Anhänge von Prof. Dr. David Kaufmann in Budapest. (Wien, 1898. Alfred Holder.) licher Sicherheit dahin aus, daß unsere Handschrift spanischer Herkunft und spanischen Ursprungist. Da werden uns nun in denkbar naivster Darstellung Miniaturen, Zierleisten, Initialen und Bilder vorgeführt, die in ihrer primitiven Form an die ursprünglichsten Anfänge der Handmalerei erinnern. Wir sehen da die sechs Schöpfungstage vor un» vorbeiziehen, die Ruhe Gottes am Sabbat (der Schöpfer, bartlos, in rothem Gewände mit Kapuze sitzt auf einer Steinbank unter einem Kleeblattbogen und neigt ermüdet das Haupt auf die Seite), die erste Sünde im Paradies und ihre Bestrafung, den Brudermord, die Bewirthung der Engel durch Abraham, Jsaks Opferung, Jakobs Traum u. s. f. bizu den 10 Plagen, dem Auszug aus Egypten und der Gesetzgebung am Sinai; schließlich erblicken wir noch den zukünftigen Tempel und die Bertheilung von und nxe unter die Genossen des Sederabends; Alles in kindlich naiver Darstellung, die gar manchmal dem Beschauer ein berechtigter Lächeln abnöthigt. Die gelehrten Editoren beschränken sich jedoch nicht allein auf die Hagadah von Sarajevo. Eine der ältesten und schönsten Bilderhagadah» aus dem Ende des 16. Jahrhunderts in Besitz des Earl of Crawford in London, die gleichfalls aus Spanien stammt, wird mit ihrem reichen Jnitialenschmuck dem Leser vorgeführt. Es folgen alsdann fünf spanische Hagadahaurgaben des Britischen Museums in London, eine aus Avignon stammende franz. Handschrift im Besitz von Albert Wolf in Dresden und deutsche Handschriften. Von letzteren befindet sich eine im Besitz des Prof. David Kaufmann in Budapest (deren Schreiber sich als Schüler des R. Meir von Rothenburg bezeichnet), zwei andere gehören dem germanischen Museum in Nürnberg (mit hebräischen Knittelversen**). Hieran reihen sich eine Hagadah der Pariser Nationalbibliothek, eine zweite in Besitz des Earl of Cravford in London, eine italienische Handschrift in Besitz von Prof. Kaufmann in Budapest und eine reich illuftrirte im Besitz des Barons Edmund v. Rothschild in Paris. Am Schluß befindet sich noch eine verdienstvolle Abhandlung von Prof. Kaufmann „zur Geschichte der jüdischen Handschriften Illustration," worin der bekannte Forscher über Illustrationen in Masorahandschriften, über solche in Bibeln, in Megillat **) Al- Beispiel fei angeführt, wie am Sederabend ein Diener Wein vom Fasse holt, wobei der VerS mnn je .j’N jpjpa Toni p".-> rin N’sne

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