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Der Israelit · 1899-03-09 · Heft 20 (9.3.1899) · page 31

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Journal
Der Israelit
Volume
40 (1899)
Issue
Heft 20 (9.3.1899)
Date
1899-03-09
Page
– (sequence 31)
Language
German
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71 trifft man einige französische Sorten, die aber meistens auch mit arabischen durchmengt sind. Die vorhandenen Weinstöcke auf andere, feinere Sorten zu propfen, wie es in den anderen Kolonien geschieht, hat in Mi schmar gar keinen Zweck, denn hier ist kein Platz zur Weinfabrikation. Die Kolonisten könnten hier ihre Trauben als solche absetzen, theils für baares Geld, theils in Tausch für andere landwirtschaftliche Produkte. Nur in dem Falle, dass die Nachbarkolonie Rösch-Pinäh die Rosinenfabrikation aus Malaga t rauben ein führen sollte, wäre es vielleicht lohnend, die arabischen Stöcke von Mi sch mar ebenfalls auf „Malaga“ zu pfropfen, denn der Absatz wäre dann ein gesicherter. Es ist ja wohl bekannt, dass das Land von Mischmar durch Herrn M. David Schoub Herrn M. Lubovsky abgekauft wurde, und zwar kaufte Herr Schoub nur 9/10 des Areals, Vl# blieb für Herrn Lubo vsky. Die gekauften 9/1# das Areals betragen einen Kaufwerth von 16000 Fr cs., welche Summe Schoub sich verpflichtet hat, nach Verlauf von acht Jahren zu zahlen; indess sollte Lubovsky eine Verzinsung seines Kapitals mit 4% erhalten, was eine Summe von 360 Fr--, jährlich ausmacht. (Fortsetzung folgt.) Alliance Xsraelite Universelle. Schulen und Lehrlings werk. Salonicki. Herr Matalon, Direktor der Knabenschule und des Lehrlingswerkes, richtet folgende Zeilen an das Central-Co mite: Nichts ist erfreulicher als ein Rundgang durch die Hauptwerkstätten, in denen unsere Zöglinge herangebildet werden. Nach einer mehrmonatlichen Unterbrechung, die durch den griechisch - türkischen Krieg veranlasst wurde, werden Arbeit und Geschäfte mit doppeltem Eifer wieder aufgenommen, und kein Handwerker klagt über Mangel an Beschäftigung. Unsere Lehrlinge verdienen von 4 bis 5 Piaster täglich; ein Viertel von ihnen ist bei Tischlern untergebracht, da Tischler- und Holzschnitzerarbeit die Haupt- Industrie in Salonichi bildet. Unsere Blechschläger machen nicht alle Schablonenarbeit, wie in den meisten Städten des Orients. Sie haben Maschinen, sie schneiden, stechen, ciseliren; die Lampen- und Ofenfabrikanten lassen sich von ihnen die nöthigen Theile liefern, ausserdem sind unsere Blechschläger auch Ofensetzer, Dachdecker etc. Wir haben zur Zeit zehn Lehrlinge in diesem Fache beschäftigt. Die Kofferarbeiter von Salonichi versorgen namentlich Macedonien; sie machen Kisten, Tische, Koffer, die sie mit Blech beschlagen und in allen Farben bemalen. Es sind dies die Möbelstücke der kleinen Städte und Dörfer; es werden darin die Wäsche, Kleider, alle Habseligkeiten der jungen Eheleute verwahrt, sogar ihre Ersparnisse. Seit einiger Zeit fertigen sie auch Lederkoffer für die Reise. Auch die Tapezierer und Typographen nehmen täglich zu, dank der zahlreicher werdenden Bevölkerung, und die armen Schüler unserer Schalen wenden sich gerne diesen Gewerben zu, die heute ebenso einträglich sind als die vorerwähnten. Wir haben einen Tapezierer-Lehrling, dessen dreijährige Lehrzeit noch nicht um ist, und der monatlich 40 Fr cs. verdient. Neben diesen Gewerben giebt es deren noch zwei: das Schuster- und Schneiderhandwerk, die wir nicht subventioniren, und die dennoch eine grosse Anzahl jüdischer Handwerker anfweisen; es sind leichte Gewerbe, Die 100 Lehrlinge, welche zur Zeit von unserem Werke subventionirt werden, lassen sich folgendermassen eintheilen: 24 Tischler, 10 Blechschläger, 10 Schmiede, 10 Tapezierer, 10 Typographen, 9 Kofferarbeiter, 5 Stuhlarbeiter, 5 Goldschmiede, 5 Posamentenarbeiter, 5 Schuhmacher, 3 Schneider, 2 Marmorarbeiter, 2 Pharmaceuten. Diesen 13 Handwerkszweigen können noch weitere hinzugefügt werden. Die Israeliten können alle Gewerbe erlernen und ausüben, denn es fehlt nicht an Absatzquellen. Die Hauptkundschaft hier ist israelitisch, und der tüchtige Handwerker braucht die Konkurrenz der Griechen oder Fremden nicht zu befürchten. Sie wissen, dass nahezu ein Drittel unserer Lehrlinge sich aus den nach Salonicki eingewanderten russischen Juden, infolge der russischen Ausweisungen vom Jahre 1892, rekrutirt. Diese hervorragend fleissige und enthaltsame Bevölkerung liefert vorzügliches Arbeitsmaterial; oft sind sie eigensinnig, aber intelligent und muthig. Die Zehntausend Francs, welche die Alliance jährlich für das Lehrlings werk in Salonicki ausgiebt, sind gut augewendet und bringen reichlichen Nutzen.

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